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Lymphknoten

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Anatomie & Körperbau > Körperbau – allgemein

Definition & Überblick

Lymphknoten (Nodi lymphatici, Singular: Nodus lymphaticus) sind sekundäre lymphatische Organe, die als biologische Filterstationen in das Lymphgefäßsystem eingeschaltet sind. Sie gehören neben Milz, Thymus und den mukosaassoziierten lymphatischen Geweben (MALT) zum lymphatischen System und spielen eine zentrale Rolle in der Immunabwehr des tierischen Organismus. Lymphknoten kommen bei allen Haussäugetieren und Vögeln vor, unterscheiden sich jedoch in Anzahl, Größe, Lage und histologischem Feinbau teils erheblich zwischen den Tierarten. Ihre Größe reicht von wenigen Millimetern bei der Katze bis zu mehreren Zentimetern beim Rind. Im Rahmen der tierärztlichen Untersuchung sind palpierbare Lymphknoten wichtige diagnostische Indikatoren, da ihre Vergrößerung (Lymphadenomegalie) oder Veränderung auf infektiöse, entzündliche oder neoplastische Prozesse hinweisen kann.

Aufbau & Struktur

Der Lymphknoten besitzt eine bohnen- bis rundliche Form und ist von einer bindegewebigen Kapsel (Capsula nodi lymphatici) umgeben. An einer Seite befindet sich der Hilus (Lymphknotenpforte), über den Blutgefäße ein- und austreten und die Vasa lymphatica efferentia (abführende Lymphgefäße) den Knoten verlassen. Die zuführenden Lymphgefäße (Vasa lymphatica afferentia) münden an der konvexen Seite durch die Kapsel in den Randsinus (Sinus marginalis).

Histologisch gliedert sich das Lymphknotenparenchym in drei Zonen:

  • Rinde (Cortex): Hier liegen die Lymphfollikel (Noduli lymphatici), bestehend aus dicht gepackten B-Lymphozyten. Primärfollikel enthalten ruhende B-Zellen; nach Antigenkontakt bilden sich Sekundärfollikel mit einem hellen Keimzentrum (Centrum germinale), in dem die klonale Expansion und Differenzierung der B-Lymphozyten stattfindet.
  • Parakortex (parakortikale Zone): Dieser T-Zell-abhängige Bereich liegt zwischen Rinde und Mark. Hier befinden sich vorwiegend T-Lymphozyten und interdigitierende dendritische Zellen, die als antigenpräsentierende Zellen (APC) fungieren. Über spezialisierte hochendotheliale Venolen (HEV) treten naive Lymphozyten aus dem Blut in das Lymphknotengewebe über.
  • Mark (Medulla): Das Mark besteht aus Marksträngen (Chordae medullares), die Plasmazellen, Makrophagen und reife Lymphozyten enthalten. Zwischen den Strängen verlaufen die Marksinus (Sinus medullares), die schließlich am Hilus in die abführenden Lymphgefäße übergehen.

Ein dreidimensionales Netzwerk aus retikulären Fasern und retikulären Zellen bildet das Grundgerüst des Lymphknotens. In den Sinus sorgen Makrophagen und Sinusendothelzellen für die Filtration der durchströmenden Lymphe.

Funktion

Die Hauptfunktionen der Lymphknoten lassen sich in drei Bereiche gliedern:

  • Filtration: Die Lymphe wird auf ihrem Weg von der Peripherie zum Ductus thoracicus durch ein oder mehrere Lymphknoten geleitet. Makrophagen in den Sinus phagozytieren Mikroorganismen, Zelltrümmer, Fremdpartikel und Tumorzellen. Diese mechanische und biologische Filterfunktion verhindert die systemische Ausbreitung von Pathogenen.
  • Immunologische Überwachung und Aktivierung: Antigenpräsentierende Zellen, insbesondere dendritische Zellen, transportieren Antigene aus dem peripheren Gewebe in den Lymphknoten. Dort erfolgt die Präsentation gegenüber naiven T- und B-Lymphozyten, was die adaptive Immunantwort initiiert. Es kommt zur klonalen Selektion, Proliferation und Differenzierung der Lymphozyten.
  • Antikörperproduktion: In den Marksträngen sezernieren ausdifferenzierte Plasmazellen Immunglobuline, die über die efferente Lymphe in den Blutkreislauf gelangen und systemisch wirksam werden.

Unterschiede zwischen Tierarten

Die vergleichende Anatomie der Lymphknoten zeigt bemerkenswerte Unterschiede zwischen den Haussäugetieren:

  • Schwein (Sus scrofa domesticus): Eine anatomische Besonderheit stellt der invertierte Aufbau der Lymphknoten dar. Beim Schwein sind Rinde und Mark topographisch vertauscht: Die Lymphfollikel liegen zentral, das Mark peripher. Die afferenten Lymphgefäße treten am Hilus ein, die efferenten verlassen den Knoten über die Kapseloberfläche. Diese Inversion ist einzigartig unter den Haussäugetieren.
  • Rind (Bos taurus): Rinder besitzen zahlreiche, oft große und gut palpierbare Lymphknoten. Die Gesamtzahl beträgt etwa 300. Im Rahmen der Fleischuntersuchung sind insbesondere die Lnn. retropharyngeales, Lnn. cervicales, Lnn. mediastinales und Lnn. mesenteriales von besonderer Bedeutung.
  • Pferd (Equus caballus): Pferde haben zahlreiche kleine Lymphknoten, die häufig in Paketen (Lymphocentra) zusammenliegen. Charakteristisch sind die umfangreichen mesenterialen Lymphknotenpakete.
  • Hund und Katze: Bei diesen Karnivoren sind klinisch vor allem die oberflächlich liegenden Lymphknoten relevant: Ln. mandibularis, Ln. retropharyngealis lateralis, Ln. cervicalis superficialis, Ln. axillaris, Ln. inguinalis superficialis und Ln. popliteus. Beim gesunden Tier sind nicht alle davon palpierbar.
  • Geflügel: Vögel besitzen im Gegensatz zu Säugetieren