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Tierlaute > Tierlaute & Lautäußerungen

Definition & Überblick

Als Klicken wird in der Ethologie eine kurze, rhythmisch wiederholte Lautäußerung bezeichnet, die durch rasche mechanische oder vokale Impulse entsteht und sich akustisch als trockener, perkussiver Einzellaut darstellt. Im Gegensatz zu melodischen Rufen oder lang anhaltenden Vokalisationen zeichnet sich das Klicken durch seine ausgeprägte Kürze, die steilen Anstiegs- und Abfallzeiten im Frequenzspektrum sowie die oft serielle Abfolge aus. Das Klickgeräusch kann sowohl durch den Stimmapparat (Syrinx bei Vögeln, Larynx bei Säugetieren) als auch durch mechanische Strukturen wie Schnabel, Kiefer oder spezialisierte Körperorgane erzeugt werden.

In der Tierkommunikation erfüllt das Klicken je nach Tierart, Kontext und sozialer Situation grundlegend verschiedene Funktionen – von der Echoortung über territoriale Signale bis hin zu Ausdrucksformen in der Mutter-Kind-Bindung. Die Erforschung dieser Lautäußerung liefert daher wertvolle Einblicke in die sensorische Ökologie, das Sozialverhalten und die neurobiologischen Grundlagen akustischer Kommunikation im Tierreich.

Biologischer Hintergrund

Die Erzeugung von Klicklauten basiert auf unterschiedlichen anatomischen Mechanismen. Bei Zahnwalen (Odontoceti) entstehen die Klicks in den sogenannten phonischen Lippen (monkey lips / dorsal bursae), paarigen Strukturen im Nasengang unterhalb des Blaslochs. Luft wird durch diese Lippen gepresst, die dabei in schnelle Schwingungen versetzt werden. Die entstehenden Schallimpulse werden durch die fettgefüllte Melone im Kopfbereich gebündelt und als gerichteter Schallstrahl ausgesendet. Die reflektierten Echos werden über den Unterkiefer zum Innenohr geleitet – ein Prinzip, das als Biosonar oder Echoortung bekannt ist.

Bei Vögeln, insbesondere bei Störchen, handelt es sich um ein rein mechanisches Klicken: Das rhythmische Aufeinanderschlagen der Ober- und Unterschnabelhälften – das sogenannte Schnabelklappern – erzeugt einen charakteristischen Klicklaut. Da Störche einen weitgehend rückgebildeten Stimmkopf besitzen, ersetzt dieses instrumentale Verhalten die fehlende Vokalisation nahezu vollständig.

Bei Insekten und Krebstieren werden Klicklaute häufig durch Stridulation oder durch hydrodynamische Mechanismen produziert. Die Pistolenkrebse (Alpheidae) etwa erzeugen mit ihrer vergrößerten Schere durch Kavitation einen extrem lauten Klickimpuls, der Druckwellen von über 200 Dezibel unter Wasser erreichen kann.

Bei welchen Tieren tritt es auf?

  • Zahnwale (Delfine, Pottwale, Schweinswale): Klickserien dienen primär der Echoortung, aber auch der sozialen Kommunikation. Pottwale nutzen individuell strukturierte Klickmuster, sogenannte Codas, die als Gruppenidentifikation interpretiert werden und auf kulturelle Weitergabe hindeuten.
  • Fledermäuse (Microchiroptera): Viele insektenfressende Fledermausarten emittieren Ultraschall-Klicks über den Kehlkopf oder die Nasenlöcher zur Beuteerkennung und räumlichen Orientierung. Die Klickfrequenzen variieren artspezifisch zwischen 20 und 200 kHz.
  • Störche (Ciconiidae): Das Schnabelklappern des Weißstorchs (Ciconia ciconia) ist ein ritualisiertes Klickverhalten, das bei Begrüßung am Nest, Paarbildung und Territorialverteidigung eingesetzt wird.
  • Papageien und Kakadus: Einige Papageienarten erzeugen Zungenklicks, die im Kontext von Wohlbefinden, Kontaktaufnahme oder als erlernte Imitation menschlicher Geräusche auftreten. Hier spielt Konditionierung eine wesentliche Rolle.
  • Pistolenkrebse (Alpheidae): Ihr Klicken dient der Betäubung von Beutetieren und der Revierverteidigung. Die dabei entstehende Kavitationsblase kollabiert mit einem Lichtblitz (Sonolumineszenz) – ein in der Biologie einzigartiges Phänomen.
  • Tenreks (Tenrecidae): Die auf Madagaskar heimischen Igeltenreks reiben spezialisierte Stachelreihen auf dem Rücken aneinander und erzeugen so stridulationsähnliche Klicklaute, die vermutlich der innerartlichen Kommunikation dienen – ein unter Säugetieren sehr seltener Mechanismus.
  • Spitzmäuse (Soricidae): Einige Arten nutzen einfache Klicklaute zur rudimentären Echoortung in dunkler Umgebung, wenngleich dieses Biosonar weitaus weniger differenziert arbeitet als bei Fledermäusen oder Zahnwalen.

Auslöser & Funktion

Die Funktionen des Klickens lassen sich in vier Hauptkategorien gliedern:

  • Echoortung und Raumorientierung: Bei Zahnwalen und Fledermäusen stellt das Klicken das zentrale Element eines hochentwickelten Sonarsystems dar. Die Tiere analysieren Laufzeit, Frequenzverschiebung und Intensität des reflektierten Schalls, um Entfernung, Größe, Form und Bewegung von Objekten zu bestimmen. Die Klickrate wird dabei situativ angepasst – in der Annäherung an Beute steigt die Frequenz bis zum sogenannten Terminal Buzz.
  • Soziale Kommunikation: Klicklaute fungieren als Kontaktrufe, Gruppenidentifikatoren oder Ausdruck emotionaler Zustände. Pottwal-Codas tragen gruppenspezifische Signaturen, die auf soziales Lernen und damit auf kulturelle Transmission hinweisen.
  • Territorialverhalten und Agonistik: Bei Störchen signalisiert intensives Schnabelklappern Revierbesitz und Verteidigungsbereitschaft. Der Klicklaut des Pistolenkrebses kann Konkurrenten auf Distanz halten, ohne dass es zum direkten Körperkontakt kommt.
  • Beuteerwerb: Der Kavitationsknall des Pistolenk