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Gelbrandkäfer

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Tierart – Insekten > Käfer

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Dytiscus marginalis
  • Ordnung: Käfer (Coleoptera)
  • Familie: Schwimmkäfer (Dytiscidae)
  • Gattung: Dytiscus
  • Lebensraum: Stehende und langsam fließende Gewässer, Teiche, Weiher, Moorgewässer
  • Größe: 27–35 mm
  • Gewicht: ca. 1–1,5 g
  • Lebenserwartung: 2–5 Jahre (Imagines)

Aussehen & Merkmale

Der Gelbrandkäfer gehört zu den größten einheimischen Wasserkäfern und ist an seinem markanten Erscheinungsbild gut zu erkennen. Der Körper ist breit-oval, stark abgeflacht und stromlinienförmig gebaut – eine Anpassung an das Leben im Wasser. Die Oberseite der Flügeldecken (Elytren) ist dunkelbraun bis olivgrün gefärbt und von einem auffälligen gelblichen Rand eingefasst, der dem Tier seinen deutschen Namen gibt. Auch der Halsschild (Pronotum) zeigt diese gelbe Umrandung.

Die Unterseite des Käfers ist überwiegend gelbbraun. Die Hinterbeine sind zu kräftigen Schwimmbeinen umgebildet: Sie sind abgeflacht, verbreitert und mit langen Schwimmhaaren besetzt, die beim Schwimmen wie Ruderblätter wirken. Die Vorderbeine der Männchen tragen an den Tarsen kreisrunde Haftscheiben (Saugnäpfe), mit denen sie sich bei der Paarung am glatten Rücken des Weibchens festhalten. Die Weibchen lassen sich anhand ihrer gefurchten Flügeldecken von den Männchen unterscheiden, deren Elytren glatt sind.

Unter den Flügeldecken befinden sich voll ausgebildete Hautflügel, die den Gelbrandkäfer zu einem ausdauernden Flieger machen. Die Facettenaugen sind groß und ermöglichen gutes Sehen sowohl über als auch unter Wasser.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Dytiscus marginalis erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis. Der Käfer kommt von Westeuropa über Mittel- und Nordeuropa bis nach Sibirien und Japan vor. In Mitteleuropa ist er weit verbreitet, wobei seine Häufigkeit regional stark schwankt.

Als Habitat bevorzugt der Gelbrandkäfer stehende oder nur schwach fließende Gewässer mit reichem Pflanzenbewuchs. Typische Biotope sind Gartenteiche, Weiher, Altwässer, Moorgewässer, Gräben und flache Tümpel. Dichte Unterwasservegetation bietet Deckung, Jagdmöglichkeiten und Eiablageplätze. Fischreiche Gewässer meidet der Käfer tendenziell, da Fische sowohl Konkurrenten als auch Fressfeinde darstellen. Gelegentlich besiedelt er auch temporäre Gewässer und wechselt bei Austrocknung fliegend zu neuen Lebensräumen.

Ernährung

Der Gelbrandkäfer ist ein ausgesprochen räuberisches Insekt. Sowohl die adulten Tiere als auch die Larven ernähren sich carnivor. Erwachsene Käfer erbeuten Wasserinsekten, Kaulquappen, kleine Fische, Schnecken und Würmer. Sie nehmen auch Aas an und fressen an toten Fischen oder Amphibien. Die Beute wird mit den kräftigen Mandibeln gepackt und zerkleinert.

Die Larven des Gelbrandkäfers sind noch aggressivere Jäger als die Imagines. Sie besitzen lange, sichelförmige Oberkiefer, die hohl sind und als Saugzangen funktionieren. Die Larve sticht ihre Beute, injiziert ein Verdauungssekret und saugt die vorverdaute Körperflüssigkeit auf – eine Form der extraintestinalen Verdauung. Aufgrund ihrer Gefräßigkeit werden die Larven im Volksmund auch als „Wassertiger" bezeichnet. Sie greifen Beute an, die deutlich größer ist als sie selbst, darunter Kaulquappen, Molchlarven und Jungfische.

Verhalten & Lebensweise

Der Gelbrandkäfer ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, zeigt aber auch tagsüber Aktivität. Er ist ein hervorragender Schwimmer, der seine abgeflachten Hinterbeine synchron als Ruder einsetzt. An der Wasseroberfläche hängt er regelmäßig mit dem Hinterleibsende nach oben, um Luft unter die Flügeldecken zu pumpen. Dieser Luftvorrat dient der Atmung unter Wasser und funktioniert gleichzeitig als physikalische Kieme: Sauerstoff diffundiert aus dem umgebenden Wasser in die Luftblase nach, sodass der Käfer länger tauchen kann, als der gespeicherte Vorrat allein erlauben würde.

Bei Bedrohung kann der Gelbrandkäfer ein milchig-weißes Wehrsekret aus Prothorakaldrüsen absondern, das für kleinere Fressfeinde abschreckend wirkt. Zu seinen natürlichen Feinden zählen größere Fische, Reiher, Ringelnattern und Waschbären.

Eine auffällige Verhaltensweise ist der nächtliche Dispersionsflug. Der Käfer verlässt sein Gewässer fliegend, um neue Habitate zu besiedeln. Dabei orientiert er sich an reflektierenden Oberflächen, was gelegentlich dazu führt, dass Gelbrandkäfer auf Autodächern, Gewächshäusern oder asphaltierten Flächen landen, die sie mit Wasserflächen verwechseln.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarung findet im Frühjahr statt, meist zwischen März und Mai. Das Männchen klettert auf das Weibchen und hält sich mit seinen tarsalen Haftscheiben an dessen Flügeldecken fest. Die Kopulation kann mehrere Stunden dauern. Die Weibchen legen ihre Eier einzeln in die Stängel und Blätter von Wasserpflanzen, indem sie das Pflanzengewebe mit ihrem Legebohrer (Ovipositor) anritzen und die Eier darin versenken. Pro Weibchen werden über mehrere Wochen hinweg bis zu 1.000 Eier abgelegt.

Nach etwa zwei bis drei Wochen schlüpfen die Larven. Sie durchlaufen drei Larvenstadien und erreichen im letzten Stadium eine Länge von bis zu 60 mm