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Oberhaut

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Anatomie & Körperbau > Körperbau – allgemein

Definition & Überblick

Die Oberhaut (lat. Epidermis) bildet die äußerste Schicht der Haut (Cutis) und stellt damit die unmittelbare Grenze des Organismus zur Umwelt dar. Als mehrschichtiges, verhornendes Plattenepithel (Epithelium stratificatum squamosum cornificatum) überzieht sie lückenlos die gesamte Körperoberfläche aller Wirbeltiere. Gemeinsam mit der darunterliegenden Lederhaut (Dermis, Corium) und der Unterhaut (Subcutis, Hypodermis) bildet die Epidermis das größte Organ des Körpers – das Integumentum commune. Da die Oberhaut selbst keine Blutgefäße enthält, wird sie als avaskulär bezeichnet und erhält ihre Nährstoffe ausschließlich durch Diffusion aus der gefäßreichen Dermis.

Aufbau & Struktur

Die Epidermis besteht aus einem dynamischen Zellverband, dessen Architektur durch den Prozess der Keratinisierung (Verhornung) geprägt ist. Von innen nach außen werden – in Abhängigkeit von Körperregion und Tierart – bis zu fünf Schichten unterschieden:

  • Stratum basale (Basalschicht): Einschichtige Lage zylindrischer bis kubischer Zellen, die der Basalmembran (Membrana basalis) aufsitzen. Hier befinden sich die mitotisch aktiven Keratinozyten, die für die ständige Erneuerung der Epidermis verantwortlich sind. Zwischen den Basalzellen liegen Melanozyten, die das Pigment Melanin synthetisieren, sowie Merkel-Zellen als Mechanorezeptoren.
  • Stratum spinosum (Stachelzellschicht): Mehrere Lagen polygonaler Zellen, die über zahlreiche Desmosomen miteinander verbunden sind. In histologischen Präparaten erscheinen diese Zellbrücken stachelartig – daher der Name. Hier befinden sich auch die Langerhans-Zellen, dendritische Zellen des Immunsystems.
  • Stratum granulosum (Körnerschicht): Abgeflachte Keratinozyten mit basophilen Keratohyalingranula und lamellären Körperchen (Odland-Körperchen), die Lipide in den Interzellularraum sezernieren und so die epidermale Barriere aufbauen.
  • Stratum lucidum (Glanzschicht): Eine nur im Bereich stark beanspruchter, unbehaarter Hautstellen (z. B. Ballen, Flotzmaul) erkennbare, homogen erscheinende Übergangszone.
  • Stratum corneum (Hornschicht): Die äußerste Lage aus kernlosen, vollständig verhornten Zellen (Korneozyten), die in eine lipidreiche Matrix eingebettet sind. Dieses „Ziegel-und-Mörtel-Modell" ist entscheidend für die Barrierefunktion der Haut. Die Korneozyten werden kontinuierlich als Hautschuppen abgeschilfert (Desquamation).

Basalschicht und Stachelzellschicht werden zusammen als Stratum germinativum (Keimschicht) bezeichnet, da hier die proliferative Aktivität konzentriert ist. Der gesamte Erneuerungszyklus – der sogenannte epidermale Turnover – dauert je nach Tierart und Körperregion zwischen 20 und 30 Tagen.

Funktion

Die Epidermis erfüllt eine Vielzahl lebenswichtiger Aufgaben:

  • Mechanischer Schutz: Das verhornte Plattenepithel schützt tieferliegende Gewebe vor Abrieb, Druck und Scherkräften.
  • Barrierefunktion: Die Lipidlamellen zwischen den Korneozyten verhindern den transepidermalen Wasserverlust (TEWL) und den Eintritt potenziell schädlicher Substanzen.
  • Immunologische Abwehr: Langerhans-Zellen und Keratinozyten bilden als Teil des Skin-Associated Lymphoid Tissue (SALT) eine immunologische Erstlinie.
  • UV-Schutz: Melanozyten transferieren Melanosomen an umliegende Keratinozyten und bilden so über den Zellkernen einen Schutzschild gegen UV-induzierte DNA-Schäden.
  • Sensorik: Merkel-Zellen und freie Nervenendigungen, die bis in die Epidermis reichen, vermitteln taktile Reize.

Unterschiede zwischen Tierarten

Die Dicke und Beschaffenheit der Epidermis variiert erheblich zwischen den Tierarten und korreliert mit den jeweiligen ökologischen Anforderungen. Bei Hund und Katze ist die Oberhaut an behaarten Stellen außerordentlich dünn – oft nur drei bis fünf Zelllagen stark –, während sie an den Sohlenballen (Pulvinus) deutlich dicker ausfällt und ein ausgeprägtes Stratum lucidum aufweist. Beim Pferd zeigt sich eine besonders dicke Epidermis im Bereich der Hufkapsel, wo das Stratum corneum als Hufhorn eine extreme Sonderform der Verhornung darstellt. Rinder besitzen am Flotzmaul (Planum nasolabiale) eine stark verdickte, drüsenfreie Epidermis mit individuellem Oberflächenmuster. Bei Schweinen ähnelt die Epidermis in ihrer Dicke und Struktur stärker der menschlichen Haut, weshalb porzine Haut häufig als Modell in der vergleichenden Dermatologie herangezogen wird. Reptilien besitzen eine Epidermis, die Schuppen aus β-Keratin bildet, während Säugetiere vorwiegend α-Keratin produzieren. Vögel zeigen eine dünne Epidermis mit Verhornung an den Ständern und am Schnabel, während die Federbälge eine hochspezialisierte epidermale Differenzierung darstellen.

Besonderheiten

Die Epidermis ist der Ursprungsort sämtlicher Hautan