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Grünfink

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Tierart – Vögel > Singvögel – Finken & Ammern

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Chloris chloris (früher Carduelis chloris)
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Familie: Finken (Fringillidae)
  • Gattung: Chloris
  • Lebensraum: Gärten, Parks, Waldränder, Heckenlandschaften, Kulturland
  • Größe: 14–16 cm Körperlänge
  • Gewicht: 25–34 g
  • Lebenserwartung: 5–7 Jahre in freier Wildbahn, in Ausnahmefällen bis zu 13 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Grünfink, auch als Grünling bekannt, gehört zu den kräftiger gebauten Vertretern der Familie der Finken. Sein kompakter Körperbau, der relativ große Kopf und der kegelförmige, kräftige Schnabel verleihen ihm ein stämmiges Erscheinungsbild, das ihn von schlankeren Verwandten wie dem Stieglitz oder dem Girlitz unterscheidet.

Das Gefieder des Männchens zeigt zur Brutzeit ein leuchtendes Olivgrün bis Gelbgrün an Brust, Bauch und Rücken. Besonders auffällig sind die leuchtend gelben Felder an den Flügeln und den äußeren Schwanzfedern, die im Flug gut sichtbar werden. Der Bürzel schimmert gelblich-grün. Im Schlichtkleid wirken die Farben insgesamt etwas gedämpfter und bräunlicher.

Weibchen und Jungvögel sind deutlich matter gefärbt. Ihr Gefieder ist überwiegend graubraun mit einer schwachen grünlichen Tönung und zeigt eine feine, dunkle Strichelung an der Unterseite. Die gelben Flügelfelder sind weniger intensiv, aber dennoch als Erkennungsmerkmal vorhanden. Die Beine sind fleischfarben, die Augen dunkel. Der massive, hornfarbene Schnabel ist ein wichtiges Bestimmungsmerkmal und weist den Grünfink als Körnerfresser aus.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Grünfinks erstreckt sich über weite Teile Europas, Nordafrikas sowie Vorderasiens bis nach Zentralasien. In Europa zählt er zu den häufigsten Finkenvögeln. Durch gezielte oder unbeabsichtigte Einbürgerung wurde die Art zudem in Teilen Südamerikas, Australiens und Neuseelands heimisch.

Als Habitat bevorzugt der Grünfink halboffene Landschaften mit ausreichend Baumbestand und Gebüsch. Waldränder, Feldgehölze, Heckenlandschaften, Obstgärten und Friedhöfe bieten ihm ideale Bedingungen. In geschlossenen Wäldern fehlt er weitgehend. Besonders erfolgreich hat sich die Art als Kulturfolger etabliert: In Siedlungsgebieten besiedelt der Grünfink Gärten, Parks und Alleen und gehört dort zu den regelmäßigen Besuchern von Futterhäusern.

In Mitteleuropa ist der Grünfink überwiegend Standvogel oder Kurzstreckenzieher. Populationen aus nördlicheren und östlicheren Brutgebieten ziehen im Herbst in mildere Regionen nach Süd- und Westeuropa. Die Zugbewegungen sind dabei fakultativ und hängen stark von der Witterung und dem Nahrungsangebot ab.

Ernährung

Der Grünfink ist ein ausgeprägter Körnerfresser. Sein kräftiger Schnabel erlaubt es ihm, auch hartschalige Samen zu knacken, die für kleinere Finkenarten unzugänglich sind. Auf dem Speiseplan stehen Samen von Wildkräutern wie Löwenzahn, Hirtentäschel und Vogelmiere sowie Getreidekörner und Baumsamen – etwa von Hainbuche und Ulme.

Im Spätsommer und Herbst nimmt der Grünfink gerne Beeren und Früchte auf, darunter Hagebutten und die Früchte des Pfaffenhütchens. Sonnenblumenkerne gehören zu seinen bevorzugten Nahrungsquellen an Futterstellen. Während der Brutzeit ergänzen Insekten und deren Larven die Nahrung; sie spielen vor allem bei der Aufzucht der Nestlinge eine Rolle, da die Jungvögel in den ersten Lebenstagen proteinreiche Kost benötigen.

Verhalten & Lebensweise

Der Grünfink ist tagaktiv und gesellig. Außerhalb der Brutzeit bildet er oft Schwärme, die gemeinsam auf Nahrungssuche gehen und gemeinschaftlich in dichtem Gebüsch oder Hecken übernachten. Diese Schlafgemeinschaften können mehrere Dutzend Individuen umfassen und schließen gelegentlich auch andere Arten wie Haussperlinge oder Buchfinken ein.

Zur Brutzeit beanspruchen die Männchen ein Revier, das sie mit auffälligem Gesang verteidigen. Der Gesang besteht aus einer Reihe trillernder, nasal klingender Strophen, die oft mit einem langgezogenen, nasalen „Dschüüi" enden – ein Laut, der im Deutschen lautmalerisch als „Girlitzen" beschrieben wird. Während der Balz führen die Männchen einen auffälligen Schmetterlingsflug aus: Mit langsamen, weit ausholenden Flügelschlägen kreisen sie über ihrem Revier, um Weibchen anzulocken und Rivalen abzuschrecken.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit erstreckt sich von April bis August. Der Grünfink brütet in der Regel zwei-, manchmal dreimal pro Saison. Das Nest wird vom Weibchen errichtet und befindet sich bevorzugt in dichten Hecken, Sträuchern oder Nadelbäumen in einer Höhe von ein bis fünf Metern. Es handelt sich um einen napfförmigen Bau aus Grashalmen, Moos und Wurzeln, der mit Federn, Haaren und Pflanzenfasern ausgepolstert wird.

Das Gelege umfasst vier bis sechs Eier von weißlicher bis blass bläulicher Grundfarbe mit vereinzelten braunen oder rötlichen Flecken. Die Brutdauer beträgt 13 bis 14 Tage. Während das Weibchen allein brütet, versorgt das Männchen es mit Nahrung. Die Nestlinge werden von beiden Elternteilen gefüttert und verlassen nach etwa 14 bis 18 Tagen das Nest. Auch nach dem Ausfliegen werden die