Pfeifatmung
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Definition & Überblick
Unter Pfeifatmung versteht man ein hörbares, pfeifendes oder zischendes Atemgeräusch, das bei Tieren während der Ein- und/oder Ausatmung auftritt. In der tiermedizinischen Fachsprache wird dieses Phänomen als Stridor (bei Verengungen der oberen Atemwege) oder Wheezing (bei Verengungen der unteren Atemwege, insbesondere der Bronchien) bezeichnet. Die Pfeifatmung ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Symptom, das auf eine Einengung oder Obstruktion der Atemwege hinweist.
Das Geräusch entsteht physikalisch durch eine Beschleunigung des Luftstroms an verengten Stellen der Atemwege – vergleichbar mit dem Pfeifen, das entsteht, wenn Wind durch einen schmalen Spalt bläst. Betroffen sein können grundsätzlich alle Tierarten. Besonders häufig wird Pfeifatmung bei Pferden (sogenanntes „Kehlkopfpfeifen"), Hunden brachyzephaler Rassen (Mops, Französische Bulldogge, Pekinese), Katzen mit felinem Asthma sowie bei Vögeln mit Atemwegsinfektionen beobachtet.
Je nach Lokalisation der Verengung unterscheidet man zwischen inspiratorischem Stridor (Pfeifgeräusch bei der Einatmung, typisch für Verengungen im Bereich von Nase, Rachen oder Kehlkopf) und exspiratorischem Wheezing (Pfeifgeräusch bei der Ausatmung, typisch für Verengungen in den Bronchien und der Lunge).
Ursachen & Risikofaktoren
Die Ursachen für Pfeifatmung sind vielfältig und reichen von harmlosen anatomischen Eigenheiten bis hin zu lebensbedrohlichen Erkrankungen:
- Anatomische Anomalien: Das Brachyzephale Obstruktive Atemwegssyndrom (BOAS) bei kurzköpfigen Hunderassen ist eine der häufigsten Ursachen. Verengte Nasenlöcher (Stenotische Nares), ein verlängertes Gaumensegel und kollabierte Luftröhrenknorpel führen zu chronischer Pfeifatmung.
- Kehlkopflähmung (Larynxparalyse): Besonders bei älteren, großen Hunderassen wie Labrador Retriever und beim Pferd (Hemiplegia laryngis, das klassische „Kehlkopfpfeifen") kommt es durch eine einseitige oder beidseitige Lähmung der Stimmbandmuskulatur zur Einengung der Stimmritze.
- Entzündliche Erkrankungen: Bronchitis, Pneumonie, Tracheitis oder felines Asthma bronchiale verursachen durch Schleimhautschwellung, Schleimproduktion und Bronchospasmus eine Verengung der Atemwege.
- Fremdkörper: Eingeatmete Grashalme, Grannen, Spielzeugteile oder Futterbrocken können akute Pfeifatmung auslösen.
- Tumoren und Zubildungen: Nasentumoren, Kehlkopfpolypen, Trachealtumoren oder Lungentumoren verengen die Atemwege mechanisch.
- Trachealkollaps: Vor allem bei kleinen Hunderassen (Yorkshire Terrier, Chihuahua, Zwergspitz) kollabiert die Luftröhre aufgrund erweichter Knorpelspangen.
- Infektionen: Zwingerhusten beim Hund, Katzenschnupfen, Aspergillose bei Vögeln oder Lungenwurmbefall bei verschiedenen Tierarten.
- Allergische Reaktionen: Insektenstiche im Maulbereich, anaphylaktische Reaktionen oder Umweltallergene können akute Schwellungen der Atemwege verursachen.
Zu den Risikofaktoren zählen Übergewicht (erhöht den Druck auf die Atemwege), hohe Umgebungstemperaturen und Luftfeuchtigkeit, staubige oder rauchige Umgebung, Stress sowie das Alter des Tieres. Rassedispositionen spielen eine wesentliche Rolle.
Symptome & Erkennung
Neben dem charakteristischen pfeifenden Atemgeräusch zeigen betroffene Tiere häufig weitere Symptome, die auf eine beeinträchtigte Atmung hindeuten:
- Verstärkte Atemarbeit mit sichtbarer Flankenatmung oder Bauchatmung
- Erhöhte Atemfrequenz (Tachypnoe)
- Maulatmung bei Katzen – ein bei dieser Tierart stets als ernstes Warnsignal zu wertendes Verhalten
- Husten, der trocken oder feucht-produktiv sein kann
- Nasenausfluss (serös, mukös oder eitrig)
- Bläuliche Verfärbung der Schleimhäute (Zyanose) als Zeichen eines Sauerstoffmangels
- Leistungsintoleranz und schnelle Ermüdung bei Belastung
- Unruhe, Angst oder im Gegenteil Apathie und Rückzug
- Würgen, Schluckbeschwerden oder röchelnde Geräusche
- Beim Pferd: Einziehen der Nüstern, verminderte Rittigkeit und Geräusche besonders unter Belastung
Tierhalter sollten darauf achten, wann die Pfeifatmung auftritt (in Ruhe, bei Belastung, nachts), ob sie plötzlich oder schleichend begonnen hat und ob sie sich verschlechtert. Diese Informationen sind für die tierärztliche Diagnostik von hohem Wert.
Diagnose
Die Diagnostik beginnt mit einer gründlichen Anamnese und einer klinischen Allgemeinuntersuchung. Der Tierarzt wird das Tier zunächst in Ruhe beobachten, die Atemfrequenz und das Atemmuster beurteilen und die Atemgeräusche mittels Auskultation (Abhören mit dem Stethoskop) systematisch erfassen. Dabei