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Haut

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Anatomie & Körperbau > Körperbau – allgemein

Definition & Überblick

Die Haut (lat. Cutis, griech. Derma) ist das größte Organ des tierischen Körpers. Sie bildet die äußere Begrenzung des Organismus und umhüllt ihn als zusammenhängende, elastische Schicht vollständig. Je nach Tierart, Körpergröße und Rasse macht die Haut zwischen 12 und 24 Prozent des Gesamtkörpergewichts aus. Beim Hund beispielsweise erreicht sie eine Fläche von bis zu 1 m², beim Pferd bis zu 5 m² und beim Rind bis zu 6 m². Gemeinsam mit ihren Anhangsgebilden – Haaren, Federn, Schuppen, Krallen, Hufen, Klauen und verschiedenen Drüsen – bildet die Haut das sogenannte Integumentum commune (gemeinsame Körperdecke). Sie stellt die erste physische Barriere zwischen dem Organismus und seiner Umwelt dar und erfüllt dabei eine Vielzahl lebenswichtiger Funktionen.

Aufbau & Struktur

Die Haut besteht histologisch aus drei Hauptschichten, die funktionell eng miteinander verzahnt sind:

  • Epidermis (Oberhaut): Die äußerste Schicht besteht aus mehrschichtigem, verhorntem Plattenepithel. Sie wird in fünf Schichten unterteilt: Stratum basale (Basalschicht), Stratum spinosum (Stachelzellschicht), Stratum granulosum (Körnerschicht), Stratum lucidum (Glanzschicht, nur an unbehaarten Stellen ausgeprägt) und Stratum corneum (Hornschicht). In der Basalschicht befinden sich teilungsaktive Keratinozyten sowie Melanozyten, die das Pigment Melanin produzieren. Langerhans-Zellen übernehmen als dendritische Zellen immunologische Aufgaben. Die Epidermis erneuert sich beim Hund etwa alle 21 Tage vollständig.
  • Dermis (Lederhaut, Corium): Diese bindegewebige Schicht verleiht der Haut ihre mechanische Festigkeit und Elastizität. Sie gliedert sich in das lockere Stratum papillare (Papillarschicht) mit zahlreichen Blutkapillaren, Nervenendigungen und Tastkörperchen sowie das dichtere Stratum reticulare (Netzschicht) mit kräftigen Kollagen- und elastischen Fasern. In der Dermis liegen die Haarfollikel, Talg- und Schweißdrüsen sowie sensorische Rezeptoren.
  • Subcutis (Unterhaut, Hypodermis): Die tiefste Schicht besteht vorwiegend aus lockerem Bindegewebe und Fettgewebe (Panniculus adiposus). Sie dient als Energiespeicher, Wärmeisolator und mechanischer Stoßdämpfer. In der Subcutis verläuft der Musculus cutaneus (Hautmuskel), der vielen Tieren das charakteristische Hautzucken ermöglicht – etwa zur Abwehr von Insekten beim Pferd.

Funktion

Die Haut erfüllt als multifunktionales Organ eine Reihe zentraler Aufgaben:

  • Schutzfunktion: Die Hornschicht bildet eine mechanische Barriere gegen Druck, Reibung und Verletzungen. Der Hydrolipidfilm der Hautoberfläche schützt vor dem Eindringen von Mikroorganismen und chemischen Noxen.
  • Thermoregulation: Über die Durchblutungsregulation der dermalen Gefäße sowie über die Verdunstung von Schweiß oder Hecheln steuert die Haut die Körpertemperatur. Bei Kälte verengen sich die Hautgefäße (Vasokonstriktion), bei Wärme erweitern sie sich (Vasodilatation).
  • Sinnesorgan: Freie Nervenendigungen, Merkel-Zellen, Meissner-Tastkörperchen und Vater-Pacini-Lamellenkörperchen registrieren Berührung, Druck, Vibration, Temperatur und Schmerz.
  • Immunabwehr: Die Haut beherbergt ein eigenes Immunsystem – das SALT (Skin-Associated Lymphoid Tissue) – mit Langerhans-Zellen, T-Lymphozyten und Mastzellen.
  • Stoffwechselfunktion: In der Epidermis wird unter UV-Einwirkung Vitamin-D-Vorstufen synthetisiert. Die Subcutis speichert Fett als Energiereserve.
  • Kommunikation: Hautdrüsen produzieren Pheromone und Duftstoffe, die bei der innerartlichen Verständigung eine Rolle spielen.

Unterschiede zwischen Tierarten

Die Haut variiert zwischen den Tierarten erheblich in Dicke, Beschaffenheit und Anhangsgebilden. Beim Hund ist sie relativ dünn (0,5–5 mm, je nach Körperregion) und reich an Haarfollikeln mit zusammengesetzten Follikeln, bei denen mehrere Haare aus einer gemeinsamen Follikelöffnung austreten. Die Katze besitzt eine besonders dünne, verschiebliche Haut mit dichtem Haarkleid. Beim Pferd ist die Haut deutlich dicker und enthält zahlreiche Schweißdrüsen vom ekrinen Typ, was die ausgeprägte Schweißsekretion dieses Tieres ermöglicht – eine Besonderheit unter den Haussäugetieren. Schweine besitzen eine vergleichsweise dicke Epidermis und spärliche Behaarung; ihre Haut ähnelt histologisch derjenigen des Menschen, weshalb Schweinehaut in der humanmedizinischen Forschung als Modell dient. Beim Geflügel ist die Haut sehr dünn und anstatt Haaren bildet sie Federn aus; zudem fehlen Schweißdrüsen vollständig. Reptilien verfügen über eine stark verhornte Epidermis, die periodisch als Ganzes abgestoßen wird (Häutung, Ecdysis).

Besonderheiten

An bestimmten Körperstellen weist die Haut spezialisierte Strukturen auf. Am Nasenspiegel (Planum nasale) von Hund und Katze ist die Oberfläche pigmentiert, haarlos und reich an sensorischen Rezeptoren. Das Ballenhorn (