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Glühwürmchen

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Tierart – Insekten > Käfer

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Lampyridae (Familie); in Mitteleuropa v. a. Lamprohiza splendidula (Kleiner Leuchtkäfer), Lampyris noctiluca (Großer Leuchtkäfer), Phosphaenus hemipterus (Kurzflügel-Leuchtkäfer)
  • Ordnung: Käfer (Coleoptera)
  • Unterordnung: Polyphaga
  • Überfamilie: Weichkäferartige (Elateroidea)
  • Familie: Leuchtkäfer (Lampyridae)
  • Anzahl der Arten weltweit: ca. 2.000
  • Lebensraum: Waldränder, Hecken, Feuchtwiesen, Gärten, Parkanlagen
  • Größe: 5–25 mm je nach Art und Geschlecht
  • Gewicht: 20–80 mg
  • Lebenserwartung: 2–3 Jahre (gesamter Lebenszyklus); adulte Käfer leben nur wenige Tage bis Wochen

Aussehen & Merkmale

Glühwürmchen sind trotz ihres volkstümlichen Namens keine Würmer, sondern gehören zur Ordnung der Käfer. Ihr Körperbau entspricht dem typischen Bauplan der Insekten mit drei Beinpaaren, gegliedertem Körper und – zumindest bei den Männchen der meisten Arten – voll ausgebildeten Flügeldecken (Elytren). Die Chitinhülle ist weich und biegsam, was die Leuchtkäfer in die verwandtschaftliche Nähe der Weichkäfer rückt.

Der auffälligste Geschlechtsdimorphismus zeigt sich bei Lampyris noctiluca: Die Männchen besitzen funktionstüchtige Flügel und große Facettenaugen, während die Weibchen flügellos bleiben und mit ihrem langgestreckten, segmentierten Körper tatsächlich an eine Larve erinnern – daher der Name „Glühwürmchen". Bei Lamprohiza splendidula sind auch die Weibchen zwar flügellos, aber deutlich als Käfer erkennbar. Die Körperfarbe variiert von gelbbraun bis dunkelbraun; der Halsschild (Pronotum) ist häufig heller gefärbt und überdeckt den Kopf von oben wie ein Schild.

Das namensgebende Leuchtorgan befindet sich an den letzten Hinterleibssegmenten und ist bei den Weibchen stärker ausgeprägt als bei den Männchen. Es besteht aus spezialisierten Zellen (Photozyten), die von einer reflektierenden Schicht unterlegt sind, um die Lichtausbeute zu maximieren.

Lebensraum & Verbreitung

Die Familie der Lampyridae ist nahezu weltweit verbreitet. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über alle Kontinente mit Ausnahme der Antarktis, wobei die größte Artenvielfalt in tropischen und subtropischen Regionen liegt. In Mitteleuropa kommen drei Arten vor, die unterschiedliche Habitate besiedeln.

Bevorzugte Biotope sind extensiv bewirtschaftete Wiesen, lichte Laubwälder, Waldränder, Böschungen, Heckenlandschaften und naturnahe Gärten. Entscheidend ist ein feuchtes Mikroklima in Bodennähe, da sowohl Larven als auch Beutetiere auf eine gewisse Bodenfeuchtigkeit angewiesen sind. Stark versiegelte Flächen, intensiv gedüngte Äcker und Gebiete mit hoher Lichtverschmutzung werden gemieden. In den Alpen wurden Leuchtkäfer bis in Höhenlagen von etwa 1.500 Metern nachgewiesen.

Ernährung

Die Larven der Leuchtkäfer sind räuberische Jäger und ernähren sich vorwiegend von Nackt- und Gehäuseschnecken. Sie überwältigen ihre Beute durch wiederholte Bisse, bei denen ein Verdauungssekret injiziert wird. Dieses Sekret enthält Enzyme, die das Gewebe der Schnecke vorverdauen und gleichzeitig lähmen – eine Form der extraintestinalen Verdauung. Eine einzelne Larve kann im Laufe ihrer Entwicklung Dutzende Schnecken verzehren und gilt daher in der biologischen Schädlingsbekämpfung als nützlich.

Die adulten Käfer nehmen bei den meisten mitteleuropäischen Arten keine oder nur sehr wenig Nahrung auf. Ihre Mundwerkzeuge sind zurückgebildet. Die gesamte Energie für das kurze Erwachsenenleben stammt aus den Fettreserven, die während der Larvenphase angelegt wurden. Einige tropische Arten, etwa aus der Gattung Photuris, fressen jedoch auch als Imagines – sie locken mit nachgeahmten Leuchtsignalen Männchen anderer Gattungen an und erbeuten diese.

Verhalten & Lebensweise

Glühwürmchen sind streng nachtaktiv. Tagsüber verbergen sie sich in der Kraut- und Streuschicht oder unter Steinen und Totholz. Die Hauptaktivität setzt in der Dämmerung ein und erreicht ihren Höhepunkt in den ersten Stunden nach Einbruch der Dunkelheit.

Das Leuchten dient in erster Linie der Partnerfindung während der Balzzeit, die in Mitteleuropa typischerweise von Juni bis Juli fällt. Das Licht wird durch eine biochemische Reaktion erzeugt, bei der das Substrat Luciferin unter Mitwirkung des Enzyms Luciferase und Sauerstoff oxidiert wird. Dieser Vorgang, die sogenannte Biolumineszenz, läuft nahezu ohne Wärmeentwicklung ab – der Wirkungsgrad beträgt bis zu 95 Prozent, was ihn zur effizientesten bekannten Lichtquelle in der Natur macht.

Bei Lampyris noctiluca sitzen die Weibchen stationär auf Grashalmen oder Bodenerhebungen und leuchten stetig, um fliegende Männchen anzulocken. Lamprohiza splendidula-Männchen dagegen leuchten selbst im Flug und suchen aktiv nach den schwächer leuchtenden Weibchen. Auch die Larven sind zur Biolumineszenz fähig; hier dient das Leuchten vermutlich als Warnsignal gegenüber Fressfeinden.

Fortpflanzung & Aufzucht

Nach der Paarung legt das Weibchen 50 bis 150