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Hufgeschwür

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Definition & Überblick

Ein Hufgeschwür (auch Hufabszess genannt, lat. Pododermatitis septica circumscripta) ist eine lokale, eitrige Entzündung der Huflederhaut beim Pferd. Es handelt sich um eine der häufigsten Ursachen für plötzlich auftretende, hochgradige Lahmheit bei Equiden. Dabei sammelt sich Eiter zwischen der Huflederhaut und dem Hufhorn an, was durch den enormen Druck im unnachgiebigen Hornschuh zu starken Schmerzen führt.

Betroffen sind Pferde aller Rassen, Altersgruppen und Haltungsformen – vom Hochleistungssportpferd bis zum Freizeitpferd auf der Weide. Obwohl ein Hufgeschwür in den meisten Fällen gut behandelbar ist und keine bleibenden Schäden hinterlässt, erfordert es konsequentes Handeln. Ohne sachgerechte Versorgung kann die Infektion auf tiefere Strukturen wie das Hufbein, die Hufgelenkkapsel oder die Beugesehnen übergreifen und schwerwiegende Komplikationen nach sich ziehen.

Ursachen & Risikofaktoren

Die Entstehung eines Hufgeschwürs beginnt in der Regel mit dem Eindringen von Bakterien in die Huflederhaut. Die Erreger – häufig Fusobacterium necrophorum oder andere anaerobe Keime – gelangen über verschiedene Wege ins Hufinnere:

  • Feuchtigkeit und wechselnde Bodenverhältnisse: Dauerhaft nasse Einstreu, schlammige Paddocks oder ein häufiger Wechsel zwischen nassem und trockenem Untergrund weichen das Hufhorn auf. Mikroskopische Risse in der weißen Linie (Zona alba) oder der Hufsohle ermöglichen Keimen den Eintritt.
  • Fremdkörperverletzungen: Steine, Nägel, Dornen oder spitze Gegenstände können die Hufsohle oder den Strahl penetrieren und Bakterien direkt in die Tiefe verschleppen.
  • Hufbearbeitungsfehler: Zu kurz geschnittene Sohlen, vernagelter Hufbeschlag oder unregelmäßige Hufpflege schwächen die natürliche Barrierefunktion des Hufhorns.
  • Vorerkrankungen des Hufs: Huflederhautentzündungen (Pododermatitis), Hufrehe, lose Wände und Hornspalten begünstigen die Abszessbildung erheblich.
  • Stoffwechselerkrankungen: Pferde mit Equinem Metabolischem Syndrom (EMS) oder Cushing-Syndrom (PPID) zeigen eine erhöhte Anfälligkeit für wiederkehrende Hufgeschwüre, da die Durchblutung und Hornqualität beeinträchtigt sein können.

Saisonale Häufungen treten besonders im Herbst und Frühjahr auf, wenn feuchte Witterungsbedingungen und Temperaturschwankungen die Hufhornqualität negativ beeinflussen.

Symptome & Erkennung

Das klinische Bild eines Hufgeschwürs ist in vielen Fällen charakteristisch und für erfahrene Pferdehalter gut erkennbar:

  • Plötzliche, hochgradige Lahmheit: Das Pferd belastet die betroffene Gliedmaße kaum oder gar nicht. Die Lahmheit tritt oft innerhalb weniger Stunden auf und wird gelegentlich mit einer Fraktur verwechselt.
  • Verstärkte Pulsation der Mittelfußarterie: An der betroffenen Gliedmaße ist eine deutlich fühlbare, kräftige digitale Pulsation (sog. pochender Puls) tastbar.
  • Vermehrte Wärme: Der betroffene Huf fühlt sich im Vergleich zu den übrigen Hufen wärmer an.
  • Schmerzhaftigkeit bei Druck: Gezielte Druckausübung auf die Hufsohle mit einer Hufuntersuchungszange löst eine deutliche Schmerzreaktion aus.
  • Entlastungshaltung: Das Pferd stellt die betroffene Gliedmaße vor oder zeigt häufiges Gewichtsverlagern.

In fortgeschrittenen Fällen kann der Abszess nach oben entlang der Hornwand wandern und am Kronsaum durchbrechen. Man spricht dann von einem Kronrandabszess. Diese Durchbruchstelle zeigt sich als schmerzhafte Schwellung mit anschließendem Eiterabfluss am Übergang zwischen Haut und Horn.

Diagnose

Die Diagnosestellung erfolgt in der Regel durch den Tierarzt oder einen erfahrenen Hufschmied anhand einer systematischen Lahmheitsuntersuchung:

  • Klinische Untersuchung: Adspektion (Betrachtung) und Palpation (Abtasten) des Hufs, Beurteilung von Wärme, Pulsation und Schwellungen am Kronsaum.
  • Hufuntersuchungszange: Mit diesem Spezialinstrument wird gezielt Druck auf verschiedene Sohlenbereiche ausgeübt. Ein punktueller, reproduzierbarer Schmerz weist auf die Lokalisation des Abszesses hin.
  • Sohlenuntersuchung mit Hufmesser: Durch vorsichtiges Abtragen der Sohlenschichten kann der Tierarzt verfärbtes, unterminertes Horn identifizieren und den Abszess lokalisieren. Dunkle Verfärbungen und weiche Hornbereiche deuten auf den Entzündungsherd hin.
  • Röntgenuntersuchung: Bei Verdacht auf tiefgreifende Infektionen, Beteiligung des Hufbeins (Osteitis) oder bei unklarer Diagnose wird eine Röntgenaufnahme angefertigt. Gaseinschlüsse im Hufinneren können auf einen Abszess hinweisen. Gleichzeitig dient die Bildgebung dem Ausschluss von Frakturen oder Hufrehe.

Die Differenzialdiagnose umfasst unter anderem Huflederhautquetschungen (Steingallen), Hufrehe, Hufbeinfrakturen, Nageltritt mit Gelenkbeteiligung und Hufknorpelverknöcherung.

Behandlung & Therapie

Das Grundprinzip der Behandlung lautet: Eiter muss abfließen können. Der Abszess m