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Lannerfalke

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Tierart – Vögel > Greifvögel

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Falco biarmicus
  • Ordnung: Falkenartige (Falconiformes)
  • Familie: Falken (Falconidae)
  • Gattung: Falken (Falco)
  • Lebensraum: Offene, trockene Landschaften, Halbwüsten, Steppen, Felsklippen, Kulturland
  • Größe: 35–50 cm Körperlänge, Flügelspannweite 90–115 cm
  • Gewicht: Männchen 500–600 g, Weibchen 700–900 g
  • Lebenserwartung: 15–20 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Der Lannerfalke ist ein mittelgroßer bis großer Falke, der in seiner Gestalt dem Wanderfalken (Falco peregrinus) ähnelt, jedoch insgesamt schlanker und etwas langflügeliger wirkt. Das Gefieder der Oberseite ist schiefergrau bis bräunlich-grau, wobei die Intensität der Färbung je nach Unterart erheblich variiert. Die Unterseite zeigt eine helle, rahmweiße bis leicht rötliche Grundfärbung mit dunklen Tropfen- oder Querflecken, die besonders auf Brust und Flanken ausgeprägt sind.

Der Kopf trägt einen rostbraunen bis rotbraunen Scheitel – ein diagnostisches Merkmal, das den Lannerfalken von anderen Großfalken unterscheidet. Der für Falken typische dunkle Bartstreif (Malarestreif) ist vorhanden, fällt aber schmaler aus als beim Wanderfalken. Die Wachshaut an der Schnabelbasis ist gelb, ebenso der unbefiederte Augenring. Die Iris ist dunkelbraun. Die Fänge sind kräftig und gelb, die Krallen schwarz und deutlich gebogen.

Wie bei den meisten Greifvögeln besteht ein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus in der Größe: Weibchen sind deutlich größer und schwerer als Männchen. Jungvögel unterscheiden sich durch eine insgesamt bräunlichere Oberseite und stärker längsgestreifte statt quergefleckte Unterseite von den Altvögeln.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Lannerfalken erstreckt sich über weite Teile Afrikas, den Nahen Osten sowie Südosteuropa. In Europa brütet die Art vor allem in Italien, Griechenland und der Türkei, wobei die europäischen Bestände vergleichsweise klein sind. Der Schwerpunkt der Verbreitung liegt in Afrika, von der Sahelzone über Ostafrika bis nach Südafrika, wo die Art in mehreren Unterarten vorkommt.

Als Habitat bevorzugt der Lannerfalke offene bis halboffene Landschaften mit Felsklippen, Steilwänden oder Schluchten, die als Brutplätze dienen. Typische Biotope sind trockene Savannen, Halbwüsten, Steppen und gebirgige Trockengebiete bis in Höhenlagen von etwa 5.000 Metern. Gelegentlich besiedelt die Art auch landwirtschaftlich genutzte Flächen und den Randbereich menschlicher Siedlungen, solange geeignete Nistmöglichkeiten vorhanden sind. Geschlossene Wälder und sehr feuchte Regionen werden gemieden.

Es werden fünf Unterarten anerkannt, darunter Falco biarmicus feldeggi in Südeuropa und der Türkei, F. b. erlangeri in Nordwestafrika sowie F. b. biarmicus im südlichen Afrika. Die Unterarten unterscheiden sich hauptsächlich in Größe und Gefiederintensität.

Ernährung

Der Lannerfalke ist ein vielseitiger Jäger, dessen Nahrungsspektrum breiter gefächert ist als das vieler anderer Großfalken. Den Hauptteil der Beute bilden kleine bis mittelgroße Vögel wie Tauben, Lerchen, Stare und Drosseln, die im Flug geschlagen werden. Daneben erbeutet der Lannerfalke regelmäßig auch Fledermäuse, die er in der Dämmerung an deren Schlafplätzen oder Höhlenausgängen abfängt.

Im Gegensatz zum Wanderfalken, der seine Beute vorwiegend in spektakulären Sturzflügen aus großer Höhe schlägt, jagt der Lannerfalke häufig in niedrigem, schnellem Horizontalflug dicht über dem Boden. Diese Jagdtechnik ermöglicht es ihm, auch Eidechsen, große Insekten wie Heuschrecken und gelegentlich kleine Nagetiere zu ergreifen. An Gewässern werden mitunter Watvögel und kleine Reiher erbeutet. Paare jagen gelegentlich kooperativ, wobei ein Vogel die Beute aufscheucht und der andere den Zugriff übernimmt.

Verhalten & Lebensweise

Der Lannerfalke ist tagaktiv und beginnt seine Jagdflüge typischerweise in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag, wenn die Beuteaktivität am höchsten ist. Außerhalb der Brutzeit lebt die Art einzelgängerisch oder paarweise. Brutpaare besetzen ein Revier, das sie gegenüber Artgenossen und anderen Greifvögeln verteidigen, wobei die Reviergröße je nach Nahrungsangebot stark schwankt.

Im Flugbild zeigt der Lannerfalke einen eher flachen, direkten Flug mit schnellen, flachen Flügelschlägen, unterbrochen von kurzen Gleitphasen. Die Art ist weniger auf extreme Geschwindigkeit spezialisiert als der Wanderfalke, dafür wendiger in bodennahen Verfolgungsjagden. In heißen Regionen nutzt der Lannerfalke Aufwinde und Thermik, um energiesparend über seinem Jagdgebiet zu kreisen.

Die Art ist überwiegend standorttreu. Europäische Populationen zeigen allenfalls kurze Wanderungen oder Streichbewegungen im Winter, während afrikanische Populationen weitgehend sesshaft sind.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz beginnt je nach Region zwischen Januar und März. Die Balzflüge umfassen gegenseitiges Kreisen, Sturzflüge und Beuteübergaben in der Luft. Der Lannerfalke baut keinen eigenen Horst, sondern nutzt Felsnischen, Felsbänder und häufig auch verlassene Nester anderer Greifvögel oder Kolkraben. In einigen Regionen werden auch Gebäu