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Quastenflosser

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Tierart – Fische > Sonstige Fische

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Latimeria chalumnae (Komoren-Quastenflosser), Latimeria menadoensis (Manado-Quastenflosser)
  • Ordnung: Quastenflosser (Coelacanthiformes)
  • Familie: Quastenflosser (Latimeriidae)
  • Gattung: Latimeria
  • Lebensraum: Tiefe Felshöhlen und Unterwasserschluchten tropischer Meere, 150–700 m Tiefe
  • Größe: bis 180 cm (Weibchen), Männchen etwas kleiner
  • Gewicht: bis 95 kg
  • Lebenserwartung: geschätzt über 60 Jahre, möglicherweise bis zu 100 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Quastenflosser, auch als Coelacanthus oder „lebendes Fossil" bezeichnet, unterscheidet sich grundlegend von den meisten heute lebenden Knochenfischen. Sein massiger, dunkelblau bis graubraun gefärbter Körper ist mit großen, rauen Kosmoidschuppen bedeckt, die ein unregelmäßiges helles Fleckenmuster tragen. Dieses Muster ist bei jedem Individuum einzigartig und dient Forschern zur Identifikation einzelner Tiere.

Das auffälligste Merkmal sind die paarigen Brust- und Bauchflossen, die an kurzen, muskulösen Stielen sitzen – den namensgebenden „Quasten". Diese Flossenstiele enthalten ein gegliedertes Skelett, das in seinem Aufbau den Extremitätenknochen von Landwirbeltieren ähnelt. Die Schwanzflosse ist dreigeteilt: Zwischen dem oberen und unteren Lappen sitzt ein zusätzlicher, zipfelförmiger Fortsatz (Epicaudallobus), eine Struktur, die bei keinem anderen lebenden Fisch vorkommt.

Der Schädel besitzt ein intrakranielles Gelenk, das es dem Tier erlaubt, den vorderen Schädelteil nach oben zu klappen und so das Maul extrem weit zu öffnen. Anstelle einer knöchernen Wirbelsäule besitzt der Quastenflosser eine mit Öl gefüllte, elastische Notochord (Rückensaite), die als Stützstruktur dient. Das Gehirn nimmt nur etwa 1,5 Prozent der Schädelhöhle ein – der Rest ist mit Fett gefüllt.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Komoren-Quastenflossers (Latimeria chalumnae) umfasst die Gewässer rund um die Komoren im westlichen Indischen Ozean, wobei vereinzelte Funde auch vor der Küste Südafrikas, Mosambiks, Madagaskars und Tansanias dokumentiert wurden. Die zweite Art, der Manado-Quastenflosser (Latimeria menadoensis), wurde erst 1997 vor der indonesischen Insel Sulawesi entdeckt. Sein Habitat beschränkt sich auf einen eng begrenzten Bereich der Celebes-See.

Beide Arten bewohnen ein sehr spezifisches Biotop: steile vulkanische Felshänge mit tiefen Höhlen und Überhängen in Tiefen zwischen 150 und 300 Metern, gelegentlich bis 700 Meter. Tagsüber ziehen sich die Tiere in diese Höhlen zurück. Die Wassertemperatur in ihrem Habitat liegt typischerweise zwischen 14 und 22 °C. Wärmeres Wasser wird offenbar gemieden, was die enge Bindung an tiefe Zonen erklärt.

Ernährung

Quastenflosser sind Raubfische und ernähren sich von verschiedenen Tiefseefischen, Tintenfischen und bodenlebenden Organismen. Zu ihren Beutetieren gehören unter anderem Laternenfische, Tiefseeanglerfische und kleinere Haie. Die Jagd erfolgt vorwiegend nachts, wenn die Tiere ihre Höhlen verlassen und langsam, fast schwebend über den Meeresboden driften. Der spezielle Schädelmechanismus mit dem intrakraniellen Gelenk ermöglicht ein schnelles Aufreißen des Mauls und ein kräftiges Saugschnappen, mit dem Beute in Sekundenbruchteilen eingesogen wird.

Verhalten & Lebensweise

Quastenflosser sind überwiegend nachtaktiv. Tagsüber ruhen sie einzeln oder in kleinen Gruppen von bis zu 16 Individuen in Felshöhlen, wobei sie dabei teilweise kopfüber oder seitwärts in der Wassersäule stehen. Die Gruppen sind keine festen sozialen Verbände – die Zusammensetzung wechselt regelmäßig, und die Tiere zeigen kein ausgeprägtes Territorialverhalten.

Die Fortbewegung ist ungewöhnlich: Die muskulösen Flossenpaare werden in einem alternierenden Muster bewegt, das an den Kreuzgang vierbeiniger Landtiere erinnert. Die linke Brustflosse bewegt sich gleichzeitig mit der rechten Bauchflosse und umgekehrt. Trotz dieser komplexen Bewegungskoordination sind Quastenflosser träge Schwimmer, die sich nur selten über größere Distanzen fortbewegen. Unterwasserbeobachtungen mit Tauchbooten zeigten, dass einzelne Tiere über Jahre hinweg immer wieder dieselben Höhlen aufsuchen.

Ein gut entwickeltes Elektrorezeptionsorgan in der Schnauze (Rostral Organ) erlaubt es dem Quastenflosser, elektrische Felder von Beutetieren wahrzunehmen – eine Fähigkeit, die sonst vor allem von Haien und Rochen bekannt ist.

Fortpflanzung & Aufzucht

Quastenflosser sind ovovivipar: Die Weibchen tragen die Eier im Eileiter aus, wo sich die Embryonen entwickeln und schließlich lebend geboren werden. Die Eier sind mit einem Durchmesser von etwa 9 cm und einem Gewicht von über 300 g die größten bekannten Eier aller Knochenfische. Die Tragzeit wird auf 13 bis 14 Monate geschätzt, einige neuere Studien legen sogar eine Tragzeit von bis zu drei bis fünf Jahren nahe – was sie zu den Wirbeltieren mit der längsten Tragzeit überhaupt machen würde.

Ein Wurf umfasst zwischen 5 und 26 Jungtiere, die bei der Geburt bereits rund 35 cm lang sind. Über das Paarungsverhalten und eine mögliche Balz ist nahezu nichts bekannt, da sich die Fortpflanzung in der Tiefs