Paarung
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Definition und Überblick
Als Paarung wird die geschlechtliche Vereinigung zweier Tiere zum Zweck der Fortpflanzung bezeichnet. Der Begriff umfasst den gesamten Vorgang der körperlichen Kopulation, bei dem männliche Keimzellen (Spermien) auf oder in den Körper des weiblichen Tieres übertragen werden, um dort Eizellen zu befruchten. Synonyme Bezeichnungen sind Begattung, Kopulation oder im zoologischen Sprachgebrauch auch Koitus. In der Tierzucht spricht man häufig vom Decken oder Belegen, wenn die Paarung gezielt durch den Menschen veranlasst wird.
Die Paarung stellt einen zentralen Abschnitt im Reproduktionszyklus dar und ist bei den meisten Tierarten eng an hormonelle Vorgänge, jahreszeitliche Rhythmen und artspezifische Verhaltensweisen gekoppelt. Sie unterscheidet sich grundlegend von der äußeren Befruchtung, wie sie etwa bei vielen Fischen und Amphibien vorkommt, bei der Ei- und Samenzellen außerhalb des Körpers zusammentreffen.
Balz und Paarungsverhalten
Der eigentlichen Paarung geht bei den meisten Tierarten ein mehr oder weniger ausgeprägtes Balzverhalten voraus. Dieses Vorspiel dient mehreren Zwecken: Es ermöglicht die Arterkennung, signalisiert die Paarungsbereitschaft und synchronisiert den physiologischen Zustand beider Partner. Die Balz kann visuelle Signale umfassen – etwa das Radschlagen des Pfaus oder den Farbwechsel bei Chamäleons –, akustische Elemente wie den Gesang der Singvögel oder den Brunftschrei des Rothirsches sowie taktile und chemische Reize.
Pheromone spielen bei zahlreichen Arten eine Schlüsselrolle. Diese chemischen Botenstoffe werden von paarungsbereiten Tieren abgesondert und lösen beim Geschlechtspartner hormonelle und verhaltensmäßige Reaktionen aus. Bei Hunden etwa signalisiert die läufige Hündin durch Duftstoffe im Urin ihre Empfängnisbereitschaft über große Distanzen.
Das Paarungsverhalten wird hormonell gesteuert. Bei weiblichen Säugetieren bestimmt der Östrus (die Brunst oder Hitze) den Zeitraum der Empfängnisbereitschaft. Nur während dieser Phase duldet das Weibchen in der Regel den Deckakt. Bei männlichen Tieren steigt der Testosteronspiegel in der Fortpflanzungszeit an und steigert den Paarungstrieb.
Formen der Paarung im Tierreich
Die Art und Weise der Paarung variiert im Tierreich erheblich. Grundsätzlich lassen sich mehrere Formen unterscheiden:
- Innere Befruchtung mit Kopulation: Das Männchen führt ein Begattungsorgan (Penis, Hemipenis bei Reptilien, Aedeagus bei Insekten) in die Geschlechtsöffnung des Weibchens ein und überträgt dort Sperma. Diese Form ist typisch für Säugetiere, Reptilien, Vögel und viele Insekten.
- Kloakenkuss: Bei den meisten Vogelarten besitzen die Männchen keinen Penis. Stattdessen pressen beide Partner ihre Kloaken kurz aufeinander, wobei das Sperma übertragen wird.
- Spermatophorenübertragung: Einige Amphibien, Skorpione und andere Arthropoden setzen Samenpakete (Spermatophoren) ab, die das Weibchen anschließend aufnimmt – teils ohne direkten Körperkontakt.
- Traumatische Insemination: Bei bestimmten Insektenarten, etwa der Bettwanze, durchsticht das Männchen die Körperwand des Weibchens und injiziert die Spermien direkt in die Leibeshöhle.
Auch die Dauer des Paarungsaktes unterscheidet sich stark. Während der Deckakt beim Pferd nur wenige Sekunden dauert, können Hunde durch das sogenannte Hängen (Verknotung des Bulbus glandis) bis zu 30 Minuten verbunden bleiben. Bei manchen Schlangen dauert die Kopulation mehrere Stunden.
Paarungssysteme
In der Verhaltensbiologie werden verschiedene Paarungssysteme unterschieden, die beschreiben, wie sich Fortpflanzungspartner zueinander verhalten:
- Monogamie: Ein Männchen paart sich ausschließlich mit einem Weibchen, zumindest über eine Fortpflanzungsperiode hinweg. Häufig bei Vögeln wie Störchen oder Albatros.
- Polygynie: Ein Männchen paart sich mit mehreren Weibchen. Verbreitet bei Hirschen, Gorillas und vielen Hühnervögeln.
- Polyandrie: Ein Weibchen paart sich mit mehreren Männchen. Seltener, aber etwa bei Wasserfasanen oder Tüpfelhyänen zu beobachten.
- Promiskuität: Beide Geschlechter paaren sich mit wechselnden Partnern ohne feste Bindung. Typisch für viele Nagetiere und manche Primatenarten wie Schimpansen.
Paarung in der Tierzucht
In der Tierzucht wird die Paarung planmäßig gesteuert, um bestimmte Zuchtziele zu erreichen. Der Züchter wählt die Elterntiere nach Kriterien wie Gesundheit, Exterieur, Leistung und genetischer Kompatibilität aus. Man unterscheidet dabei den Natursprung, bei dem Hengst, Bulle oder Eber das weibliche Tier direkt decken, von der künstlichen Besamung, bei der Sperma gewonnen, aufbereitet und instrumentell in den Genitaltrakt des Weibchens eingebracht wird.
Die künstliche Besamung hat in der modernen Nutztierhaltung den Natursprung bei vielen Tierarten weitgehend abgelöst. Sie bietet Vorteile wie die Vermeidung von Deckinfektionen, die Nutzung genetisch wertvoller Vatertiere über große Entfernungen und die gezielte Steuerung des Besamungszeitpunktes in Abstimmung mit dem Ovulationszyklus des Weibchens.
Zur Optimierung der Befruchtungsrate setzen Züchter verschiedene Methoden der Brunstsynchronisation ein. Dabei wird der Sexualzyklus der weib