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Krake

K

Tierart – Wirbellose > Weichtiere – Kopffüßer

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Octopoda (Ordnung); bekannteste Gattung: Octopus, bekannteste Art: Gewöhnlicher Krake (Octopus vulgaris)
  • Klasse: Kopffüßer (Cephalopoda)
  • Unterklasse: Coleoidea (Tintenfische im weiteren Sinne)
  • Ordnung: Octopoda (Achtarmige Tintenfische)
  • Familien: u. a. Octopodidae, Enteroctopodidae, Amphitretidae – insgesamt rund 300 beschriebene Arten
  • Lebensraum: Meeresböden aller Ozeane, von der Gezeitenzone bis in die Tiefsee
  • Größe: je nach Art von wenigen Zentimetern (Octopus wolfi, ca. 2,5 cm Spannweite) bis über 5 Meter Armspannweite (Pazifischer Riesenkrake, Enteroctopus dofleini)
  • Gewicht: wenige Gramm bis über 50 kg
  • Lebenserwartung: 1–5 Jahre, je nach Art; die meisten Arten sind kurzlebig und sterben nach der ersten Fortpflanzung (Semelparie)

Aussehen & Merkmale

Kraken besitzen einen sackförmigen, weichen Körper ohne inneres oder äußeres Skelett. Einzig ein knorpeliger Ring um das Gehirn und ein horniger Schnabel – der sogenannte Papageienschnabel – geben dem Körper feste Strukturen. Dieser Schnabel ist das härteste Körperteil und dient dem Zerkleinern der Nahrung. Durch das Fehlen starrer Elemente können Kraken ihren gesamten Körper durch engste Spalten pressen, solange der Schnabel hindurchpasst.

Die acht Arme sind mit je zwei Reihen von Saugnäpfen besetzt, die sowohl Tast- als auch Geschmackssinn übernehmen. Im Unterschied zu Kalmaren (Ordnung Teuthida) besitzen Kraken keine zusätzlichen Fangtentakel. Die Haut enthält mehrere Schichten spezialisierter Zellen: Chromatophoren zur Farbänderung, Iridophoren für schillernde Reflexionen und Leucophoren für weiße Farbtöne. Durch gezielte Muskelkontrolle kann die Hautoberfläche zudem Papillen ausbilden, um Textur und Relief der Umgebung nachzuahmen – eine Art dreidimensionale Tarnung.

Die großen, linsenförmigen Augen ähneln strukturell denen der Wirbeltiere, sind aber unabhängig davon entstanden (konvergente Evolution). Kraken besitzen drei Herzen: zwei Kiemenherzen, die das Blut durch die Kiemen pumpen, und ein zentrales Herz für den Körperkreislauf. Das Blut enthält statt Hämoglobin den kupferbasierten Sauerstofftransporter Hämocyanin, weshalb es bläulich gefärbt ist.

Lebensraum & Verbreitung

Kraken kommen in nahezu allen Meeresregionen vor – von tropischen Korallenriffen über gemäßigte Küstengewässer bis hin zu polaren Meeren und der Tiefsee. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst den Atlantik, den Pazifik, den Indischen Ozean und Teile des Arktischen Ozeans. Die meisten Arten leben benthisch, also bodennah, und bevorzugen felsige Habitate, Riffstrukturen oder Seegraswiesen, die ausreichend Versteckmöglichkeiten bieten. Einige Arten, etwa der Blaugeringelte Krake (Hapalochlaena spp.) im Indo-Pazifik, besiedeln gezielt flache Gezeitenzonen. Tiefseekraken wie die Gattung Graneledone wurden in Tiefen von über 4.000 Metern nachgewiesen. Wenige Arten, darunter der Argonaut (Argonauta spp.), leben pelagisch im offenen Wasser.

Ernährung

Kraken sind Räuber mit einem breiten Nahrungsspektrum. Ihre Hauptbeute besteht aus Krebstieren, Muscheln, Schnecken und kleinen Fischen. Zum Öffnen hartschaliger Beute setzen sie ihren kräftigen Schnabel ein oder bohren mit der Radula – einer zungenähnlichen Raspel – ein Loch in die Schale, durch das sie ein speicheldrüsenproduziertes Sekret mit lähmenden Enzymen injizieren. Diese Enzyme lösen das Fleisch der Beute teilweise vor, sodass es aufgesaugt werden kann. Manche Arten, etwa der Gewöhnliche Krake, sammeln Beuteschalen vor ihrem Unterschlupf zu sogenannten „Küchenmittenabfällen" – eine Verhaltensweise, die Meeresbiologen nutzen, um das Nahrungsspektrum zu analysieren.

Verhalten & Lebensweise

Die meisten Krakenarten sind Einzelgänger und vorwiegend dämmerungs- oder nachtaktiv. Tagsüber verbergen sie sich in Höhlen, Felsspalten oder selbst gegrabenen Bauten, die sie zum Teil mit Steinen und Muschelschalen verstärken. Dieses Biotop wird als Rückzugsort und Laichplatz genutzt.

Kraken zählen zu den intelligentesten wirbellosen Tieren. Ihr Nervensystem umfasst rund 500 Millionen Neuronen, von denen etwa zwei Drittel in den Armen lokalisiert sind – jeder Arm besitzt eine gewisse Autonomie in der Bewegungssteuerung. In Laborversuchen lösen Kraken komplexe Aufgaben: Sie öffnen Schraubgläser, navigieren durch Labyrinthe und zeigen individuelles Lernverhalten. Werkzeuggebrauch wurde bei der Art Amphioctopus marginatus dokumentiert, die Kokosnussschalen als transportable Schutzschilde verwendet.

Zur Feindabwehr nutzen Kraken ein Arsenal an Strategien: Tintenwolken aus dem Tintenbeutel (Tintensack), rasche Flucht durch Wasserstrahlantrieb über den Trichter (Siphon), Farbwechsel, Tarnung und – bei manchen Arten – den Verlust eines Arms (Autotomie), der nachwächst. Der Blaugeringelte Krake setzt zudem Tetrodotoxin ein, ein Nervengift, das auch für Menschen tödlich sein kann.

Fortpflanzung & Aufzucht

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