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Orientalisch-kurzhaar

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Steckbrief

  • Herkunft: Thailand / Großbritannien
  • Rassestandard: FIFé (Kategorie IV), TICA, CFA, WCF
  • Größe: Mittelgroß, schlank und langgestreckt
  • Gewicht: Katze 3–4,5 kg, Kater 4–5,5 kg
  • Lebenserwartung: 12–17 Jahre
  • Fell: Kurz, fein, eng anliegend, seidig glänzend, kaum Unterwolle
  • Farben: Über 300 anerkannte Farb- und Zeichnungsvarianten, darunter Schwarz (Ebony), Weiß, Blau, Chocolate, Lilac, Cinnamon, Fawn, Rot, Creme sowie alle Tabby-Muster, Schildpatt und Smoke-Varianten

Herkunft & Geschichte

Die Orientalisch Kurzhaar – international als Oriental Shorthair bekannt – teilt ihre Abstammung mit der Siamkatze. Beide Rassen haben ihren Ursprung in Thailand, dem einstigen Königreich Siam, wo seit Jahrhunderten schlanke, elegante Katzen in Tempeln und Palästen gehalten wurden. Historische Darstellungen im „Tamra Maew", einer thailändischen Katzenhandschrift aus dem 14. Jahrhundert, zeigen bereits einfarbige Katzen vom orientalischen Typ.

Die gezielte Zucht der Orientalisch Kurzhaar begann in den 1950er-Jahren in Großbritannien. Züchter kreuzten Siamkatzen mit anderen Kurzhaarrassen, darunter Russisch Blau und Britisch Kurzhaar, um einfarbige Katzen mit dem eleganten Körperbau der Siam zu erhalten, jedoch ohne die charakteristische Point-Zeichnung. Das Ergebnis war eine Katze, die den gesamten Körperbau und das Temperament der Siamkatze besitzt, aber in einer enormen Vielfalt an Fellfarben und -mustern auftritt.

In den 1970er-Jahren erkannten die großen Zuchtverbände FIFé und CFA die Orientalisch Kurzhaar als eigenständige Rasse an. Seitdem hat sie sich weltweit eine treue Fangemeinde erarbeitet. In manchen Zuchtverbänden wird sie gemeinsam mit der Orientalisch Langhaar (Javanese/Mandarin) in einer Rassegruppe geführt.

Aussehen & Rassemerkmale

Die Orientalisch Kurzhaar verkörpert den orientalischen Typ in Reinform. Ihr Körper ist lang, schlank und muskulös, dabei aber niemals zerbrechlich. Der Rumpf ist röhrenförmig, die Beine hoch und feinknochig, die Hinterbeine etwas länger als die Vorderbeine. Der peitschenartige Schwanz verjüngt sich zu einer feinen Spitze.

Der keilförmige Kopf bildet zusammen mit den auffallend großen, weit auseinanderstehenden Ohren ein nahezu gleichseitiges Dreieck. Das Profil zeigt eine gerade Linie von der Stirn bis zur Nasenspitze ohne Stopp. Die mandelförmigen, mittelgroßen Augen stehen leicht schräg und sind in der Regel leuchtend grün. Bei weißen Exemplaren sind auch blaue Augen oder Odd Eyes (verschiedenfarbige Augen) möglich.

Das Fell liegt extrem eng am Körper an und besitzt eine seidige, fast glatte Textur. Durch die kaum vorhandene Unterwolle schimmern die Farben besonders intensiv. Die Farbvielfalt ist unter allen Katzenrassen nahezu unerreicht: Von tiefem Ebenholz über zartes Lilac bis hin zu komplexen Tabby-Zeichnungen reicht die Palette.

Charakter & Wesen

Wer sich eine Orientalisch Kurzhaar ins Haus holt, bekommt keine stille Samtpfote. Diese Katze ist extrem kommunikativ, verspielt, intelligent und anhänglich bis zur Aufdringlichkeit. Sie begleitet ihren Menschen auf Schritt und Tritt, kommentiert alles mit einer bemerkenswert lauten und variationsreichen Stimme und fordert aktiv Aufmerksamkeit ein.

Die Orientalisch Kurzhaar ist ausgesprochen treu und bindet sich eng an ihre Bezugsperson. Manche Halter beschreiben sie als „hundeartig" – sie apportiert gern, lernt Tricks und reagiert auf ihren Namen. Langeweile und Einsamkeit verträgt sie schlecht. Wird sie längere Zeit allein gelassen, kann sie mit destruktivem Verhalten oder Depressionen reagieren.

Gegenüber Fremden zeigt sie sich neugierig und aufgeschlossen. Im Zusammenleben mit anderen Katzen oder sogar Hunden ist sie in der Regel sozialverträglich, sofern eine angemessene Eingewöhnung stattfindet. Ihr Spieltrieb bleibt bis ins hohe Alter erhalten – eine wachsame, aktive Katze, die ständig in Bewegung ist.

Haltung & Pflege

Die Orientalisch Kurzhaar braucht Beschäftigung und Gesellschaft. Eine Einzelhaltung mit ganztägiger Abwesenheit der Halter ist für diese Rasse völlig ungeeignet. Idealerweise lebt sie mit einer zweiten Katze zusammen – am besten einer ebenso aktiven Rasse aus der orientalischen Gruppe.

Die Wohnung sollte katzengerecht eingerichtet sein: hohe Kratzbäume, Klettermöglichkeiten, Intelligenzspielzeug und regelmäßige interaktive Spieleinheiten gehören zum Pflichtprogramm. Gesicherter Freigang oder ein Balkon mit Katzennetz bereichern die Haltung, sind aber keine zwingende Voraussetzung, solange die Wohnung genügend Auslauf und Reize bietet.

Die Fellpflege gestaltet sich unkompliziert. Da die Orientalisch Kurzhaar kaum Unterwolle besitzt, reicht gelegentliches Bürsten oder Abreiben mit einem feuchten Tuch, um loses Haar zu entfernen und den seidigen Glanz zu erhalten. In der Fellwechselzeit kann etwas häufigeres Bürsten sinnvoll sein.

Ernährung

Die Orientalisch Kurzhaar hat einen aktiven Stoffwechsel und benötigt hochwertiges Futter mit einem hohen Fleischanteil. Proteinreiches Nass- oder Rohfutter (BARF) eignet sich besonders gut. Getreidelastiges Futter mit hohem Anteil an pflanzlichen Füllstoffen sollte vermieden werden.

Aufgrund ihrer schlanken Konstitution neigt diese Rasse weniger zu Übergewicht als viele andere Katzenrassen.