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Karmingimpel

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Tierart – Vögel > Singvögel – Finken & Ammern

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Carpodacus erythrinus
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Familie: Finken (Fringillidae)
  • Gattung: Karmingimpel (Carpodacus)
  • Lebensraum: Gebüschreiche Feuchtgebiete, Flussauen, Waldränder, Heckenlandschaften
  • Größe: 13–15 cm
  • Gewicht: 19–27 g
  • Lebenserwartung: ca. 5–8 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Karmingimpel ist ein kompakt gebauter Finkenvogel von der Größe eines Haussperlings. Das auffälligste Merkmal ist der ausgeprägte Geschlechtsdimorphismus: Adulte Männchen tragen ab dem zweiten oder dritten Lebensjahr ein intensives karminrotes Gefieder an Kopf, Brust und Bürzel. Der Rücken zeigt ein bräunliches Rot mit dunkleren Federschaftstrichen. Weibchen und junge Männchen sind dagegen unauffällig olivbraun bis graubraun gefärbt und weisen eine dichte, feine Strichelung an Brust und Flanken auf. Beide Geschlechter besitzen einen kräftigen, kegelförmigen Schnabel, der typisch für samenfressende Finken ist und eine hornbraune bis graubraune Färbung aufweist.

Die Augen sind dunkelbraun, die Beine fleischfarben bis bräunlich. Im Flug fallen zwei undeutliche helle Flügelbinden auf den ansonsten dunkelbraunen Flügeln auf. Der Schwanz ist leicht gegabelt. Insgesamt wirkt der Karmingimpel rundlich mit einem vergleichsweise großen Kopf und einem eher kurzen Schwanz.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Karmingimpels erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis. Das Brutareal reicht von Mitteleuropa über Skandinavien, das Baltikum und Osteuropa bis weit nach Sibirien und Zentralasien hinein. In den vergangenen Jahrzehnten hat die Art ihr Areal deutlich nach Westen ausgedehnt. Seit den 1930er-Jahren brütet der Karmingimpel regelmäßig im Baltikum, seit den 1960er-Jahren auch in Skandinavien und vereinzelt in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In Deutschland sind die Brutbestände allerdings klein und schwankend, mit Schwerpunkten an der Ostseeküste, in Mecklenburg-Vorpommern und in Brandenburg.

Als Habitat bevorzugt der Karmingimpel dichte, feuchte Gebüschlandschaften in der Nähe von Gewässern. Flussauen, Ufergebüsche an Seen und Teichen, feuchte Wiesen mit Weidenbeständen, verwilderte Gärten und buschreiche Waldränder bilden typische Biotope. Die Art besiedelt überwiegend das Tiefland, kommt in Asien aber auch in Gebirgsregionen bis über 3.000 Meter Höhe vor.

Der Karmingimpel ist ein ausgeprägter Langstreckenzieher. Die europäischen Populationen überwintern auf dem indischen Subkontinent, vor allem in Nordindien und Nepal. Die Zugzeit beginnt bereits im August, und die Vögel kehren erst spät im Mai oder Anfang Juni in die Brutgebiete zurück – eine der kürzesten Anwesenheitszeiten aller europäischen Brutvögel.

Ernährung

Die Nahrung des Karmingimpels besteht vorwiegend aus pflanzlicher Kost. Samen, Knospen, Blüten und junge Triebe verschiedener Kräuter, Sträucher und Bäume bilden die Hauptnahrung. Bevorzugt werden Samen von Gräsern, Brennnesseln, Wegericharten und Mädesüß. Im Frühsommer ergänzen frische Blütenknospen von Weiden und Obstbäumen den Speiseplan. Während der Jungenaufzucht steigt der Anteil tierischer Nahrung: Die Nestlinge werden teilweise mit Insekten und deren Larven gefüttert, die den notwendigen Proteinbedarf für das schnelle Wachstum decken.

Die Nahrungssuche findet überwiegend in der Kraut- und Strauchschicht statt. Der kräftige Schnabel ermöglicht es dem Karmingimpel, auch härtere Samenschalen aufzuknacken. Die Vögel fressen häufig direkt an den Fruchtständen der Pflanzen, wobei sie sich geschickt an dünnen Halmen und Stängeln festklammern.

Verhalten & Lebensweise

Der Karmingimpel ist tagaktiv und zeigt sich während der Brutzeit als wenig scheuer Vogel, der auch die Nähe menschlicher Siedlungen nicht meidet. Das Männchen singt ausdauernd von exponierten Warten aus – bevorzugt von Buschspitzen, Zaunpfählen oder niedrigen Baumkronen. Der Gesang ist ein klares, flötendes, zweisilbiges Motiv, das im Deutschen oft mit „tiu-tiu-liu" oder „pleased to meet you" umschrieben wird. Dieser Gesang ist einer der einprägsamsten unter den europäischen Finkenvögeln und dient sowohl der Reviermarkierung als auch der Anlockung eines Weibchens.

Außerhalb der Brutzeit leben Karmingimpel gesellig und schließen sich zu kleinen Trupps zusammen, die gemeinsam auf Nahrungssuche gehen. Auf dem Zug können sich diese Gruppen zu größeren Schwärmen vereinigen. Die Reviere während der Brutzeit sind vergleichsweise klein und werden nur locker verteidigt. Gelegentlich brüten mehrere Paare in lockeren Nachbarschaften, was auf eine gewisse Kolonietendenz hindeutet.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz beginnt unmittelbar nach der Ankunft im Brutgebiet, meist Ende Mai oder Anfang Juni. Das Männchen umwirbt das Weibchen mit intensivem Gesang und einem auffälligen Balzflug, bei dem es mit gesträubtem Gefieder und gespreiztem Schwanz um das Weibchen flattert. Junge Männchen im schlichten Weibchenkleid können ebenfalls erfolgreich brüten, haben gegenüber ausgefärbten Rivalen jedoch einen Nachteil bei der Partnerwahl.

Das Nest wird vom Weibchen allein errichtet. Es ist ein lockerer, napfförmiger Bau aus Grashalmen, Pflanzenstängeln und feinen Würzelchen, der mit Haaren und weichem