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Nautilus

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Tierart – Wirbellose > Weichtiere – Kopffüßer

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Nautilus (Gattung); bekannteste Art: Nautilus pompilius (Gewöhnlicher Perlboot)
  • Ordnung: Nautilida
  • Familie: Nautilidae
  • Klasse: Cephalopoda (Kopffüßer)
  • Stamm: Mollusca (Weichtiere)
  • Lebensraum: Tropischer und subtropischer Indopazifik; küstennahe Gewässer in Tiefen von 100 bis 700 Metern
  • Größe: Gehäusedurchmesser bis ca. 25 cm (N. pompilius); kleinere Arten wie Allonautilus scrobiculatus etwa 18 cm
  • Gewicht: Bis etwa 1 kg (mit Gehäuse)
  • Lebenserwartung: Schätzungsweise 15–20 Jahre, damit deutlich langlebiger als die meisten anderen rezenten Kopffüßer

Aussehen & Merkmale

Das auffälligste Merkmal des Nautilus ist sein spiralförmig gewundenes Außengehäuse. Anders als Tintenfische, Kraken und Kalmare besitzt der Nautilus eine externe Kalkschale, die in zahlreiche Kammern unterteilt ist. Das Tier bewohnt ausschließlich die letzte und größte Kammer, die sogenannte Wohnkammer. Die übrigen Kammern sind mit einem Gemisch aus Gas und Flüssigkeit gefüllt und dienen der Regulierung des Auftriebs. Verbunden werden die Kammern durch einen dünnen Gewebestrang, den Sipho, über den der Nautilus den Flüssigkeitsanteil in den Kammern aktiv steuern kann.

Die Gehäuseoberfläche zeigt charakteristische rotbraune Streifen auf weißem bis cremeweißem Grund. Die Unterseite ist hell, die Oberseite dunkler gestreift – eine Tarnfärbung, die von oben gegen den dunklen Meeresgrund und von unten gegen das helle Oberflächenlicht schützt (Konterschattierung).

Der Kopf des Nautilus trägt bis zu 90 Tentakel, die keine Saugnäpfe besitzen, sondern durch Rillen und klebrige Sekrete Beute festhalten. Im Zentrum der Tentakelkrone liegt ein kräftiger, papageienartiger Schnabel aus Chitin. Die Augen des Nautilus sind auffallend einfach gebaut: Es handelt sich um sogenannte Lochkameraaugen ohne Linse, die zwar Lichtintensität und Bewegung wahrnehmen, aber kein scharfes Bild erzeugen. Ein Trichter (Hyponom) dient dem Rückstoßantrieb – durch Ausstoßen von Wasser aus der Mantelhöhle bewegt sich das Tier rückwärts durch das Wasser.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Gattung Nautilus erstreckt sich über den tropischen und subtropischen Indopazifik. Die Tiere kommen vor den Küsten der Philippinen, Indonesiens, Papua-Neuguineas, Australiens (Great Barrier Reef), Neukaledoniens, Fidschi und weiterer pazifischer Inselgruppen vor. Nautilus pompilius hat dabei das größte Verbreitungsgebiet aller Nautilus-Arten.

Das Habitat der Nautiloiden umfasst die Außenhänge von Korallenriffen und die oberen Bereiche des Kontinentalschelfs. Tagsüber halten sich die Tiere bevorzugt in Tiefen zwischen 200 und 700 Metern auf. Unterhalb von etwa 800 Metern würde der Wasserdruck das Gehäuse zum Implodieren bringen – diese Grenze wird als Implosionstiefe bezeichnet und stellt eine harte physikalische Begrenzung des vertikalen Lebensraums dar.

Ernährung

Nautilus-Arten sind opportunistische Allesfresser mit einer Vorliebe für tierische Kost. Auf dem Speiseplan stehen kleine Krebstiere, Garnelen, Fische und Aas. Die Tiere nutzen ihren ausgeprägten Geruchssinn, um Nahrungsquellen über größere Entfernungen wahrzunehmen. Der kräftige Chitinschnabel erlaubt es ihnen, auch härtere Beutetiere wie Einsiedlerkrebse samt Gehäuse zu zerkleinern. Eine Radula (Raspelzunge) unterstützt die mechanische Zerkleinerung der Nahrung.

Der Stoffwechsel des Nautilus ist im Vergleich zu anderen Kopffüßern extrem niedrig. Die Tiere können wochenlang ohne Nahrung auskommen – eine Anpassung an ein Habitat, in dem Nahrung nicht immer gleichmäßig verfügbar ist.

Verhalten & Lebensweise

Der Nautilus ist überwiegend nachtaktiv. In der Dämmerung steigt er aus größeren Tiefen in flachere Zonen auf, häufig bis auf 100 bis 200 Meter, um dort nach Nahrung zu suchen. Bei Tagesanbruch sinkt er wieder in tiefere, kühlere Wasserschichten ab. Diese tägliche Vertikalwanderung ist gut dokumentiert und folgt einem regelmäßigen Muster.

Im Gegensatz zu Kraken und Tintenfischen besitzen Nautiloiden kein ausgeprägtes Lernverhalten oder komplexe Problemlösungsfähigkeiten. Ihr Gehirn ist vergleichsweise einfach strukturiert. Die Fortbewegung mittels Rückstoß durch den Trichter ist langsam und energiesparend. Ein echtes Revierverhalten ist nicht bekannt; die Tiere leben einzelgängerisch, können aber gelegentlich in losen Ansammlungen auftreten, etwa in der Nähe von Nahrungsquellen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Geschlechter sind bei Nautilus-Arten getrennt. Männchen übertragen mittels eines modifizierten Tentakels (Spadix) eine Spermatophore auf das Weibchen. Die Befruchtung erfolgt intern. Nach der Paarung legt das Weibchen wenige, dafür verhältnismäßig große Eier ab, die an feste Substrate in flacheren Wasserbereichen geheftet werden.

Die Embryonalentwicklung dauert außergewöhnlich lange – je nach Wassertemperatur zwischen 9 und 15 Monaten. Die Jungtiere schlüpfen als vollständig entwickelte Miniaturausgaben der Adulten mit einem Gehäusedurchmesser von etwa 2,5 bis 3 cm. Es fin