Pelz
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Definition und Überblick
Als Pelz bezeichnet man die abgezogene, gegerbte und verarbeitete Tierhaut mitsamt dem darauf befindlichen Haarkleid. Im Unterschied zu Leder, bei dem die Haare entfernt werden, bleibt beim Pelz das Fell vollständig erhalten. Der Begriff wird sowohl für das Rohmaterial – das sogenannte Rauchwerk – als auch für daraus gefertigte Kleidungsstücke und Accessoires verwendet. In der Kürschnerei und im Pelzhandel spricht man häufig auch von Fellen, Bälgen oder Rauchwaren, wobei letzterer Ausdruck sich vom mittelhochdeutschen Wort „rûch" (rau, haarig) ableitet und nichts mit Rauch im Sinne von Qualm zu tun hat.
Geschichte der Pelznutzung
Die Verwendung von Tierfellen gehört zu den ältesten kulturellen Praktiken der Menschheit. Bereits in der Altsteinzeit nutzten Menschen Felle als Schutz vor Kälte und Witterung. Archäologische Funde belegen, dass schon vor über 100.000 Jahren Werkzeuge zur Fellbearbeitung existierten. Im Mittelalter entwickelte sich der Pelzhandel zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig. Kostbare Pelze wie Hermelin, Zobel und Marder galten als Statussymbole des Adels und hoher Geistlicher. Das Tragen bestimmter Pelzarten war durch Kleiderordnungen streng reglementiert.
Der nordamerikanische Pelzhandel ab dem 16. Jahrhundert – vor allem mit Biberfellen – trieb die europäische Kolonialisierung voran und führte zur Gründung mächtiger Handelsgesellschaften wie der Hudson's Bay Company. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde Pelz zunehmend industriell verarbeitet und erreichte als Modeartikel breitere Bevölkerungsschichten. Parallel dazu begann ab den 1970er-Jahren eine wachsende gesellschaftliche Kritik an der Pelzgewinnung.
Herkunft und Tierarten
Pelze stammen aus zwei Hauptquellen: der Pelztierhaltung (Farmzucht) und der Jagd bzw. dem Fallenfang wildlebender Tiere. Weltweit werden Dutzende verschiedener Tierarten zur Pelzgewinnung genutzt. Zu den häufigsten gehören:
- Nerz (Mink) – mengenmäßig das mit Abstand bedeutendste Farmtier in der Pelzindustrie, geschätzt wegen seines dichten, seidig glänzenden Fells
- Fuchs – sowohl Rot- als auch Polarfüchse werden gezüchtet; das Fell zeichnet sich durch langes, weiches Grannenhaar aus
- Chinchilla – liefert eines der feinsten und dichtesten Felle mit bis zu 20.000 Haaren pro Quadratzentimeter
- Kaninchen – als Nebenprodukt der Fleischgewinnung weit verbreitet, oft unter dem Handelsnamen „Rex" oder „Orylag" angeboten
- Nutria (Biberratte) – ursprünglich in Südamerika beheimatet, heute auch in Europa gezüchtet
- Zobel – eines der teuersten Pelztiere, vorwiegend in Russland und Sibirien beheimatet
- Biber, Waschbär, Marderhund (Tanuki) – häufig aus Fallenfang oder ostasiatischer Zucht
- Persianer (Karakulschaf) – gewonnen aus den Lammfellen neugeborener oder ungeborener Karakulschafe mit charakteristischer Lockenstruktur
Verarbeitung und Gerbung
Die Verarbeitung eines rohen Tierfells zum fertigen Pelz umfasst mehrere Arbeitsschritte. Zunächst wird der frische Balg konserviert – meist durch Trocknen, Salzen oder Einfrieren –, um Fäulnis zu verhindern. Anschließend erfolgt die Gerbung, bei der die Lederhaut (Hautseite des Fells) durch chemische Behandlung haltbar, geschmeidig und widerstandsfähig gemacht wird. Traditionell kamen pflanzliche oder mineralische Gerbstoffe zum Einsatz, heute dominieren Chromgerbung und Alaunbehandlung.
Nach der Gerbung wird das Fell geläutert (entfettet und gereinigt), eventuell gefärbt oder gebleicht und durch mechanische Verfahren wie Walken und Strecken geschmeidig gemacht. Das Handwerk des Kürschners umfasst schließlich den Zuschnitt und die Verarbeitung der gegerbten Felle zu Mänteln, Jacken, Mützen, Kragen, Besätzen oder Decken. Dabei kommen spezielle Techniken wie das Auslassen (Schneiden und Neuvernähen eines Fells in schmalere, längere Streifen) zum Einsatz, um die gewünschte Form zu erzielen.
Qualitätsmerkmale
Die Qualität eines Pelzes wird nach mehreren Kriterien beurteilt. Entscheidend sind die Haardichte, die Feinheit und Länge des Grannenhaars, die Beschaffenheit der Unterwolle, der Glanz, die Geschmeidigkeit der Lederseite sowie die Gleichmäßigkeit der Färbung. Winterfelle gelten in der Regel als hochwertiger, da das Haarkleid dann dichter und voller ausgeprägt ist. Auch Herkunft, Zuchtlinie und das Alter des Tieres beeinflussen den Wert. Auf internationalen Pelzauktionen – etwa in Kopenhagen, Helsinki oder Sankt Petersburg – werden die Felle in standardisierten Qualitätsklassen gehandelt.
Tierschutz und Kontroversen
Die Pelzgewinnung gehört zu den am heftigsten diskutierten Themen im Bereich der Tiernutzung. Tierschutzorganisationen kritisieren vor allem die Haltungsbedingungen in Pelzfarmen, in denen Tiere wie Nerze und Füchse in engen Drahtgitterkäfigen gehalten werden. Diese Haltungsform widerspricht den natürlichen Verhaltensweisen der Tiere – Nerze etwa sind Einzelgänger mit großem Aktionsradius und einer starken Bindung an Gewässer. Die Tötungsmethoden auf Farmen umfassen Vergasung, Elektroschock und Genickbruch.
Mehrere europäische Länder haben die Pelztierhaltung inzwischen gesetzlich verboten oder stark eingesch