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Haubenmeise

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Tierart – Vögel > Singvögel – Meisen & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Lophophanes cristatus (früher Parus cristatus)
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Familie: Meisen (Paridae)
  • Gattung: Lophophanes
  • Lebensraum: Nadel- und Mischwälder, bevorzugt Fichtenbestände
  • Größe: 11–12 cm Körperlänge
  • Gewicht: 10–13 g
  • Lebenserwartung: 2–3 Jahre in freier Wildbahn, in Einzelfällen bis 5 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Haubenmeise ist unter den europäischen Meisen unverwechselbar – vor allem durch ihre namensgebende, spitz aufgerichtete Federhaube. Diese schwarz-weiß gescheckte Haube besteht aus verlängerten Scheitelfedern, die je nach Stimmung des Vogels aufgestellt oder angelegt werden. Kein anderer einheimischer Meisenvertreter besitzt ein vergleichbares Kopfschmuckmerkmal.

Das übrige Gefieder ist eher unscheinbar gefärbt. Die Oberseite zeigt ein warmes Graubraun, die Unterseite ist rahmweiß bis blass gelblich getönt. Am Kopf fallen neben der Haube ein halbmondförmiger schwarzer Kehlfleck und ein schwarzer Augenstreif auf, der sich bis in den Nacken zieht. Die Wangen sind weiß. Der kurze, kräftige Schnabel ist typisch für Meisen und eignet sich gleichermaßen zum Aufhämmern von Sämereien wie zum Ergreifen kleiner Insekten. Die Beine sind grau und mit kräftigen Krallen versehen, die das für Meisen charakteristische Klettern an Ästen und Stämmen erlauben.

Ein Geschlechtsdimorphismus ist bei der Haubenmeise kaum ausgeprägt. Weibchen tragen eine tendenziell etwas kürzere Haube, doch im Feld ist diese Unterscheidung selten zuverlässig möglich. Jungvögel ähneln nach der Mauser weitgehend den Altvögeln, wirken jedoch insgesamt etwas matter gefärbt.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Haubenmeise erstreckt sich über weite Teile der westlichen und mittleren Paläarktis. Die Art kommt von der Iberischen Halbinsel und Skandinavien über Mitteleuropa bis nach Westsibirien vor. In Großbritannien beschränkt sich das Vorkommen auf die schottischen Kiefernwälder (Caledonian Forest). In Nordafrika und auf Island fehlt die Art gänzlich.

Als Habitat bevorzugt die Haubenmeise Nadelwälder, insbesondere Fichten-, Kiefern- und Tannenbestände. Auch in Mischwäldern mit hohem Nadelholzanteil ist sie regelmäßig anzutreffen. Reine Laubwälder werden dagegen gemieden. Innerhalb ihres Biotops hält sie sich vorwiegend in den mittleren und oberen Kronenbereichen auf. In Mitteleuropa besiedelt sie Waldgebiete von der Ebene bis in die subalpine Stufe auf rund 1.800 Metern Höhe. Parks und Gärten mit altem Nadelbaumbestand werden gelegentlich als Lebensraum genutzt – an Futterhäusern erscheint sie jedoch deutlich seltener als etwa Kohl- oder Blaumeise.

Die Haubenmeise ist ein ausgesprochener Standvogel. Auch in strengen Wintern verlässt sie ihr Revier in der Regel nicht, sondern nutzt angelegte Nahrungsdepots. Vertikale Wanderungen in tiefere Lagen kommen vereinzelt vor, echte Zugbewegungen sind für diese Art nicht dokumentiert.

Ernährung

Die Haubenmeise ernährt sich von Insekten, Spinnen und deren Larven sowie von Samen und kleinen Früchten. Im Sommer überwiegt tierische Kost: Blattläuse, Raupen, Käfer und Spinnen werden von Nadeln, Zweigen und unter Rindenstücken abgesammelt. Im Herbst und Winter bilden Nadelholzsamen – vor allem von Fichten und Kiefern – die Hauptnahrungsquelle.

Eine für die Art typische Verhaltensweise ist das systematische Anlegen von Nahrungsvorräten. Ab dem Spätsommer versteckt die Haubenmeise Samen und Insekten in Rindenritzen, Flechtenpolstern und zwischen Nadeln. Dieses Horten – in der Verhaltensforschung als „Caching" bezeichnet – dient der Überbrückung nahrungsarmer Wintermonate. Das räumliche Erinnerungsvermögen der Haubenmeise ist entsprechend gut ausgeprägt: Verstecke werden auch nach Wochen noch zielgenau wiedergefunden.

Verhalten & Lebensweise

Die Haubenmeise ist tagaktiv und verbringt den Großteil des Tages mit der Nahrungssuche. Dabei bewegt sie sich rastlos durch die Baumkronen, häufig kopfüber an dünnen Zweigen hängend. Ihr Ruf ist ein hohes, leicht nasal klingendes „zi-zi-gürrr", das im Nadelwald gut zu hören ist und oft den ersten Hinweis auf ihre Anwesenheit gibt. Der Gesang ist eine schnelle, etwas monotone Wiederholung dieses Rufmusters und dient der Reviermarkierung.

Außerhalb der Brutzeit schließt sich die Haubenmeise regelmäßig gemischten Meisentrupps an, in denen auch Tannenmeisen, Goldhähnchen und Baumläufer vertreten sind. Diese Schwarmbildung erhöht die Effizienz bei der Nahrungssuche und bietet besseren Schutz vor Prädatoren wie dem Sperber. Die Reviergröße eines Brutpaares umfasst je nach Waldqualität zwischen 2 und 10 Hektar.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz beginnt bereits im Februar mit intensiviertem Gesang und gegenseitiger Gefiederpflege der Partner. Die Haubenmeise brütet in Baumhöhlen, bevorzugt in morschen Stümpfen oder aufgeplatzten Stammpartien von Nadelbäumen. Im Gegensatz zu Kohl- und Blaumeise nimmt sie nur selten Nistkästen an. Häufig erweitert das Weibchen eine bestehende Höhlung selbst, indem es weiches, morsches Holz herausarbeitet – ein unter Meisen eher seltenes Verhalten.

Das Gelege umfasst 5–8 weiße, rotbraun ge