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Mastitis

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Definition & Überblick

Die Mastitis (von griechisch mastos = Brust und -itis = Entzündung) bezeichnet eine Entzündung der Milchdrüse (Mamma), die bei nahezu allen Säugetierarten auftreten kann. In der Veterinärmedizin gehört sie zu den häufigsten und wirtschaftlich bedeutsamsten Erkrankungen überhaupt – insbesondere bei Milchkühen, aber auch bei Hündinnen, Katzen, Stuten, Schafen und Ziegen.

Die Erkrankung tritt überwiegend während der Laktation (Milchbildungsphase) auf, kann aber in selteneren Fällen auch außerhalb der Säugeperiode vorkommen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einer klinischen Mastitis, bei der sichtbare Symptome wie Schwellung, Rötung und veränderte Milch auftreten, und einer subklinischen Mastitis, bei der die Entzündung ohne äußerlich erkennbare Anzeichen verläuft und nur durch Laboruntersuchungen nachweisbar ist. Gerade die subklinische Form ist tückisch, weil sie über längere Zeit unbemerkt bleiben und zu chronischen Schäden am Drüsengewebe führen kann.

Ursachen & Risikofaktoren

Die häufigste Ursache einer Mastitis ist eine bakterielle Infektion. Erreger dringen in der Regel über den Strichkanal (Zitzenkanal) in das Eutergewebe ein und vermehren sich dort. Zu den häufigsten Erregern gehören:

  • Staphylococcus aureus – einer der bedeutendsten euterpathogenen Keime, häufig Auslöser chronischer Verlaufsformen
  • Streptococcus agalactiae, Streptococcus uberis – klassische Mastitiserreger beim Rind
  • Escherichia coli – verursacht häufig akute, schwere Verlaufsformen mit systemischer Erkrankung (sogenannte coliforme Mastitis)
  • Klebsiella, Pseudomonas und weitere Umweltkeime
  • Seltener: Hefen, Pilze oder Mykoplasmen

Neben dem Erregerspektrum spielen zahlreiche Risikofaktoren eine entscheidende Rolle. Beim Rind begünstigen mangelnde Melkhygiene, fehlerhafte Melktechnik, Zitzenverletzungen und unzureichende Stallhygiene das Eindringen von Keimen. Bei Hündinnen und Katzen sind häufig Milchstau, Verletzungen durch saugende Welpen oder Kätzchen sowie eine geschwächte Immunabwehr ursächlich. Generell erhöhen Stoffwechselstörungen rund um die Geburt, unzureichende Ernährung und Stress die Anfälligkeit für eine Euterentzündung erheblich.

Symptome & Erkennung

Die Symptome einer Mastitis variieren je nach Schweregrad und betroffenem Tier erheblich. Bei einer akuten klinischen Mastitis zeigen sich typischerweise folgende Anzeichen:

  • Schwellung und Verhärtung eines oder mehrerer Milchdrüsenkomplexe
  • Rötung und deutliche Überwärmung des betroffenen Gewebes
  • Schmerzhaftigkeit bei Berührung – das Tier wehrt sich gegen Abtasten oder Saugen
  • Veränderung der Milchbeschaffenheit: Flocken, wässrige Konsistenz, Blutbeimengungen oder eitrige Bestandteile
  • Fieber, Appetitlosigkeit und allgemeine Mattigkeit
  • Bei Muttertieren: Verweigerung des Säugens, Unruhe, Vernachlässigung der Jungtiere

In besonders schweren Fällen – etwa bei einer gangränösen Mastitis – verfärbt sich die Haut über dem betroffenen Gesäuge bläulich-schwarz. Das Gewebe stirbt ab (Nekrose), und es kann zu einer lebensbedrohlichen Sepsis (Blutvergiftung) kommen. Diese Form stellt einen absoluten Notfall dar.

Bei der subklinischen Mastitis fehlen äußere Symptome weitgehend. Auffällig ist allenfalls ein Rückgang der Milchleistung oder eine erhöhte somatische Zellzahl in der Milch, die nur labordiagnostisch feststellbar ist.

Diagnose

Die Diagnose einer klinischen Mastitis beginnt mit der klinischen Untersuchung: Adspektion (Betrachtung) und Palpation (Abtasten) der Milchdrüse liefern bereits wesentliche Hinweise. Die Beurteilung der Milch – visuell und mithilfe eines Vormelkbechers – gehört zur Routinediagnostik.

Weiterführende Untersuchungsmethoden umfassen:

  • California-Mastitis-Test (CMT) – ein einfacher Schnelltest, der die somatische Zellzahl in der Milch semiquantitativ bestimmt und Hinweise auf eine subklinische Entzündung gibt
  • Bakteriologische Milchuntersuchung – Erregeranzucht aus Milchproben zur genauen Identifizierung des Keims und Erstellung eines Antibiogramms (Resistenztest)
  • Zellzahlbestimmung im Labor – eine somatische Zellzahl über 100.000 Zellen/ml beim Rind gilt als Hinweis auf eine Euterentzündung
  • Ultraschalluntersuchung – bei Verdacht auf Abszessbildung oder tieferliegende Gewebeveränderungen
  • Blutuntersuchung – zur Beurteilung systemischer Entzündungsparameter bei schweren Verlaufsformen

Behandlung & Therapie

Die Therapie richtet sich nach Schweregrad, Erreger und Tierart. Zentrale Behandlungsbausteine sind:

Antibiotische Therapie: Bei bakteriell bedingter Mastitis ist die gezielte Gabe von Antibiotika in den meisten Fällen unverzichtbar. Die Verabreichung erfolgt je nach Situation