Gesäugeentzündung
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Definition & Überblick
Die Gesäugeentzündung, in der tiermedizinischen Fachsprache als Mastitis bezeichnet, ist eine entzündliche Erkrankung des Milchdrüsengewebes bei weiblichen Säugetieren. Sie zählt zu den häufigsten Erkrankungen bei laktierenden Tieren und betrifft Hündinnen, Katzen, Kaninchen sowie zahlreiche Nutztierarten wie Rinder, Schafe und Ziegen. Die Entzündung kann ein einzelnes Gesäuge (eine Milchdrüsenkomplex) oder mehrere Komplexe gleichzeitig betreffen.
Grundsätzlich wird zwischen einer akuten Mastitis, die plötzlich und mit deutlichen Krankheitszeichen auftritt, und einer chronischen Mastitis, die schleichend verläuft und über längere Zeiträume bestehen kann, unterschieden. Eine Sonderform stellt die Scheinträchtigkeit-assoziierte Mastitis dar, die bei Hündinnen auch ohne vorangegangene Geburt auftreten kann. Unbehandelt kann eine Gesäugeentzündung zu schweren Komplikationen wie Abszessbildung, Gewebsnekrose oder einer lebensbedrohlichen Sepsis (Blutvergiftung) führen.
Ursachen & Risikofaktoren
Die häufigste Ursache einer Gesäugeentzündung ist eine bakterielle Infektion. Erreger wie Staphylococcus, Streptococcus und Escherichia coli dringen über die Zitzenöffnung oder über kleine Hautverletzungen in das Milchdrüsengewebe ein und lösen dort eine Entzündungsreaktion aus. Seltener kommen Pilzinfektionen oder andere Mikroorganismen als Auslöser infrage.
Verschiedene Risikofaktoren begünstigen die Entstehung einer Mastitis:
- Milchstau (Galaktostase): Wird die Milch nicht ausreichend abgesaugt – etwa bei zu wenigen oder zu schwachen Welpen – staut sich das Sekret und bietet Bakterien einen idealen Nährboden.
- Verletzungen der Zitzen: Kratzwunden durch die Krallen der Jungtiere oder Bissverletzungen schaffen Eintrittspforten für Keime.
- Mangelnde Hygiene: Verschmutzte Liegeflächen und eine unzureichende Reinigung der Wurfkiste erhöhen das Infektionsrisiko erheblich.
- Immunsuppression: Ein geschwächtes Immunsystem – durch Stress, Mangelernährung oder Begleiterkrankungen – verringert die körpereigene Abwehr gegen eingedrungene Erreger.
- Scheinträchtigkeit: Bei Hündinnen kommt es hormonell bedingt zu einer Milchproduktion ohne Säuglinge, was einen Milchstau und nachfolgend eine Entzündung begünstigen kann.
- Früheres Auftreten: Tiere, die bereits eine Mastitis durchgemacht haben, erkranken mit höherer Wahrscheinlichkeit erneut.
Symptome & Erkennung
Die klinischen Anzeichen einer Gesäugeentzündung variieren je nach Schweregrad, lassen sich aber in der Regel gut erkennen. Zu den typischen lokalen Symptomen gehören:
- Schwellung, Rötung und Überwärmung einer oder mehrerer Milchdrüsen
- Deutliche Schmerzhaftigkeit bei Berührung – das Tier wehrt sich gegen das Abtasten und lässt die Jungtiere möglicherweise nicht mehr saugen
- Verändertes Milchsekret: Die Milch kann wässrig, gelblich-eitrig, blutig oder flockig erscheinen
- Verhärtung des Drüsengewebes durch Gewebsschwellung oder Abszessbildung
Bei fortschreitender Erkrankung treten zusätzlich systemische Symptome auf:
- Fieber (bei Hunden über 39,5 °C, bei Katzen über 39,3 °C)
- Appetitlosigkeit und Mattigkeit
- Erbrechen und Dehydratation
- Vernachlässigung der Jungtiere
Auch die Jungtiere können indirekt betroffen sein: Unzureichendes Trinken, Gewichtsverlust, Unruhe oder Durchfall bei den Welpen beziehungsweise Kitten können ein Hinweis darauf sein, dass die Muttermilch infiziert oder in unzureichender Menge vorhanden ist.
Diagnose
Die Diagnose einer Gesäugeentzündung erfolgt zunächst durch eine gründliche klinische Untersuchung. Der Tierarzt inspiziert und palpiert (tastet ab) das gesamte Gesäuge, beurteilt Schwellungsgrad, Schmerzreaktion und Gewebekonsistenz. Die Beschaffenheit des Milchsekrets wird makroskopisch beurteilt.
Zur weiterführenden Diagnostik stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung:
- Zytologische Untersuchung der Milch: Ein Milchausstrich wird mikroskopisch auf Entzündungszellen (Leukozyten) und Bakterien untersucht.
- Bakteriologische Kultur mit Antibiogramm: Eine Milchprobe wird kultiviert, um den verursachenden Erreger zu identifizieren und seine Empfindlichkeit gegenüber verschiedenen Antibiotika zu testen. Dieses Verfahren ist entscheidend für eine gezielte Therapie.
- Blutuntersuchung: Ein Blutbild und Entzündungsparameter geben Aufschluss über den Schweregrad der Infektion und eine mögliche systemische Beteiligung.
- Ultraschalluntersuchung: Bei Verdacht auf Abszesse oder tieferliegende Gewebeveränderungen kann eine sonographische Untersuchung des Gesäuges sinnvoll sein.
Behandlung & Therapie
Die Therapie der Gesäugeentzündung richtet sich nach Ursache und Schweregrad und sollte stets unter tierärztlicher Aufsicht erfolgen.
Medikamentöse Behandlung: In den meisten Fällen ist eine Antibiotikatherapie erforderlich. Idealerweise wird das Antib