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Karthäuser

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Steckbrief

  • Herkunft: Frankreich
  • Rassestandard: FIFé (Fédération Internationale Féline), CFA, TICA – Rasse: Chartreux
  • Größe: Mittelgroß bis groß; Schulterhöhe ca. 28–32 cm
  • Gewicht: Katze 3,5–5 kg, Kater 6–7,5 kg
  • Lebenserwartung: 12–18 Jahre
  • Fell/Farben: Kurzes, dichtes Doppelfell mit stark ausgeprägter Unterwolle; ausschließlich blaugrau in allen Schattierungen, von hellem Aschgrau bis zu dunklem Schieferblau. Keine Abzeichen, kein Tabby-Muster beim erwachsenen Tier.

Herkunft & Geschichte

Die Karthäuser – international als Chartreux bekannt – zählt zu den ältesten europäischen Katzenrassen. Ihre Abstammung ist von Legenden umrankt. Eine weit verbreitete Erzählung besagt, dass Kreuzritter im 13. Jahrhundert blaugraue Katzen aus dem Vorderen Orient mit nach Frankreich brachten und diese in Karthäuserklöstern gepflegt wurden. Historisch belegbar ist die Rasse allerdings erst ab dem 16. Jahrhundert: Der französische Naturforscher Georges-Louis Leclerc de Buffon beschrieb sie im 18. Jahrhundert als eigenständigen Katzentyp mit auffällig dichtem, wolligem Fell.

Die gezielte Zucht begann in den 1920er-Jahren durch die Schwestern Christine und Suzanne Léger auf der bretonischen Insel Belle-Île-en-Mer, wo eine halbwilde Kolonie blauer Katzen lebte. Während des Zweiten Weltkriegs schrumpfte der Bestand dramatisch. Um die Rasse zu erhalten, wurden zeitweise Kreuzungen mit Britisch Kurzhaar in Blau vorgenommen – ein Umstand, der bis heute für Verwechslungen sorgt. 1977 trennte die FIFé die Chartreux wieder klar von der Britisch Kurzhaar und legte einen eigenständigen Rassestandard fest. Auch CFA und TICA führen die Karthäuser als separate Rasse mit eigener Abstammungslinie.

Aussehen & Rassemerkmale

Das Erscheinungsbild der Karthäuser ist unverwechselbar. Der Körperbau wirkt robust und muskulös, dabei aber nicht gedrungen wie bei der Britisch Kurzhaar. Kater sind deutlich schwerer und massiver als Katzen – dieser ausgeprägte Geschlechtsdimorphismus ist ein typisches Rassemerkmal. Die Brust ist breit, die Schultern kräftig, die Beine mittellang und feinknochig, was einen eleganten Kontrast zum massiven Rumpf erzeugt. Die Pfoten sind rund und wirken im Verhältnis zu den Beinen eher zierlich.

Der Kopf hat die Form eines umgedrehten Trapezes: breite Basis, schmale Stirn, volle Wangen, besonders ausgeprägt bei kastrierten Katern. Die Nase ist gerade und breit, der Nasenspiegel schiefergrau. Auffällig ist das sogenannte „Lächeln" der Karthäuser: Die Mundwinkel sind leicht nach oben gezogen, was dem Gesicht einen freundlichen, fast heiteren Ausdruck verleiht.

Die mittelgroßen Ohren stehen hoch am Kopf und sind leicht nach vorne geneigt. Das vielleicht markanteste Merkmal sind die Augen: groß, rund und offen, in einem intensiven Kupfer- bis Goldorange, das sich deutlich vom blaugrauen Fell abhebt. Grüne oder grünliche Augenfarben gelten als Fehler im Rassestandard.

Das Fell ist kurz bis mittellang, dicht und leicht abstehend durch die üppige Unterwolle. Die Textur wird häufig als wollig oder plüschartig beschrieben. Das Fell ist wasserabweisend – ein Hinweis auf die Abstammung von Katzen, die unter rauen klimatischen Bedingungen lebten.

Charakter & Wesen

Die Karthäuser gilt als ausgeglichene, ruhige Katze mit einer tiefen Bindung an ihre Bezugsperson. Sie ist treu und anhänglich, ohne dabei aufdringlich zu werden. Typisch ist ein gewisses Maß an Zurückhaltung gegenüber Fremden – sie beobachtet lieber aus der Distanz, bevor sie sich nähert. In der eigenen Familie zeigt sie sich gesellig, verspielt und erstaunlich humorvoll.

Eine Besonderheit: Karthäuser sind ausgesprochen leise Katzen. Viele Exemplare miauen nur selten und mit auffallend zarter Stimme. Stattdessen kommunizieren sie über Blicke, Kopfstöße und dezentes Schnurren. Diese stille Art macht sie zu angenehmen Mitbewohnern, die auch in Mehrparteienhäusern nicht auffallen.

Trotz ihrer Gelassenheit sind Karthäuser wachsam und verfügen über einen ausgeprägten Jagdtrieb. Sie sind intelligent, lernen schnell und lassen sich sogar für einfache Tricks begeistern. Ihre Anpassungsfähigkeit ist bemerkenswert: Sie kommen sowohl mit ruhigen Singlehaushalten als auch mit Familien gut zurecht.

Haltung & Pflege

Die Karthäuser stellt keine übertriebenen Ansprüche an ihre Haltung. Sie eignet sich sowohl für die reine Wohnungshaltung als auch für gesicherten Freigang. Bei Wohnungshaltung sollte für ausreichend Beschäftigung gesorgt werden: Klettermöglichkeiten, Intelligenzspielzeug und regelmäßige interaktive Spielsessions halten die Katze körperlich und geistig fit. Auslauf im gesicherten Garten oder auf einem Balkon wird gerne angenommen.

Die Fellpflege ist unkompliziert, erfordert aber Regelmäßigkeit. Das dichte Doppelfell neigt nicht zum Verfilzen, sollte jedoch ein- bis zweimal pro Woche gründlich gebürstet werden, um lose Unterwolle zu entfernen. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst ist tägliches Bürsten ratsam, da die Unterwolle dann in großen Mengen ausfällt. Eine Gummibürste oder ein Furminator leisten dabei gute Dienste.

Karthäuser leben gerne mit einem ruhigen Artgenossen zusammen. Einzelhaltung ist möglich, sofern die Bezugsperson genügend Zeit aufbringt. Hektische Umgebungen und häufige Veränderungen mögen sie weniger.

Ernährung

Die Ernährung sollte hochwer