T Tierlexikon.net
← Lexikon

Pixiebob

P

Rassen > Katzenrassen

Steckbrief

  • Herkunft: USA (Bundesstaat Washington)
  • Rassestandard: TICA (The International Cat Association), anerkannt seit 1998; bei FIFé und CFA nicht anerkannt
  • Größe: Mittelgroß bis groß
  • Gewicht: Kater 5–8 kg, Katzen 4–6 kg
  • Lebenserwartung: 13–16 Jahre
  • Fell/Farben: Kurzhaar oder Langhaar (Halblang); ausschließlich Brown Spotted Tabby in verschiedenen Schattierungen
  • Besonderheit: Polydaktylie (überzählige Zehen) ist als einzige Katzenrasse im Rassestandard der TICA erlaubt – bis zu sieben Zehen pro Pfote

Herkunft & Geschichte

Die Pixiebob verdankt ihre Existenz einer einzelnen Katze namens Pixie, die 1985 im US-Bundesstaat Washington geboren wurde. Die amerikanische Züchterin Carol Ann Brewer erwarb in den 1980er-Jahren mehrere Katzen mit kurzem Stummelschweif und ungewöhnlich kräftigem Körperbau aus ländlichen Gegenden des pazifischen Nordwestens. Unter den Bewohnern dieser Region kursierte die Legende, es handele sich um natürliche Hybriden zwischen verwilderten Hauskatzen und dem Nordamerikanischen Rotluchs (Bobcat, Lynx rufus). Genetische Untersuchungen konnten eine solche Wildkatzen-Abstammung bislang allerdings nicht bestätigen – die Pixiebob gilt nach aktuellem Wissensstand als reine Hauskatzenrasse.

Carol Ann Brewer begann gezielt mit der Zucht und legte Wert darauf, den wildkatzenähnlichen Typ zu festigen. 1993 wurde die Pixiebob bei der TICA als experimentelle Rasse registriert, 1998 erhielt sie den vollen Championship-Status. Der Zuchtverband TICA bleibt bis heute die wichtigste Organisation für die Anerkennung und Bewertung dieser Rasse. In Europa ist die Pixiebob nach wie vor selten, gewinnt aber stetig an Beliebtheit unter Liebhabern außergewöhnlicher Katzenrassen.

Aussehen & Rassemerkmale

Die Pixiebob ist eine substanzvolle, muskulöse Katze mit einem kräftigen Knochenbau, der an einen kleinen Wildkatzentypus erinnert. Der Körper ist lang gestreckt, die Brust breit, die Hinterbeine etwas länger als die Vorderbeine, was dem Gang eine leicht rollende Dynamik verleiht. Ausgewachsene Kater wirken deutlich massiger als Katzen – der Geschlechtsdimorphismus ist bei dieser Rasse ausgeprägt.

Der Kopf ist birnenförmig, breit und mit einem kräftigen Kinn ausgestattet. Die mittelgroßen Ohren sind breit angesetzt und tragen idealerweise Luchspinsel an den Spitzen. Die tiefliegenden Augen sind mittelgroß, dreieckig bis mandelförmig und strahlen in Gold-, Stachelbeergold- oder Grüntönen. Markante Augenbrauen und ein deutlicher Brauenwulst verstärken den wilden Ausdruck.

Das namensgebende Merkmal ist der verkürzte Schwanz, der zwischen 5 und maximal Sprunggelenklänge misst. Einige Tiere werden mit einem nahezu normallangen Schwanz geboren – laut Rassestandard muss er jedoch mindestens 5 cm lang sein. Die Polydaktylie, also das Vorhandensein zusätzlicher Zehen, ist bei der Pixiebob als rassespezifische Besonderheit zugelassen. Die großen, breiten Pfoten erinnern an die eines Luchses.

Das Fell existiert in zwei Varianten: kurz und dicht mit wolligem Unterfell oder halblang mit weicher Textur. In beiden Fällen ist das Muster ein Brown Spotted Tabby – getupfte Zeichnung auf warmbraunem bis rötlich-braunem Grund. Die Bauchzeichnung ist deutlich sichtbar, und ein heller Augenring gehört zum gewünschten Erscheinungsbild.

Charakter & Wesen

Trotz ihres wilden Erscheinungsbildes ist die Pixiebob eine ausgesprochen sanftmütige und menschenbezogene Katze. Züchter und Halter beschreiben sie häufig als „hundeartig" – sie folgt ihrem Besitzer durch die Wohnung, reagiert auf ihren Namen, lässt sich an der Leine führen und apportiert gerne Spielzeug. Diese Rasse ist treu, anhänglich und bildet eine enge Bindung zu ihrer Bezugsperson.

Pixiebobs sind gesellig, ohne aufdringlich zu sein. Sie verstehen sich in der Regel gut mit Kindern, Hunden und anderen Katzen. Ihr Wesen ist wachsam, aber nicht nervös. Statt laut zu miauen, kommunizieren sie bevorzugt über leise Zwitscherlaute, Triller und ein charakteristisches Gurren. Aggressives Verhalten ist bei gut sozialisierten Tieren äußerst selten.

Ihre Intelligenz und Verspieltheit machen sie zu hervorragenden Partnern für interaktive Beschäftigung. Clickertraining, Intelligenzspielzeug und Apportierspiele werden begeistert angenommen. Gleichzeitig besitzt die Pixiebob eine gelassene Grundhaltung und neigt nicht zu Hyperaktivität.

Haltung & Pflege

Die Pixiebob ist eine anpassungsfähige Rasse, die sowohl in einer geräumigen Wohnung als auch mit gesichertem Freigang zufrieden lebt. Aufgrund ihrer Menschenbezogenheit sollte sie nicht über längere Zeit allein gelassen werden. Ein zweiter Katzenpartner oder regelmäßige Beschäftigung durch den Halter sind empfehlenswert. Wer berufstätig ist, sollte für ausreichend Klettermöglichkeiten, Kratzbäume und Spielangebote sorgen.

Die Fellpflege ist unkompliziert. Bei der Kurzhaar-Variante genügt wöchentliches Bürsten, um lose Haare und Unterwolle zu entfernen. Die halblange Variante profitiert von zwei bis drei Bürsteneinheiten pro Woche, besonders während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst. Krallen, Ohren und Zähne sollten regelmäßig kontrolliert werden – bei polydaktylen Tieren ist besonders auf die zusätzlichen Krallen zu achten, die gelegentlich nicht ausreichend abgenutzt werden und dann gekürzt werden müssen.

Ernährung

Als kräftige, muskulöse Katze hat die Pixiebob einen