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Grünspecht

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Tierart – Vögel > Spechte & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Picus viridis
  • Ordnung: Spechtvögel (Piciformes)
  • Familie: Spechte (Picidae)
  • Gattung: Picus
  • Lebensraum: Halboffene Landschaften, Streuobstwiesen, Parkanlagen, lichte Laubwälder
  • Größe: 30–36 cm (Körperlänge)
  • Spannweite: 40–42 cm
  • Gewicht: 150–220 g
  • Lebenserwartung: 5–7 Jahre in freier Wildbahn, in Ausnahmefällen bis zu 15 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Grünspecht ist einer der größten und auffälligsten Spechte Europas. Sein Gefieder zeigt eine durchgehend olivgrüne Oberseite, die an Rücken und Flügeldecken besonders intensiv gefärbt ist. Die Unterseite ist deutlich heller und variiert von blassgrün bis graugrün. Namensgebend ist die insgesamt grüne Grundfärbung, die den Vogel im Blätterdach gut tarnt – am Boden hingegen fällt er sofort auf.

Besonders markant ist die leuchtend rote Scheitelplatte, die sich vom Stirnansatz bis in den Nacken erstreckt. Die Gesichtspartie wird von einer schwarzen, maskenartig wirkenden Zeichnung um die Augen geprägt, dem sogenannten Zügelstreifen. Beim Männchen weist der Wangenfleck (Bartstreifen) einen roten Kern auf, der beim Weibchen fehlt – dies ist das zuverlässigste Unterscheidungsmerkmal der Geschlechter. Der kräftige, dolchartige Schnabel ist dunkelgrau bis schwärzlich und eignet sich sowohl zum Zimmern als auch zum Stochern in der Erde. Die Zunge des Grünspechts ist extrem lang – sie kann bis zu 10 cm über die Schnabelspitze hinausgestreckt werden und ist mit Widerhaken sowie einer klebrigen Substanz besetzt, die das Erbeuten von Insekten erleichtert.

Jungvögel unterscheiden sich deutlich von den Altvögeln: Ihr Gefieder ist insgesamt stärker gefleckt und gestreift, die rote Scheitelplatte weniger klar abgegrenzt. Der Bürzel leuchtet bei allen Altersklassen gelbgrün und ist im wellenförmigen Flug gut sichtbar.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Grünspechts erstreckt sich über weite Teile Europas – von der Iberischen Halbinsel und den Britischen Inseln im Westen bis nach Westsibirien und in den Iran im Osten. In Skandinavien erreicht er die südlichen Landesteile, fehlt jedoch in Island und den nördlichen Regionen Finnlands. In Mitteleuropa ist er ein verbreiteter Standvogel.

Sein bevorzugtes Habitat sind halboffene Landschaften mit einem Mosaik aus Baumbeständen und kurzrasigen Freiflächen. Streuobstwiesen stellen ein ideales Biotop dar, da sie alte Bäume mit Höhlen und gleichzeitig offene Grasflächen bieten. Ebenso besiedelt der Grünspecht Parkanlagen, Friedhöfe, Waldränder, Feldgehölze und lichte Laub- und Mischwälder. Dichte, geschlossene Nadelwälder meidet er weitgehend. In Mitteleuropa kommt er von der Ebene bis in Höhenlagen von etwa 1.000 Metern vor, in den Alpen lokal auch höher.

Im Gegensatz zu vielen anderen Vogelarten ist der Grünspecht ein ausgesprochener Standvogel und verbleibt auch im Winter in seinem Revier. Nur bei extremen Schneeverhältnissen kommt es gelegentlich zu kleinräumigen Ausweichbewegungen.

Ernährung

Der Grünspecht ist unter den europäischen Spechten der am stärksten auf Bodennahrung spezialisierte Vertreter. Seine Hauptnahrung besteht aus Ameisen und deren Puppen, insbesondere aus Arten der Gattungen Lasius und Formica. Er sucht seine Beute vorwiegend am Boden, indem er mit dem Schnabel in Ameisenbauten und lockeres Erdreich hackt und die Insekten mit seiner langen, klebrigen Zunge herausangelt.

Im Winter, wenn der Boden gefroren ist, gräbt er sich durch Schneedecken zu den Ameisennestern oder weicht auf alternative Nahrungsquellen aus. Dazu zählen andere Wirbellose, gelegentlich Beeren und selten auch Baumsaft. Die starke Abhängigkeit von Ameisen macht den Grünspecht anfällig gegenüber langanhaltenden Kälteperioden mit hoher Schneedecke, die zu erheblichen Bestandseinbrüchen führen können.

Verhalten & Lebensweise

Der Grünspecht ist tagaktiv und lebt außerhalb der Brutzeit einzelgängerisch. Sein Revier verteidigt er das gesamte Jahr über akustisch – durch seinen charakteristischen Ruf, ein lautes, lachendes „klü-klü-klü-klü", das weit trägt und ihm im Volksmund den Beinamen „Lachspecht" eingebracht hat. Im Gegensatz zu anderen Spechtarten trommelt der Grünspecht nur selten und leise an Bäumen; sein Gesang übernimmt die Funktion der Revierabgrenzung weitgehend.

Am Boden bewegt sich der Grünspecht hüpfend fort und wirkt dabei etwas unbeholfen. Sein Flug ist typisch für Spechte wellenförmig: Auf eine Serie schneller Flügelschläge folgt eine Gleitphase mit angelegten Flügeln, wodurch eine charakteristische Flugbahn entsteht. An Baumstämmen klettert er mit Hilfe seiner Kletterfüße (Zygodactylie – zwei Zehen nach vorn, zwei nach hinten) und stützt sich dabei auf die steifen Schwanzfedern, die als Stützschwanz fungieren.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz beginnt bereits im späten Winter, oft ab Februar, und ist durch die verstärkten Rufreihen beider Geschlechter gekennzeichnet. Grünspechte führen eine monogame Saisonehe, wobei sich dieselben Partner in aufeinanderfolgenden Jahren erneut zusammenfinden können.

Die Bruthöhle wird in weichholzige Laubbäume (häufig Weiden, Pappeln, Buchen)