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Kaiseradler

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Tierart – Vögel > Greifvögel

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Aquila heliaca
  • Ordnung: Greifvögel (Accipitriformes)
  • Familie: Habichtartige (Accipitridae)
  • Gattung: Echte Adler (Aquila)
  • Lebensraum: Offene bis halboffene Landschaften, Waldsteppen, Kulturland mit Baumbestand
  • Größe: 72–84 cm Körperlänge, Flügelspannweite 180–215 cm
  • Gewicht: 2,5–4,5 kg (Männchen leichter als Weibchen)
  • Lebenserwartung: 20–25 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis über 40 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Kaiseradler ist ein großer, kräftig gebauter Greifvogel mit breiten, langen Flügeln und einem relativ kurzen, leicht gerundeten Schwanz. Das Gefieder adulter Vögel ist überwiegend dunkelbraun bis schwarzbraun gefärbt. Auffällig sind die hellcremeweißen bis goldgelben Schulterflecken – sogenannte Epauletten –, die im Flug und im Sitzen gut sichtbar sind und ein sicheres Bestimmungsmerkmal darstellen. Der Hinterkopf und Nacken weisen oft einen goldgelben Ton auf, der an den verwandten Steinadler (Aquila chrysaetos) erinnert, jedoch weniger ausgeprägt ist.

Jungvögel unterscheiden sich deutlich von den Altvögeln. Ihr Gefieder ist insgesamt heller, sandbraun bis gelbbraun, und zeigt eine markante Längsstreifung auf Brust und Bauch. Die typischen weißen Schulterflecken fehlen noch; sie entwickeln sich erst über mehrere Mauserzyklen hinweg, sodass die volle Adultfärbung erst im fünften oder sechsten Lebensjahr erreicht wird.

Der Schnabel ist dunkel mit gelblicher Wachshaut an der Basis. Die Fänge sind kräftig und gelb gefärbt, die Krallen lang und gebogen. Im Flug wirkt der Kaiseradler wuchtiger als der Schreiadler (Clanga pomarina), aber etwas kompakter als der Steinadler. Die Flügel werden beim Gleiten flach bis leicht gesenkt gehalten, was ihn von anderen Adlerarten unterscheidet.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Östlichen Kaiseradlers – so die vollständige deutsche Bezeichnung zur Abgrenzung vom Spanischen Kaiseradler (Aquila adalberti) – erstreckt sich von Südosteuropa über Zentralasien bis in die Mongolei und nach Nordchina. In Europa bilden Ungarn, die Slowakei, Rumänien, Bulgarien, Serbien und die Türkei die Schwerpunkte des Brutvorkommens. Österreich beherbergt seit 2009 wieder einzelne Brutpaare, vor allem im Grenzgebiet zu Ungarn und der Slowakei.

Als Habitat bevorzugt der Kaiseradler offene bis halboffene Landschaften. Typische Biotope sind Waldsteppen, extensiv genutzte Kulturlandschaften, Flussauen und Ebenen mit eingestreuten Baumgruppen oder Waldrändern. Dichte, geschlossene Wälder meidet er. Entscheidend für die Ansiedlung ist das Vorhandensein geeigneter Horstbäume – meist alte, freistehende Eichen, Pappeln oder Kiefern – sowie ein ausreichendes Nahrungsangebot im Umfeld.

Die nördlicheren und östlicheren Populationen sind Zugvögel oder Teilzieher, die im Winter in den Nahen Osten, nach Nordostafrika oder auf die Arabische Halbinsel ausweichen. Südosteuropäische Populationen verbleiben dagegen häufig ganzjährig im Brutgebiet oder ziehen nur über kurze Distanzen.

Ernährung

Der Kaiseradler ist ein opportunistischer Jäger mit einem breiten Nahrungsspektrum. Zu seinen Hauptbeutetieren zählen Ziesel, Hamster, Feldhasen und andere mittelgroße Säugetiere. Daneben erbeutet er Vögel bis zur Größe von Fasanen und Krähen sowie Reptilien. Gelegentlich frisst er auch Aas, besonders im Winter, wenn lebende Beute knapper ist.

Die Jagd erfolgt überwiegend von einer erhöhten Ansitzwarte aus – Bäume, Masten oder Heuballen dienen als Ausgangspunkt. Von dort stößt der Adler im Gleitflug herab. Seltener jagt er im aktiven Suchflug in geringer Höhe über offenem Gelände. In Gebieten mit hoher Zieseldichte kann diese Art mehr als die Hälfte der gesamten Nahrung ausmachen, was den Kaiseradler eng an steppenartige Lebensräume mit intakten Populationen grabender Nagetiere bindet.

Verhalten & Lebensweise

Kaiseradler sind tagaktive Vögel, die ihr Revier ganzjährig verteidigen, sofern sie als Standvögel im Brutgebiet verbleiben. Die Reviergröße variiert je nach Nahrungsangebot zwischen 50 und 200 Quadratkilometern. Innerhalb des Reviers nutzen die Paare mehrere Horstbäume, die abwechselnd besetzt werden.

Die Balz beginnt bereits im Spätwinter, oft ab Februar, und umfasst gemeinsame Girlandenflüge, bei denen beide Partner in wellenförmigen Bahnen nebeneinander fliegen, sowie Sturzflüge und synchrones Kreisen. Die Paarbindung ist in der Regel lebenslang. Außerhalb der Brutzeit sind Kaiseradler weniger territorial; an ergiebigen Nahrungsquellen oder Aasplätzen können sich mehrere Individuen versammeln, ohne dass es zu ernsthaften Auseinandersetzungen kommt.

Fortpflanzung & Aufzucht

Der Horst wird aus Ästen und Zweigen errichtet und befindet sich meist in der Krone eines großen, freistehenden Baumes, in Höhen zwischen 10 und 25 Metern. Über die Jahre wächst der Horst durch regelmäßiges Aufstocken beträchtlich an und kann einen Durchmesser von über einem Meter erreichen.

Das Weibchen legt im März oder April in der Regel zwei bis drei Eier, die es über einen Zeitraum von etwa 43 Tagen bebrütet. Das Männchen beteiligt sich gelegentlich am Brüten,