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Narwal

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Tierart – Säugetiere > Meeressäuger – Wale

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Monodon monoceros
  • Ordnung: Wale (Cetacea)
  • Unterordnung: Zahnwale (Odontoceti)
  • Familie: Gründelwale (Monodontidae)
  • Gattung: Monodon
  • Lebensraum: Arktische Gewässer, Packeis-Regionen
  • Größe: 4,0–5,5 m (ohne Stoßzahn), Stoßzahn bis 3 m
  • Gewicht: 800–1.600 kg
  • Lebenserwartung: 30–50 Jahre, vereinzelt über 100 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Narwal gehört zu den mittelgroßen Zahnwalen und zeigt einen gedrungenen, spindelförmigen Körperbau ohne Rückenflosse. Anstelle einer Finne besitzt er lediglich einen flachen Rückenkamm, der sich über das hintere Körperdrittel erstreckt – eine Anpassung an das Leben unter dem arktischen Packeis, die das Risiko von Verletzungen an der Eisunterseite verringert. Die Brustflossen sind kurz und paddelförmig, die Fluke ist breit und an den Hinterrändern konvex geschwungen.

Die Haut des Narwals verändert sich mit dem Alter deutlich. Neugeborene sind gleichmäßig grau bis bräunlich gefärbt. Mit zunehmendem Alter entwickelt sich ein charakteristisches Muster aus dunkelgrauen und weißlichen Flecken auf der Oberseite, während die Bauchseite aufhellt. Alte Tiere können nahezu vollständig weiß erscheinen.

Das auffälligste Merkmal ist der spiralförmig gewundene Stoßzahn, der ausschließlich bei Männchen regelmäßig ausgebildet wird. Dabei handelt es sich um den linken oberen Eckzahn, der durch die Oberlippe nach vorn wächst und eine Länge von bis zu drei Metern und ein Gewicht von bis zu zehn Kilogramm erreichen kann. Die Spiralwindung verläuft stets gegen den Uhrzeigersinn. In seltenen Fällen – bei etwa einem von 500 Männchen – bilden sich zwei Stoßzähne aus. Weibchen tragen nur ausnahmsweise einen kürzeren, dünneren Stoßzahn. Die genaue biologische Funktion dieses Zahnes ist Gegenstand wissenschaftlicher Diskussion; wahrscheinlich dient er als sekundäres Geschlechtsmerkmal bei der Partnerwahl, als Sinnesorgan zur Wahrnehmung von Temperatur- und Salzgehaltsunterschieden im Wasser sowie zur Klärung der Rangordnung unter Männchen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Narwals beschränkt sich auf die hocharktischen Gewässer des Atlantiks und des Arktischen Ozeans. Hauptvorkommen liegen in der Baffin Bay, der Davis Strait, der Framstraße und rund um die Gewässer Grönlands, des kanadisch-arktischen Archipels sowie des nördlichen Spitzbergen-Gebietes. Kleinere Populationen finden sich vor der russischen Arktisküste, etwa in der Barents- und Karasee.

Das bevorzugte Habitat sind tiefe Fjorde, Meerengen und küstennahe Gewässer mit saisonaler Eisbedeckung. Im Winter halten sich Narwale in dicht vereisten Offshore-Gebieten auf, wo sie in kleinen Spalten und Polynjas – offenen Wasserstellen im Packeis – atmen. Im Sommer ziehen sie in flachere Küstengewässer und Fjorde, die dann eisfrei sind. Diese saisonalen Wanderungen können mehrere tausend Kilometer umfassen.

Ernährung

Narwale ernähren sich vorwiegend von Fischen und Kopffüßern. Zu den wichtigsten Beutetieren zählen Polardorsch (Boreogadus saida), Schwarzer Heilbutt (Reinhardtius hippoglossoides), verschiedene Tintenfischarten sowie Garnelen und andere Krebstiere. Die Nahrungszusammensetzung variiert saisonal: Während im Sommer in den flachen Küstengewässern vor allem bodennah lebende Fische gefressen werden, dominieren im Winter Tiefseebeutetiere.

Beim Beutefang tauchen Narwale regelmäßig in Tiefen von 500 bis 800 Metern, einzelne Tauchgänge wurden bis auf über 1.800 Meter dokumentiert. Damit gehören sie zu den am tiefsten tauchenden Meeressäugern überhaupt. Die Tauchgänge dauern in der Regel 20 bis 25 Minuten. Die Beute wird durch Saugschnappen aufgenommen, da die Tiere – abgesehen vom Stoßzahn – funktionell zahnlos sind.

Verhalten & Lebensweise

Narwale sind gesellige Tiere und leben in Gruppen von typischerweise 5 bis 20 Individuen. Diese Verbände setzen sich meist aus Tieren gleichen Geschlechts und ähnlichen Alters zusammen. Während der Sommermonate können sich mehrere solcher Gruppen zu größeren Aggregationen von mehreren hundert bis über tausend Tieren zusammenschließen, insbesondere in produktiven Küstengewässern.

Wie alle Zahnwale nutzen Narwale Echoortung (Biosonar) zur Orientierung und Beutesuche. Sie erzeugen Klicklaute, Pfeiftöne und pulsierende Rufe. Die akustische Kommunikation spielt eine zentrale Rolle im Sozialgefüge der Gruppen. Männchen zeigen während der Paarungszeit ein als „Tusking" bezeichnetes Verhalten, bei dem sie ihre Stoßzähne aneinander reiben und kreuzen – vermutlich ein ritualisierter Rangkampf, der die Hierarchie innerhalb der Gruppe festlegt.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in die Monate März bis April. Nach einer Tragzeit von rund 14 bis 15 Monaten bringt das Weibchen in der Regel ein einzelnes Kalb zur Welt, üblicherweise zwischen Juni und August des Folgejahres. Neugeborene sind etwa 1,5 bis 1,7 Meter lang und wiegen rund 80 Kilogramm. Die Stillzeit erstreckt sich über mehr als ein Jahr, wobei die Kälber ab einem Alter von etwa sechs Monaten zusätzlich feste Nahrung aufnehmen. Weibchen gebären im Durchschnitt alle drei Jahre. Die Geschlechtsreife wird bei Weibchen mit sechs bis acht Jahren, bei Männchen mit etwa neun bis zwöl