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Häherkuckuck

H

Tierart – Vögel > Spechte & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Clamator glandarius
  • Ordnung: Kuckucksvögel (Cuculiformes)
  • Familie: Kuckucke (Cuculidae)
  • Gattung: Clamator
  • Lebensraum: Offene Landschaften mit Baumbestand, lichte Wälder, Olivenhaine, Korkeichenwälder
  • Größe: 35–40 cm (Körperlänge), Flügelspannweite ca. 55–65 cm
  • Gewicht: 120–180 g
  • Lebenserwartung: ca. 6–8 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Der Häherkuckuck ist ein mittelgroßer, schlank gebauter Vogel mit langem, abgestuftem Schwanz und einer auffälligen Federhaube am Hinterkopf. Das Gefieder der Oberseite zeigt ein rauchgraues bis bräunliches Grundmuster, das dicht mit weißen Flecken auf den Flügeldecken und Armdecken durchsetzt ist. Die Unterseite ist rahmweiß bis gelblich getönt. Der Schwanz ist oberseits dunkel graubraun mit weißen Endsäumen an den äußeren Steuerfedern. Im Flug wirkt der Häherkuckuck durch die langen, spitz zulaufenden Flügel und den langen Schwanz fast elsterartig.

Jungvögel unterscheiden sich deutlich von adulten Tieren: Ihre Haube ist weniger ausgeprägt, die Oberseite dunkler, und die Handschwingen zeigen einen auffälligen rostbraunen Ton. Dieses Merkmal kann zu Verwechslungen mit anderen Kuckucksarten führen. Der Schnabel ist kräftig, leicht gebogen und dunkel gefärbt. Die Augen sind bei adulten Vögeln rötlich bis orange, bei Jungvögeln eher graubraun. Die Beine sind relativ kurz und grau. Der Name „Häherkuckuck" leitet sich von der oberflächlichen Ähnlichkeit des Gefieders mit dem des Eichelhähers ab.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Häherkuckucks erstreckt sich über den Mittelmeerraum, Teile des Nahen Ostens und weite Bereiche Afrikas südlich der Sahara. In Europa brütet die Art vor allem auf der Iberischen Halbinsel, in Südfrankreich, Italien, Griechenland und der Türkei. Die europäischen Populationen sind Zugvögel, die den Winter im tropischen Afrika verbringen. In Afrika südlich der Sahara existieren zusätzlich Standvogelpopulationen.

Als Habitat bevorzugt der Häherkuckuck offene, warme Landschaften mit ausreichendem Baumbestand. Typische Biotope sind Dehesas (spanische Hutewälder), Olivenhaine, lichte Korkeichen- und Steineichenwälder sowie baumbestandene Steppenlandschaften. Die Art meidet dichte, geschlossene Wälder ebenso wie völlig baumfreie Gebiete. Entscheidend für die Habitatwahl ist das Vorkommen geeigneter Wirtsvögel für die Brutparasitierung.

In Mitteleuropa tritt der Häherkuckuck nur ausnahmsweise als seltener Irrgast auf. Einzelne Nachweise liegen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vor, wobei es sich überwiegend um Individuen handelt, die im Frühjahr über ihr eigentliches Brutgebiet hinaus nach Norden gelangt sind.

Ernährung

Der Häherkuckuck ernährt sich überwiegend von Insekten und deren Larven. Einen Schwerpunkt bilden dabei haarige Raupen, insbesondere die Raupen des Pinienprozessionsspinners (Thaumetopoea pityocampa), die von den meisten anderen Vogelarten wegen ihrer Brennhaare gemieden werden. Der Häherkuckuck besitzt eine verdickte Magenwand, die ihn gegen die reizenden Nesselhaare schützt. Daneben stehen Heuschrecken, Käfer, Grillen und andere Großinsekten auf dem Speiseplan. Gelegentlich werden auch kleine Eidechsen, Vogeleier und Früchte verzehrt.

Die Nahrungssuche erfolgt vorwiegend in Bäumen und Büschen, wo der Häherkuckuck geschickt durch das Geäst klettert. Am Boden bewegt er sich hüpfend fort und nimmt dort bodenbewohnende Insekten auf. Die Art ist tagaktiv und zeigt die höchste Aktivität in den Morgen- und Abendstunden.

Verhalten & Lebensweise

Der Häherkuckuck ist ein eher scheuer Vogel, der sich oft in der Deckung von Baumkronen aufhält. Sein Ruf ist ein lautes, raues, auf- und absteigendes „ki-ki-ki-ki", das vor allem während der Balzzeit häufig zu hören ist. Im Gegensatz zum bekannteren Kuckuck (Cuculus canorus) ruft der Häherkuckuck deutlich weniger melodisch.

Die europäischen Populationen treffen im März bis April in ihren Brutgebieten ein und ziehen ab August wieder nach Süden ab. Die Balz umfasst Verfolgungsflüge und die rituelle Futtergabe des Männchens an das Weibchen. Außerhalb der Brutzeit lebt die Art einzelgängerisch oder in lockeren Gruppen. Ein festes Revier wird nur während der Fortpflanzungsperiode verteidigt, wobei mehrere Paare in günstigen Habitaten relativ dicht beieinander brüten können.

Fortpflanzung & Aufzucht

Wie der verwandte Kuckuck ist der Häherkuckuck ein obligater Brutparasit – er baut kein eigenes Nest, sondern legt seine Eier in die Nester anderer Vogelarten. In Europa sind Elstern (Pica pica) und Nebelkrähen (Corvus cornix) die wichtigsten Wirtsvögel, in Afrika werden vor allem verschiedene Arten der Starlingsfamilie parasitiert. Das Weibchen legt in der Regel ein Ei pro Wirtsnest, gelegentlich auch zwei. Insgesamt kann ein Weibchen pro Saison 15 bis 25 Eier in verschiedene Nester verteilen.

Im Unterschied zum Kuckuck entfernt der junge Häherkuckuck die Eier oder Küken seiner Wirtseltern in der Regel nicht aus dem Nest. Er wächst gemeinsam mit den Wirtsküken auf, hat aber durch seine Größe und sein aggressiveres Bettelverhalten einen deutlichen Vorteil bei der Fütterung. Die Nestlingszeit beträgt etwa 16–18 Tage. Nach dem Au