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Getreidefreies Futter

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Futter & Ernährung > Futterarten – allgemein

Definition & Überblick

Getreidefreies Futter bezeichnet Futtermittel für Haus- und Heimtiere, die vollständig auf den Einsatz von Getreidesorten wie Weizen, Mais, Gerste, Roggen, Hafer oder Reis verzichten. Stattdessen kommen alternative Kohlenhydratquellen zum Einsatz, etwa Kartoffeln, Süßkartoffeln, Hülsenfrüchte, Tapioka oder Pseudogetreide wie Amaranth und Quinoa. Der Trend zu getreidefreier Ernährung hat sich in den vergangenen Jahren stark verbreitet – sowohl bei Hunde- und Katzenhaltern als auch bei Besitzern anderer Heimtiere. Die Gründe reichen von diagnostizierten Futtermittelunverträglichkeiten über den Wunsch nach artgerechter Ernährung bis hin zu allgemeinen Bedenken gegenüber Getreide im Tierfutter.

Wichtig ist die Abgrenzung: Getreidefrei bedeutet nicht automatisch kohlenhydratfrei. Auch getreidefreie Produkte enthalten pflanzliche Bestandteile, die Stärke und damit Kohlenhydrate liefern. Ebenso ist getreidefreies Futter nicht gleichbedeutend mit glutenfreiem Futter, obwohl viele getreidefreie Rezepturen tatsächlich kein Gluten enthalten.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Die Zusammensetzung getreidefreier Futtermittel variiert je nach Hersteller und Tierart erheblich. Gemeinsam ist allen Produkten der Ersatz klassischer Getreidekomponenten durch alternative Zutaten. Typische Bestandteile sind:

  • Tierisches Protein: Frischfleisch, Trockenfleisch oder Fischmehl bilden häufig die Hauptkomponente. Der Proteingehalt liegt bei hochwertigen Produkten oft zwischen 25 und 40 Prozent in der Trockensubstanz.
  • Alternative Kohlenhydratquellen: Kartoffeln, Süßkartoffeln, Erbsen, Linsen, Kichererbsen oder Tapioka ersetzen das Getreide als Energielieferant und Bindemittel.
  • Fett: Tierische Fette (Geflügelfett, Lachsöl) und pflanzliche Öle liefern essentielle Fettsäuren wie Omega-3 und Omega-6. Der Fettgehalt bewegt sich meist zwischen 10 und 20 Prozent.
  • Rohfaser: Pflanzliche Fasern aus Gemüse, Obst oder Kräuterzusätzen sorgen für eine gesunde Verdauung. Übliche Rohfaserwerte liegen zwischen 2 und 5 Prozent.
  • Vitamine und Mineralstoffe: Zugesetzte Mikronährstoffe wie Vitamin A, D3, E, B-Komplex sowie Calcium, Phosphor, Zink und Eisen decken den Bedarf ab.

Die analytischen Bestandteile – Rohprotein, Rohfett, Rohasche, Rohfaser und Feuchtegehalt – müssen auf der Verpackung deklariert sein und geben Aufschluss über die Nährstoffverteilung.

Für welche Tiere geeignet?

Getreidefreies Futter wird überwiegend für Hunde und Katzen angeboten, findet sich aber auch im Sortiment für Frettchen, bestimmte Ziervögel und Reptilien. Die Eignung hängt von der jeweiligen Tierart, deren natürlichem Nahrungsspektrum und individuellen gesundheitlichen Voraussetzungen ab.

  • Hunde: Als fakultative Karnivoren können Hunde Stärke grundsätzlich verdauen. Getreidefreies Futter eignet sich besonders für Tiere mit nachgewiesenen Getreideunverträglichkeiten oder Allergien, die sich durch Hautprobleme, Juckreiz, Durchfall oder Blähungen äußern.
  • Katzen: Als obligate Karnivoren haben Katzen einen geringeren Kohlenhydratbedarf. Getreidefreie Rezepturen mit hohem Fleischanteil kommen dem natürlichen Beuteschema näher und können die Verdauung unterstützen.
  • Frettchen: Ähnlich wie Katzen benötigen Frettchen eine proteinreiche, kohlenhydratarme Kost. Getreidefreie Futtermittel sind hier oft die bessere Wahl gegenüber konventionellen Produkten.

Für reine Pflanzenfresser wie Kaninchen oder Meerschweinchen spielt die Getreidefrei-Thematik eine untergeordnete Rolle, da deren Ernährung ohnehin auf Heu, Frischfutter und Kräutern basieren sollte.

Fütterungsempfehlung

Die optimale Futtermenge richtet sich nach Körpergewicht, Alter, Aktivitätsniveau und Gesundheitszustand des Tieres. Hersteller geben auf der Verpackung Richtwerte an, die als Orientierung dienen – nicht als starre Vorgabe. Eine individuelle Anpassung der Futterration ist stets notwendig.

Beim Fütterungsintervall gelten die gleichen Grundsätze wie bei konventionellem Futter: Erwachsene Hunde erhalten in der Regel ein bis zwei Mahlzeiten täglich, Katzen profitieren von mehreren kleineren Portionen über den Tag verteilt. Welpen und Kitten benötigen häufigere Fütterungen in angepasster Menge.

Ein Futterwechsel hin zu getreidefreier Nahrung sollte schrittweise über 7 bis 14 Tage erfolgen, indem der Anteil des neuen Futters täglich erhöht wird. Abrupte Umstellungen können zu Verdauungsbeschwerden führen. Gerade bei Hülsenfrüchten als Hauptkomponente kann eine zu schnelle Umstellung Blähungen verursachen.

Vorteile & Nachteile

Vorteile:

  • Geeignet für Tiere mit diagnostizierten Getreideallergien oder -unverträglichkeiten
  • Oft höherer Fleischanteil und damit ein günstigeres Protein-Kohlenhydrat-Verhältnis
  • Kann bei empfindlichen Tieren zu besserem Kotbild, weniger Blähungen und gesünderem Fell beitragen
  • Rezepturen orientieren sich häufig stärker am natürlichen Nahrungsspektrum von Karnivoren

Nachteile: