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Nasenausfluss

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Definition & Überblick

Nasenausfluss – in der tiermedizinischen Fachsprache als Nasenefflux oder nasale Sekretion bezeichnet – beschreibt das Austreten von Flüssigkeit oder zähflüssigem Sekret aus einer oder beiden Nasenöffnungen (Nares) eines Tieres. Es handelt sich dabei nicht um eine eigenständige Erkrankung, sondern um ein klinisches Symptom, das auf eine Vielzahl zugrundeliegender Ursachen hinweisen kann.

Nasenausfluss tritt bei nahezu allen Haustierarten auf – besonders häufig bei Hunden, Katzen, Pferden, Kaninchen und Meerschweinchen. Die Beschaffenheit des Sekrets liefert dem Tierarzt bereits erste wichtige diagnostische Hinweise: Serös (wässrig-klar), mukös (schleimig), mukopurulent (schleimig-eitrig), purulent (eitrig) oder hämorrhagisch (blutig) sind die gängigen Kategorien. Ob der Ausfluss einseitig (unilateral) oder beidseitig (bilateral) auftritt, ist ein weiteres entscheidendes Unterscheidungsmerkmal.

Ursachen & Risikofaktoren

Die Ursachen für Nasenausfluss beim Tier sind vielfältig und reichen von harmlosen Reizungen bis hin zu schwerwiegenden Grunderkrankungen:

  • Infektionen: Virale Erkrankungen wie der Katzenschnupfen-Komplex (Felines Herpesvirus, Calicivirus), Staupe beim Hund oder Druse beim Pferd (Streptococcus equi) zählen zu den häufigsten Auslösern. Bakterielle Sekundärinfektionen verschlechtern das Krankheitsbild oft erheblich. Auch Pilzinfektionen (Mykosen), etwa durch Aspergillus fumigatus, können chronischen Nasenausfluss verursachen.
  • Fremdkörper: Grannen, Grashalme oder kleine Pflanzenteile, die in den Nasengang gelangen, führen typischerweise zu plötzlichem, einseitigem Ausfluss mit heftigem Niesen.
  • Allergien: Umweltallergene wie Pollen, Staub oder Schimmelpilzsporen können eine allergische Rhinitis auslösen.
  • Zahnerkrankungen: Besonders bei Hunden führen Wurzelabszesse der Oberkieferzähne durch oronasale Fisteln zu einseitigem, oft eitrigem oder blutigem Nasenausfluss.
  • Tumore: Nasenhöhlentumore – beim Hund häufig Adenokarzinome oder Chondrosarkome – verursachen chronischen, zunehmend blutigen Ausfluss, meist einseitig beginnend.
  • Anatomische Besonderheiten: Brachyzephale Rassen (Mops, Perserkatze, Bulldogge) sind aufgrund ihrer verkürzten Nasenstrukturen prädisponiert.
  • Gerinnungsstörungen: Thrombozytopenie oder Vergiftungen mit Antikoagulanzien (z. B. Rattengift) können sich durch beidseitiges Nasenbluten (Epistaxis) äußern.

Als Risikofaktoren gelten junges oder hohes Alter, unvollständiger Impfschutz, Immunsuppression, Gruppenhaltung mit hohem Infektionsdruck sowie rassebedingte anatomische Prädispositionen.

Symptome & Erkennung

Tierhalter bemerken Nasenausfluss häufig als feuchte, verkrustete oder verschmierte Nasenöffnungen. Begleitend können folgende Symptome auftreten:

  • Häufiges Niesen oder umgekehrtes Niesen (Rückwärtsniesen, besonders beim Hund)
  • Stridor – hörbare Atemgeräusche durch verengte Nasengänge
  • Reiben der Nase mit den Pfoten oder am Boden
  • Verminderte Futteraufnahme durch eingeschränkten Geruchssinn (Anosmie)
  • Gesichtsschwellung oder Deformation bei Tumoren oder schweren Mykosen
  • Augenausfluss (okulärer Ausfluss) bei gleichzeitiger Beteiligung des Tränennasenkanals
  • Allgemeinbefinden: Mattigkeit, Fieber, Appetitlosigkeit

Die Beobachtung von Farbe, Konsistenz, Geruch und Seitigkeit des Ausflusses liefert wertvolle Informationen. Einseitiger eitriger Ausfluss spricht eher für Fremdkörper, Zahnerkrankung oder Tumor, während beidseitiger seröser Ausfluss häufig auf virale Infektionen oder Allergien hindeutet. Übelriechender Ausfluss (Foetor) weist auf Gewebezerfall oder anaerobe Bakterien hin.

Diagnose

Die diagnostische Aufarbeitung beginnt mit einer gründlichen Anamnese – Dauer des Ausflusses, Impfstatus, Vorerkrankungen, mögliche Fremdkörperexposition – gefolgt von einer allgemeinen und speziellen klinischen Untersuchung inklusive Adspektion der Maulhöhle.

Je nach Verdachtsdiagnose stehen folgende weiterführende Verfahren zur Verfügung:

  • Rhinoskopie: Die endoskopische Untersuchung der Nasenhöhle ermöglicht die direkte Visualisierung von Fremdkörpern, Tumoren, Pilzplaques oder Schleimhautveränderungen. Gleichzeitig können Biopsien entnommen werden.
  • Bildgebende Verfahren: Röntgenaufnahmen des Schädels, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) geben Aufschluss über knöcherne Beteiligung, Tumorausdehnung oder Zahnwurzelprobleme. Die CT gilt als Goldstandard bei Nasenerkrankungen.
  • Zytologie und Bakteriologie: Abstriche und Tupferproben werden mikroskopisch untersucht und zur Erregeranzucht eingesandt. Ein Antibiogramm bestimmt die Empfindlichkeit nachgewiesener Bakterien gegenüber Antibiotika.
  • Blutuntersuchung: Blutbild, Gerinnungsprofil und Organwerte helfen, systemische Erkrankungen oder