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Mäusebussard

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Tierart – Vögel > Greifvögel

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Buteo buteo
  • Ordnung: Greifvögel (Accipitriformes)
  • Familie: Habichtartige (Accipitridae)
  • Gattung: Bussarde (Buteo)
  • Lebensraum: Offene und halboffene Kulturlandschaften, Waldränder, Feldgehölze
  • Größe: 51–57 cm Körperlänge, Flügelspannweite 113–128 cm
  • Gewicht: Männchen 525–830 g, Weibchen 625–1.180 g
  • Lebenserwartung: 20–25 Jahre in freier Wildbahn, in Ausnahmefällen über 28 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Mäusebussard ist ein mittelgroßer, kompakt gebauter Greifvogel mit breiten, abgerundeten Flügeln und einem relativ kurzen, breit gefächerten Schwanz. Das Gefieder zeigt eine außerordentliche Variationsbreite – von nahezu einheitlich dunkelbraun über verschiedene Brauntöne bis hin zu sehr hellen, fast weißen Morphen. Diese Gefiedervariabilität ist innerhalb der europäischen Greifvögel einzigartig und erschwert die Bestimmung im Feld erheblich.

Typisch für die meisten Individuen ist eine braune Oberseite, eine helle, dunkel gebänderte Brust und ein deutliches, helles Brustband. Die Unterflügel weisen im Flug einen charakteristischen dunklen Flügelbug und helle Felder an den Handschwingenbasen auf. Der Schwanz ist oberseits braun mit mehreren dunklen Querbinden und einer breiten dunklen Endbinde. Die Wachshaut an der Schnabelbasis und die Beine sind gelb, die Iris ist bei adulten Vögeln braun bis graubraun. Der kräftige Hakenschnabel ist dunkel gefärbt. Jungvögel unterscheiden sich von den Altvögeln durch eine etwas hellere Iris und eine weniger deutliche Schwanzbänderung.

Im Flug gleitet der Mäusebussard häufig mit leicht angehobenen Flügeln in einer flachen V-Stellung – eine Haltung, die ihn von ähnlich großen Arten wie dem Wespenbussard (Pernis apivorus) unterscheidet.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Mäusebussards erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis. Er brütet von den Azoren und den Kanarischen Inseln über ganz Europa bis nach Zentralasien. In Mitteleuropa ist er der häufigste Greifvogel und nahezu flächendeckend verbreitet. Sein bevorzugtes Habitat besteht aus einer Mischung von Wäldern oder Feldgehölzen als Brutplatz und offenen Flächen wie Wiesen, Weiden, Ackerflächen und Brachland als Jagdgebiet. Diese Kombination aus Waldrand und offenem Kulturland bildet sein ideales Biotop.

Die mittel- und westeuropäischen Populationen sind überwiegend Standvögel oder Kurzstreckenzieher. Nordöstliche Populationen, etwa aus Skandinavien oder dem Baltikum, ziehen im Winter nach Süd- und Westeuropa. In milden Wintern bleiben viele Mäusebussarde ganzjährig in ihrem Brutrevier. Die Art besiedelt Höhenlagen von der Meeresküste bis in Gebirgsregionen von etwa 1.500 Metern, lokal auch höher.

In Deutschland wird der Brutbestand auf 80.000 bis 135.000 Brutpaare geschätzt, womit der Mäusebussard der mit Abstand häufigste Greifvogel des Landes ist.

Ernährung

Der Mäusebussard ernährt sich überwiegend von Kleinsäugern, insbesondere von Feldmäusen (Microtus arvalis) und anderen Wühlmausarten. Je nach Verfügbarkeit ergänzen Maulwürfe, junge Kaninchen, Ratten, Spitzmäuse, Eidechsen, Schlangen, Frösche und größere Insekten das Nahrungsspektrum. Gelegentlich erbeutet er auch bodenbrütende Vögel oder deren Nestlinge. Im Winter nimmt der Anteil von Aas in der Nahrung zu – Mäusebussarde fressen dann häufig an überfahrenen Tieren am Straßenrand, was sie selbst zur Kollisionsopfern im Straßenverkehr macht.

Die bevorzugte Jagdmethode ist die Ansitzjagd von erhöhten Warten wie Zaunpfählen, Masten oder einzelnen Bäumen. Von dort aus stößt der Bussard bei Sichtung einer Beute im niedrigen Gleitflug herab. Daneben nutzt er den Suchflug aus geringer Höhe und den Rüttelflug, bei dem er nahezu stationär in der Luft steht – eine Technik, die allerdings energieaufwendiger ist als die Ansitzjagd. Die Populationsdichte des Mäusebussards korreliert eng mit dem Feldmausbestand; in sogenannten Mäusejahren ist der Bruterfolg deutlich höher.

Verhalten & Lebensweise

Der Mäusebussard ist tagaktiv und überwiegend als Einzelgänger oder paarweise anzutreffen. Außerhalb der Brutzeit kann es an nahrungsreichen Stellen zu lockeren Ansammlungen kommen, etwa auf frisch gemähten Wiesen oder an Straßenrändern. Territoriales Verhalten zeigt sich besonders zur Brutzeit: Die Reviere werden mit kreisenden Flügen in großer Höhe und dem typischen, katzenartigen Ruf „hiääh" markiert. Dieser weittragende, miauende Ruf ist einer der charakteristischsten Vogellaute der mitteleuropäischen Kulturlandschaft.

An schönen Tagen nutzt der Mäusebussard thermische Aufwinde, um in weiten Kreisen in große Höhen aufzusteigen. Dieses Segeln dient sowohl der Revierüberwachung als auch der Nahrungssuche. Im Winter versammeln sich zuweilen mehrere Individuen an günstigen Schlafplätzen in Baumgruppen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz beginnt bereits im Februar und März mit auffälligen Flugmanövern über dem Brutrevier. Beide Partner steigen gemeinsam in große Höhen auf, wobei das Männchen steile Sturzflüge und wellenförmige Flugbahnen vorführt – das sogenannte „Girlandenflug"-Display. Mäusebussarde