Leckerli
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Definition & Überblick
Leckerli – auch als Snacks, Treats oder Belohnungshappen bezeichnet – sind kleine Futterstücke, die Tieren zusätzlich zur regulären Futterration verabreicht werden. Sie dienen in erster Linie als Belohnung im Training, zur Festigung der Mensch-Tier-Bindung oder als willkommene Abwechslung im Futteralltag. Leckerli zählen futtermittelrechtlich zu den Ergänzungsfuttermitteln und sind ausdrücklich nicht als Alleinfuttermittel konzipiert. Sie decken den Nährstoffbedarf eines Tieres weder quantitativ noch qualitativ ab und sollen daher stets nur einen geringen Anteil der täglichen Gesamtfuttermenge ausmachen.
Das Angebot an Leckerli ist enorm: Von industriell hergestellten Kausnacks über gefriergetrocknete Fleischstücke bis hin zu selbst gebackenen Hundekeksen oder einfachen Obst- und Gemüsestückchen reicht die Bandbreite. Entscheidend für die Auswahl sind Tierart, Gesundheitszustand, Alter und individuelle Verträglichkeit.
Zusammensetzung & Inhaltsstoffe
Die Zusammensetzung von Leckerli variiert je nach Produkt erheblich. Hochwertige Leckerli zeichnen sich durch eine kurze, transparente Zutatenliste aus. Typische Inhaltsstoffe und Nährstoffe sind:
- Protein: Fleisch, Fisch, Insekten oder pflanzliche Eiweißquellen bilden häufig die Basis. Getrocknete Fleischsnacks erreichen Proteingehalte von 50–80 %.
- Fett: Der Fettgehalt schwankt stark. Während getrocknete Lunge oder Sehnen fettarm sind, enthalten Produkte mit Leberwurst, Käse oder Lachs deutlich mehr Fett.
- Rohfaser: Pflanzliche Leckerli – etwa Karottenchips oder Heucobs für Nager – liefern nennenswerte Mengen an Rohfaser, die die Verdauung unterstützt.
- Vitamine und Mineralstoffe: Manche Hersteller reichern Leckerli gezielt mit Vitaminen (A, D, E, B-Komplex) oder Mineralstoffen wie Calcium und Zink an. Bei naturbelassenen Produkten stammen diese Mikronährstoffe direkt aus der Rohware.
- Zusatzstoffe: Zucker, Getreide, Konservierungsstoffe, Farbstoffe und Aromastoffe finden sich vor allem in günstigen Industrieprodukten. Sie sind ernährungsphysiologisch unnötig und teilweise bedenklich.
Für welche Tiere geeignet?
Grundsätzlich gibt es Leckerli für nahezu alle gängigen Heim- und Nutztiere. Die Eignung richtet sich nach der Tierart und ihren spezifischen Ernährungsbedürfnissen:
- Hunde: Das breiteste Sortiment existiert für Hunde – von Kaustreifen aus Rinderhaut über gefriergetrocknete Einweißsnacks bis zu Zahnpflegesticks.
- Katzen: Katzen bevorzugen als obligate Karnivoren fleischbasierte Leckerli. Malzpasten zur Unterstützung der Haarballen-Ausscheidung gelten ebenfalls als Snack.
- Kleintiere (Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster): Geeignet sind naturbelassene Trockenobststückchen, Kräuter, Erbsenflocken oder bestimmte Gemüsechips. Joghurtdrops und zuckerhaltige Knabberstangen sind trotz großer Verbreitung nicht artgerecht.
- Pferde: Heucobs, Apfel- und Karottenstücke sowie spezielle Pferdesnacks aus Leinsamen oder Kräutern eignen sich als Belohnung.
- Vögel: Kolbenhirse, Saatenriegel oder frische Beeren werden als Leckerli verwendet, wobei der Fettgehalt bei Saaten zu beachten ist.
Ungeeignet sind artfremde Leckerli: Schokolade, Trauben, Zwiebeln und Avocado sind für zahlreiche Tierarten giftig. Auch Milchprodukte vertragen laktoseintolerante Tiere nicht.
Fütterungsempfehlung
Die wichtigste Faustregel lautet: Leckerli sollten maximal 10 % der täglichen Gesamtfuttermenge ausmachen. Alles darüber hinaus gefährdet die ausgewogene Nährstoffversorgung und begünstigt Übergewicht. Konkret bedeutet das für einen mittelgroßen Hund mit einem Tagesbedarf von etwa 400 g Trockenfutter, dass nicht mehr als 40 g an Leckerli gegeben werden sollten – und auch diese Menge ist von der regulären Futterration abzuziehen.
Das Fütterungsintervall richtet sich nach dem Einsatzzweck. Im Training empfehlen sich viele kleine Stücke (erbsengroß), verteilt über die Trainingseinheit. Als reine Beschäftigungssnacks – etwa Kauknochen – genügt die Gabe ein- bis zweimal pro Woche. Besonders kalorien- oder fettreiche Leckerli sollten nicht täglich angeboten werden.
Bei kranken Tieren, Tieren mit Futtermittelunverträglichkeiten oder während einer Eliminationsdiät ist die Leckerli-Gabe mit dem Tierarzt abzustimmen, damit die Diagnostik nicht verfälscht wird.
Vorteile & Nachteile
Vorteile:
- Effektives Hilfsmittel im Verhaltenstraining durch positive Verstärkung
- Stärkung der Mensch-Tier-Beziehung
- Kausnacks können Zahnbelag reduzieren und die Kaumuskulatur stärken
- Gezielte Ergänzung einzelner Nährstoffe möglich (z. B. Omega-3-Fettsäuren über Lachssnacks)
- Beschäftigung und mentale Stimulation, insbesondere in Kombination mit Fummelbrettern oder Snackbällen
Nachteile:
- Risiko der Überfütterung und damit verbundenes Übergewicht
- Verschiebung der Nährstoffbalance der Haupt