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Granulat

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Futter & Ernährung > Futterarten – allgemein

Definition & Überblick

Granulat bezeichnet ein industriell hergestelltes Futtermittel, das durch Zerkleinerung, Mischung und anschließende Formgebung verschiedener Rohstoffe entsteht. Im Unterschied zu Pellets, die durch Pressung in zylindrische Form gebracht werden, weist Granulat eine körnige, oft unregelmäßige Struktur auf. Die Korngröße variiert je nach Einsatzzweck typischerweise zwischen 0,5 und 5 Millimetern. Granulat findet in der Tierernährung breite Anwendung – von der Fischzucht über die Geflügelhaltung bis hin zur Fütterung von Kleinsäugern und Reptilien.

Hergestellt wird Granulat durch verschiedene Verfahren: Beim Sprühgranulieren wird eine flüssige Mischung versprüht und getrocknet, beim Wirbelschichtgranulieren werden feine Partikel in einem Luftstrom mit Bindemitteln zusammengeführt. Auch Extrusionsverfahren mit anschließendem Brechen der Stränge kommen zum Einsatz. Durch diese kontrollierten Produktionsprozesse lässt sich die Nährstoffzusammensetzung exakt steuern, was Granulat zu einem besonders gleichmäßigen Futtermittel macht.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Die Zusammensetzung von Granulat variiert erheblich je nach Zieltierart und Verwendungszweck. Grundsätzlich enthält ein hochwertiges Granulat folgende Nährstoffgruppen:

  • Protein: Je nach Tierart zwischen 10 % (Pflanzenfresser) und über 50 % (Raubfische). Proteinquellen sind Fischmehl, Sojaschrot, Insektenmehl, Geflügelprotein oder pflanzliche Eiweißträger.
  • Fett: Liefert konzentrierte Energie. Der Fettgehalt reicht von 3 % bei Kaninchengranulat bis über 20 % bei Fischfutter. Häufig verwendete Fettquellen sind Fischöl, Sojaöl und Geflügelfett.
  • Rohfaser: Besonders relevant bei Granulat für Pflanzenfresser wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Chinchillas. Ein Rohfasergehalt von mindestens 15–20 % unterstützt die Verdauung und beugt Zahnproblemen vor.
  • Vitamine: Fett- und wasserlösliche Vitamine (A, D, E, K, B-Komplex, Vitamin C) werden gezielt zugesetzt, da hitzeempfindliche Vitamine während der Verarbeitung teilweise verloren gehen.
  • Mineralstoffe und Spurenelemente: Calcium, Phosphor, Natrium, Magnesium, Zink, Eisen, Selen und weitere Mikronährstoffe werden bedarfsgerecht eingemischt.

Zusätzlich können Aminosäuren, Probiotika, Farbstoffe, Konservierungsmittel und Geschmacksverstärker enthalten sein. Eine genaue Prüfung der Deklaration auf der Verpackung ist daher unerlässlich.

Für welche Tiere geeignet?

Granulat wird für eine Vielzahl von Tierarten angeboten:

  • Zierfische und Nutzfische: Granulatfutter ist in der Aquaristik und Fischzucht weit verbreitet. Sinkgranulat eignet sich für Bodenbewohner wie Welse, Schwimmgranulat für Oberflächenfresser. In der Aquakultur ist Granulat das Standardfutter für Forellen, Lachse und Tilapia.
  • Kaninchen und Meerschweinchen: Strukturiertes Granulat (oft als Alleinfuttermittel deklariert) versorgt Kleinsäuger mit Rohfaser, Vitaminen und Mineralstoffen. Es ersetzt zunehmend klassische Mischfuttermittel, da selektives Fressen ausgeschlossen wird.
  • Geflügel: Kükenstarter, Aufzucht- und Legefutter werden häufig in Granulatform angeboten. Die feine Körnung erleichtert besonders Jungtieren die Futteraufnahme.
  • Reptilien und Amphibien: Für Schildkröten, Bartagamen und bestimmte Froscharten gibt es spezielles Granulat, das den artspezifischen Bedarf an Protein, Calcium und Vitaminen abdeckt.
  • Pferde und Nutztiere: Mineralfutter-Granulat dient als Ergänzungsfuttermittel zur Grundration aus Heu und Weide.

Fütterungsempfehlung

Die korrekte Futtermenge hängt von Tierart, Körpergewicht, Alter, Aktivitätsniveau und Gesundheitszustand ab. Grundsätzlich gelten folgende Orientierungswerte:

  • Zierfische: Zwei- bis dreimal täglich so viel Granulat, wie innerhalb von zwei bis drei Minuten gefressen wird. Überfütterung belastet die Wasserqualität erheblich.
  • Kaninchen: Etwa 1 Esslöffel Granulat pro Kilogramm Körpergewicht und Tag – ergänzt durch unbegrenzt Heu und Frischfutter.
  • Geflügel: Die Futterration richtet sich nach Leistungsstadium. Legehennen benötigen circa 120–150 g Granulat pro Tag.
  • Reptilien: Das Fütterungsintervall variiert stark. Landschildkröten erhalten Granulat nur als Ergänzung wenige Male pro Woche, Bartagamen je nach Alter täglich bis alle zwei Tage.

Wichtig ist, Granulat stets trocken zu lagern und nach Anbruch innerhalb der empfohlenen Verbrauchsfrist aufzubrauchen. Viele Granulate quellen bei Kontakt mit Wasser stark auf – bei Tieren mit empfindlichem Magen-Darm-Trakt sollte daher auf ausreichende Wasserversorgung geachtet werden.

Vorteile & Nachteile

Vorteile:

  • Gleichmäßige Nährstoffverteilung in jedem Korn – selektives Fressen wird verhindert.
  • Lange Haltbarkeit bei trockener Lagerung.
  • Exakt dosierbare Futtermenge ermöglicht kontrollierte Rationsgestaltung.
  • Geringe Staubentwicklung im Vergleich zu Mehl- oder Sch