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Hänfling

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Tierart – Vögel > Singvögel – Finken & Ammern

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Linaria cannabina
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Familie: Finken (Fringillidae)
  • Unterfamilie: Stieglitzartige (Carduelinae)
  • Gattung: Hänflinge (Linaria)
  • Lebensraum: Offene und halboffene Landschaften mit Hecken, Gebüschen und Brachflächen
  • Größe: 13–14 cm Körperlänge
  • Gewicht: 15–22 g
  • Lebenserwartung: 7–9 Jahre (in freier Wildbahn durchschnittlich 2–3 Jahre)

Aussehen & Merkmale

Der Hänfling, auch als Bluthänfling bezeichnet, ist ein zierlicher Finkenvogel mit einem vergleichsweise schlanken Körperbau. Das Gefieder zeigt einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus. Das Männchen im Prachtkleid trägt eine leuchtend karminrote Stirn und Brust, die ihm den Beinamen Bluthänfling eingebracht hat. Rücken und Schultern sind kastanienbraun gefärbt, die Flanken blass bräunlich-weiß. Der Schwanz ist gegabelt und zeigt an den äußeren Steuerfedern weiße Ränder, die im Flug gut erkennbar sind.

Das Weibchen ist insgesamt unscheinbarer gefärbt. Ihm fehlt das Rot an Brust und Stirn vollständig; stattdessen zeigt es eine bräunlich-beige Grundfärbung mit deutlicher dunkler Strichelung an Brust und Flanken. Jungvögel ähneln den Weibchen, sind jedoch stärker gestreift. Der kurze, kegelförmige Schnabel ist für einen Finkenvogel typisch und graubraun gefärbt. Die Beine sind dunkel fleischfarben.

Im Schlichtkleid nach der Herbstmauser verblasst das Rot der Männchen teilweise, da die frischen Federenden helle Säume tragen, die sich erst im Laufe des Winters abnutzen und die rote Färbung wieder freilegen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Hänflings erstreckt sich über weite Teile der westlichen Paläarktis. Er brütet von Westeuropa und Nordafrika über Kleinasien bis nach Zentralasien. In Mitteleuropa ist er ein weit verbreiteter Brutvogel, wobei die Populationen in den letzten Jahrzehnten regional deutlich zurückgegangen sind.

Als Habitat bevorzugt der Hänfling offene und halboffene Landschaften mit niedrigen Hecken, Dornbüschen und ausreichend Zugang zu samentragenden Wildkräutern. Typische Biotope sind extensiv genutzte Agrarlandschaften, Weinberge, Heidegebiete, Ruderalflächen, Bahndämme und Gärten am Siedlungsrand. Dichte Wälder meidet er ebenso wie geschlossene Innenstädte. In Gebirgsregionen brütet er bis in Höhenlagen von etwa 1.500 Metern, vereinzelt auch höher.

In Mitteleuropa ist der Hänfling ein Teilzieher. Nördliche und östliche Populationen ziehen im Herbst in mildere Gebiete nach Südwesteuropa oder Nordafrika, während Vögel in klimatisch begünstigten Regionen ganzjährig im Brutgebiet verbleiben. Die Zugbewegungen finden meist zwischen September und November sowie im März und April statt.

Ernährung

Der Hänfling ist ein ausgesprochener Körnerfresser mit einer starken Spezialisierung auf Samen von Wildkräutern. Zu seinen bevorzugten Nahrungspflanzen gehören Beifuß, Löwenzahn, Hirtentäschel, Vogelmiere, Knöterich, Melde und – namengebend für die frühere wissenschaftliche Bezeichnung Carduelis cannabina – Hanf. Auch Samen von Disteln, Wegerich und Kreuzblütlern werden regelmäßig aufgenommen.

Die Nahrungssuche findet überwiegend am Boden oder an niedrigen Pflanzen statt. In der Brutzeit ergänzen die Altvögel die pflanzliche Kost gelegentlich durch kleine Insekten und deren Larven, die als Eiweißquelle vor allem für die Nestlinge von Bedeutung sind. Im Herbst und Winter bilden sich oft größere Trupps, die gemeinsam auf Brachflächen und Stoppelfeldern nach Nahrung suchen.

Verhalten & Lebensweise

Der Hänfling ist tagaktiv und gesellig. Außerhalb der Brutzeit schließt er sich häufig zu Schwärmen zusammen, die mehrere Dutzend bis einige Hundert Individuen umfassen können. Diese Trupps bestehen nicht selten aus gemischten Gruppen mit anderen Finkenvögeln wie Stieglitzen, Girlitzen oder Grünfinken.

Das Männchen verfügt über einen melodischen, abwechslungsreichen Gesang, der aus schnellen Strophen mit zwitschernden, trillernden und nasalen Elementen besteht. Der Gesang wird meist von einer exponierten Singwarte aus vorgetragen – etwa der Spitze eines Busches oder Zaunpfahls. Dieser wohlklingende Gesang war historisch der Grund dafür, dass Hänflinge über Jahrhunderte als Käfigvögel gehalten wurden.

Während der Brutzeit verteidigen die Männchen ein kleines Revier um den Nistplatz, sind aber weniger territorial als viele andere Singvögel. Nicht selten brüten mehrere Paare in lockeren Kolonien beieinander, wobei die Nester nur wenige Meter voneinander entfernt sein können.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz beginnt in Mitteleuropa ab März. Das Männchen wirbt mit gespreiztem Gefieder, gesträubter roter Brust und intensivem Gesang um das Weibchen. Das Nest wird fast ausschließlich vom Weibchen errichtet, bevorzugt in dichten Hecken, Dornbüschen oder niedrigen Koniferen in einer Höhe von 0,5 bis 3 Metern. Es besteht aus feinen Grashalmen, Wurzeln und Pflanzenfasern und wird innen mit Tierhaaren, Pflanzenwolle und Federn ausgepolstert.

Das Gelege umfasst vier bis sechs bläulich-weiße Eier mit feinen rotbraunen Fl