Knochenzüngler
KTierart – Fische > Sonstige Fische
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Osteoglossiformes (Ordnung); Osteoglossidae (Familie der eigentlichen Knochenzüngler)
- Ordnung: Knochenzünglerartige (Osteoglossiformes)
- Familien: Osteoglossidae (Knochenzüngler), Arapaimidae, Pantodontidae (Schmetterlingsfisch), Notopteridae (Messerfische), Mormyridae (Nilhechte) u. a.
- Lebensraum: Tropische und subtropische Süßgewässer in Südamerika, Afrika, Südostasien und Australien
- Größe: Je nach Art von etwa 10 cm (Schmetterlingsfisch) bis über 3 m (Arapaima)
- Gewicht: Bis über 200 kg beim Arapaima (Arapaima gigas)
- Lebenserwartung: 10–20 Jahre, in Gefangenschaft teils deutlich länger
Aussehen & Merkmale
Das namensgebende Merkmal der Knochenzüngler ist eine mit Zähnen besetzte, knöcherne Zunge. Diese Knochenplatte auf dem Zungenapparat dient dazu, Beutetiere gegen die ebenfalls bezahnten Gaumenplatten zu pressen und festzuhalten – ein Merkmal, das innerhalb der Knochenfische ungewöhnlich ist und die Ordnung Osteoglossiformes klar von anderen Fischgruppen abgrenzt.
Äußerlich unterscheiden sich die Vertreter der Ordnung erheblich voneinander. Die eigentlichen Knochenzüngler der Familie Osteoglossidae – darunter der Arowana (Gattungen Osteoglossum und Scleropages) – besitzen einen langgestreckten, seitlich abgeflachten Körper mit großen, metallisch schimmernden Schuppen. Die Rücken- und Afterflosse sind weit nach hinten verlagert und reichen nahe an die Schwanzflosse heran, was diesen Fischen eine charakteristische Silhouette verleiht. Zwei auffällige Barteln am Unterkiefer dienen als Tastorgane. Die Schuppen vieler Arten weisen einen irisierenden Glanz auf – beim Asiatischen Arowana (Scleropages formosus) reicht die Farbpalette von Silber über Gold bis zu intensivem Rot.
Der Arapaima (Arapaima gigas) aus der eng verwandten Familie Arapaimidae zählt zu den größten Süßwasserfischen der Erde. Sein massiger Körperbau, die olivgrüne bis dunkelgraue Grundfärbung und die rötlich gefärbten Schuppenränder im hinteren Körperbereich machen ihn unverwechselbar. Die Schuppen sind extrem robust und dienen als natürlicher Schutz gegen Piranha-Bisse.
Lebensraum & Verbreitung
Die Ordnung der Knochenzünglerartigen zeigt ein disjunktes Verbreitungsmuster, das als Hinweis auf ihren erdgeschichtlich alten Ursprung gilt. Als Gruppe existieren Knochenzüngler seit der Kreidezeit; fossile Funde reichen über 100 Millionen Jahre zurück. Ihre heutige Verbreitung auf mehreren Kontinenten spiegelt die einstige Verbindung der Landmassen im Superkontinent Gondwana wider.
Das Habitat der Knochenzüngler umfasst stehende und langsam fließende Süßgewässer der Tropen. Die südamerikanischen Arten – der Silber-Arowana (Osteoglossum bicirrhosum), der Schwarze Arowana (Osteoglossum ferreirai) und der Arapaima – bewohnen die Überschwemmungswälder (Várzea und Igapó) des Amazonasbeckens sowie Zuflüsse des Orinoko. In diesen Biotopen mit sauerstoffarmem, nährstoffreichem Wasser sind sie hervorragend angepasst.
Der Asiatische Arowana besiedelt langsam fließende Flüsse und Sümpfe in Südostasien, von Sumatra über Borneo bis Thailand. In Australien lebt der Australische Arowana (Scleropages jardinii und S. leichardti) in Flüssen des nördlichen Australien und im südlichen Neuguinea. Afrikanische Vertreter wie der Afrikanische Arowana (Heterotis niloticus) sind in weiten Teilen West- und Zentralafrikas verbreitet.
Ernährung
Die meisten Knochenzüngler sind Raubfische mit einem breiten Beutespektrum. Arowanas ernähren sich vorwiegend von Insekten, Spinnen, kleinen Fischen, Fröschen und gelegentlich kleinen Vögeln oder Fledermäusen, die sie mit einem kräftigen Sprung aus dem Wasser erbeuten. Der Silber-Arowana kann dabei bis zu einem Meter hoch aus dem Wasser schnellen – ein Verhalten, das ihm im Portugiesischen den Beinamen „Macaco d'água" (Wasseraffe) eingebracht hat.
Der Arapaima ist ein opportunistischer Jäger, der vor allem Fische frisst, aber auch Krebstiere und gelegentlich Früchte aufnimmt. Er nutzt seine gewaltige Maulöffnung, um Beute durch schnelles Aufreißen des Mauls einzusaugen. Eine Besonderheit stellt der Afrikanische Arowana dar: Er ernährt sich als Adulttier überwiegend von Plankton und pflanzlichem Material, das er mit einem spezialisierten Kiemenreusenapparat aus dem Wasser filtert.
Verhalten & Lebensweise
Knochenzüngler sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber halten sie sich bevorzugt in Bereichen mit dichter Ufervegetation, zwischen Wurzelwerk oder unter überhängenden Ästen auf. Die meisten Arten sind Einzelgänger, die ein lockeres Revier beanspruchen und gegenüber Artgenossen territorial reagieren können.
Ein physiologisch bedeutsames Merkmal vieler Knochenzüngler ist die Fähigkeit zur Luftatmung. Sowohl Arowanas als auch Arapaimas besitzen eine stark durchblutete Schwimmblase, die als zusätzliches Atmungsorgan fungiert. Der Arapaima ist sogar obligater Luftatmer: Er muss alle 10 bis 20 Minuten an die Wasseroberfläche kommen, um Luft zu schlucken – ein Verhalten, das traditionell von Fischern genutzt wird, um die Tiere zu lokalisieren und zu harpunieren.
Fortpflanzung & Aufzucht
Knochenzüngler betreiben intensive