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Kuhantilope

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Tierart – Säugetiere > Huftiere – Antilopen & Gazellen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Alcelaphus buselaphus
  • Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
  • Familie: Hornträger (Bovidae)
  • Unterfamilie: Kuhantilopen (Alcelaphinae)
  • Gattung: Alcelaphus
  • Lebensraum: Offene Grasländer, Savannen, Halbwüsten in Afrika
  • Größe: Schulterhöhe 115–145 cm, Kopf-Rumpf-Länge 150–245 cm
  • Gewicht: 120–200 kg
  • Lebenserwartung: 12–15 Jahre in freier Wildbahn, bis 20 Jahre in Gefangenschaft

Aussehen & Merkmale

Die Kuhantilope ist eine großgewachsene, schlank gebaute Antilope mit einem auffällig langen, schmalen Kopf und einer steil abfallenden Rückenlinie. Die Schulterpartie liegt deutlich höher als die Kruppe, was dem Tier eine charakteristische, leicht nach hinten geneigte Silhouette verleiht. Beide Geschlechter tragen Hörner, die an der Basis dicht beieinanderstehen, zunächst aufwärts wachsen und sich dann in einem markanten Knick nach außen und hinten biegen. Die Hörner der Bullen sind kräftiger und können bis zu 70 cm lang werden; bei den Kühen fallen sie etwas kürzer und dünner aus.

Das Fell ist kurz und glatt. Die Grundfärbung variiert je nach Unterart von sandgelb über rötlich-braun bis zu einem dunklen Schokoladenbraun. Die Beine sind häufig heller als der Rumpf, mitunter mit dunklen Abzeichen an der Vorderseite. Ein dunkler Aalstrich kann entlang des Rückens verlaufen. Das Gesicht zeigt oft eine dunklere Zeichnung an der Stirn und auf dem Nasenrücken. Der Schwanz ist mittellang und endet in einer dunklen Quaste.

Lebensraum & Verbreitung

Das historische Verbreitungsgebiet der Kuhantilope erstreckte sich über weite Teile Afrikas – von den Maghreb-Staaten Nordafrikas über die Sahelzone bis nach Ost-, Süd- und Westafrika. Heute ist die Art in vielen Regionen stark zurückgedrängt oder lokal ausgestorben. Die Nordafrikanische Kuhantilope (Alcelaphus buselaphus buselaphus), auch Bubal-Kuhantilope genannt, gilt seit den 1920er-Jahren als ausgestorben.

Als bevorzugtes Habitat dienen offene und halboffene Graslandschaften, Baumsavannen, Trockensavannen und Übergangsgebiete zwischen Grasland und lichtem Buschwerk. Kuhantilopen meiden geschlossene Wälder und stark bewachsenes Dickicht. In Ostafrika kommen sie bis in Höhenlagen von etwa 4.000 Metern vor, etwa auf den Hochplateaus Äthiopiens und Kenias. Sie tolerieren auch relativ aride Biotope, sind jedoch auf periodischen Zugang zu Wasser angewiesen.

Zu den anerkannten Unterarten zählen unter anderem die Westliche Kuhantilope (A. b. major), die Lelwel-Kuhantilope (A. b. lelwel), Cokes Kuhantilope (A. b. cokii) – auch als Kongoni bekannt – sowie die Rote Kuhantilope (A. b. caama) im südlichen Afrika. Die genaue Anzahl und Abgrenzung der Unterarten wird in der Taxonomie nach wie vor diskutiert.

Ernährung

Kuhantilopen sind fast ausschließlich Grasfresser (Graminivore). Sie bevorzugen frische Gräser mittlerer Höhe und weiden selektiv die nährstoffreichsten Halme und Blätter ab. In Trockenzeiten greifen sie gelegentlich auf trockenes, ausgedörrtes Gras zurück oder nehmen in geringem Umfang Kräuter und Laub auf. Die Art ist gut an saisonale Schwankungen im Nahrungsangebot angepasst und unternimmt lokale Wanderungen, um frische Weideflächen zu erreichen – insbesondere nach Regenfällen, wenn neues Gras austreibt. Die Nahrungsaufnahme findet vorwiegend in den kühleren Morgen- und Abendstunden statt. Während der heißen Mittagszeit ruhen die Tiere im Schatten einzelner Bäume oder stehen reglos in der offenen Landschaft.

Verhalten & Lebensweise

Kuhantilopen sind tagaktive Herdentiere. Die Sozialstruktur basiert auf kleinen Gruppen von 5 bis 20 Tieren, die überwiegend aus Weibchen und deren Nachwuchs bestehen. Erwachsene Bullen besetzen Reviere, die sie über Monate oder sogar Jahre verteidigen. Die Reviermarkierung erfolgt durch Kotplätze, an denen der Bulle wiederholt absetzt, sowie durch das Reiben der Präorbitaldrüsen an Grashalmen und niedrigen Büschen. Rivalen werden durch Drohhaltungen, Parallelmärsche und – falls nötig – durch Hornkämpfe vertrieben. Dabei senken beide Kontrahenten die Köpfe und drücken die Hornbasen gegeneinander, wobei ernsthafte Verletzungen selten vorkommen.

Jungbullen, die noch kein eigenes Revier halten, schließen sich zu Junggesellengruppen zusammen. Diese Verbände sind lose organisiert und lösen sich auf, sobald einzelne Bullen ein eigenes Territorium beanspruchen.

Die Fluchtdistanz gegenüber Raubtieren ist vergleichsweise groß. Kuhantilopen erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 70 km/h und zählen damit zu den schnellsten Antilopen Afrikas. Zu ihren natürlichen Feinden gehören Löwen, Leoparden, Geparde, Afrikanische Wildhunde und Tüpfelhyänen. Jungtiere werden zusätzlich von Schakalen und großen Greifvögeln bedroht.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung ist in manchen Populationen saisonal an die Regenzeit gekoppelt, in anderen Gebieten findet sie ganzjährig statt. Während der Paarungszeit versuchen territoriale Bullen, durchziehende Weibchen in ihrem Revier zu halten. Eine ritualisierte Balz im engeren Sinne, wie sie bei manchen