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Mondfisch

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Tierart – Fische > Sonstige Fische

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Mola mola (Linnaeus, 1758)
  • Ordnung: Kugelfischartige (Tetraodontiformes)
  • Familie: Mondfische (Molidae)
  • Gattung: Mola
  • Lebensraum: Offene Ozeane, tropische bis gemäßigte Meeresgebiete weltweit
  • Größe: Bis zu 3,3 Meter Länge, bis zu 4,2 Meter Flossenhöhe (Spitze der Rückenflosse bis Spitze der Afterflosse)
  • Gewicht: Bis zu 2.300 Kilogramm
  • Lebenserwartung: Geschätzt 20–25 Jahre in freier Wildbahn; in Gefangenschaft bis über 10 Jahre dokumentiert

Aussehen & Merkmale

Der Mondfisch gehört zu den ungewöhnlichsten Erscheinungen im Tierreich der Meere. Sein Körper ist seitlich stark abgeflacht und annähernd scheibenförmig, was ihm im Deutschen den Namen „Mondfisch" und im Englischen die Bezeichnung „Ocean Sunfish" eingebracht hat. Die lateinische Gattungsbezeichnung Mola bedeutet „Mühlstein" und spielt auf die runde, massige Gestalt an.

Ein auffälliges Merkmal ist das weitgehende Fehlen einer echten Schwanzflosse (Caudalflosse). Stattdessen besitzt der Mondfisch am hinteren Körperende eine sogenannte Clavus – eine steife, rudimentäre Hautfalte, die aus verschmolzenen Elementen der Rücken- und Afterflosse hervorgegangen ist. Die Rückenflosse (Dorsalflosse) und die Afterflosse (Analflosse) sind dagegen hoch und symmetrisch angeordnet. Sie dienen als Hauptantrieb und werden synchron hin- und herbewegt, ähnlich dem Flügelschlag eines Vogels.

Die Haut des Mondfisches ist dick, lederartig und mit einer Schleimschicht überzogen. Typische Schuppen fehlen bei adulten Tieren fast vollständig; stattdessen finden sich kleine, raue Hautdentikel. Die Färbung reicht von silbrig-grau über braun bis olivfarben, wobei die Bauchseite oft heller ist als der Rücken. Das Maul ist klein und die Zähne sind zu einem papageienschnabelartigen Gebiss verschmolzen – ein Merkmal, das die Zugehörigkeit zur Ordnung der Kugelfischartigen unterstreicht.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Mondfisches erstreckt sich über alle tropischen und gemäßigten Ozeane der Welt. Er kommt im Atlantik, Pazifik und Indischen Ozean vor und wurde gelegentlich auch in kühleren Gewässern gesichtet, etwa vor den Küsten Skandinaviens oder Neuseelands. Das bevorzugte Habitat ist die pelagische Zone des offenen Meeres, also der Freiwasserbereich weit entfernt von Küsten und Meeresgrund.

Mondfische führen ausgedehnte vertikale Wanderungen durch. Tagsüber tauchen sie regelmäßig in Tiefen von 200 bis über 600 Metern ab, um dort Nahrung zu suchen. An die Oberfläche kehren sie zurück, um sich aufzuwärmen – ein Verhalten, das als „Thermoregulation durch Sonnen" bekannt ist. Dabei legen sie sich häufig seitlich an die Wasseroberfläche, was ihnen im englischsprachigen Raum den Namen „Sunfish" eingetragen hat. Saisonale horizontale Wanderungen über Hunderte von Kilometern sind durch Satellitentelemetrie nachgewiesen.

Ernährung

Mondfische ernähren sich vorwiegend von Quallen verschiedener Arten, darunter Ohrenquallen, Kompassquallen und Feuerquallen. Da Quallen zu über 95 Prozent aus Wasser bestehen und einen sehr geringen Nährwert haben, müssen Mondfische große Mengen davon aufnehmen, um ihren Energiebedarf zu decken. Das Nahrungsspektrum umfasst darüber hinaus Salpen, Rippenquallen, Krebstiere, kleine Fische, Fischlarven, Tintenfische und Seegras. Neuere Magenuntersuchungen zeigen, dass die Ernährung vielfältiger ist als lange angenommen, und dass Mondfische durchaus auch benthische Organismen in größerer Tiefe fressen.

Verhalten & Lebensweise

Mondfische sind überwiegend Einzelgänger. Gelegentlich werden lockere Ansammlungen beobachtet, etwa in nahrungsreichen Gebieten oder an sogenannten „Putzerstationen", an denen kleine Fische wie Lippfische oder Jungfische anderer Arten die Parasiten von der Haut des Mondfisches entfernen. Dieses Symbiose-Verhalten findet häufig an Riffen oder Seetangbetten statt.

Die Fortbewegung des Mondfisches wirkt auf den ersten Blick träge. Er schwimmt langsam, indem er seine hohen Rücken- und Afterflossen gleichzeitig seitlich bewegt. Tatsächlich zeigen Telemetriedaten, dass Mondfische täglich beachtliche Strecken zurücklegen und in der Lage sind, gegen Strömungen zu schwimmen. Sie sind also keineswegs hilflose Treiber, wie früher oft vermutet wurde.

Ein besonderes Verhalten ist das bereits erwähnte Sonnen an der Wasseroberfläche. Man vermutet, dass dies nicht nur der Thermoregulation dient, sondern möglicherweise auch die Verdauung fördert und Hautparasiten durch UV-Strahlung reduziert. Mondfische sind stark von Parasiten betroffen – es wurden über 50 verschiedene Parasitenarten an einem einzigen Tier dokumentiert.

Fortpflanzung & Aufzucht

Über die Fortpflanzung des Mondfisches ist vergleichsweise wenig bekannt. Die Tiere sind ovipar, das heißt, die Weibchen geben Eier ins freie Wasser ab, wo sie vom Männchen befruchtet werden. Ein einzelnes Weibchen kann bis zu 300 Millionen Eier produzieren – mehr als bei jedem anderen bekannten Wirbeltier. Die Eier sind winzig klein, mit einem Durchmesser von etwa 1,3 Millimetern.

Die frisch geschlüpften Larven sind nur wenige Millimeter groß und sehen dem adulten Tier kaum ähnlich. Sie besitzen zunächst eine normale Schwanzflosse und tragen Stacheln am Körper, die an verwandte Kugelfische und