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Ragdoll

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Rassen > Katzenrassen

Steckbrief

  • Herkunft: USA (Kalifornien)
  • Rassestandard: FIFé, TICA, CFA, WCF
  • Größe: Groß bis sehr groß; Schulterhöhe ca. 30–40 cm
  • Gewicht: Kater 6,5–10 kg, Katzen 4,5–7 kg
  • Lebenserwartung: 12–17 Jahre
  • Fell: Halblanghaar, seidig, wenig Unterwolle
  • Farben: Seal, Blue, Chocolate, Lilac, Red, Cream – jeweils in den Zeichnungen Colourpoint, Mitted und Bicolour

Herkunft & Geschichte

Die Ragdoll gehört zu den jüngeren Katzenrassen und geht auf die Zuchtarbeit der Amerikanerin Ann Baker in Riverside, Kalifornien, zurück. In den frühen 1960er-Jahren kreuzte Baker eine weiße, langhaarige Hauskatze namens Josephine mit verschiedenen Katern – darunter vermutlich Birma- und Burma-ähnliche Tiere. Die daraus entstandenen Nachkommen fielen durch ihren außergewöhnlich sanften Charakter und die Eigenart auf, sich beim Hochnehmen völlig zu entspannen und schlaff in den Armen zu hängen. Dieses Verhalten gab der Rasse ihren Namen: „Ragdoll" bedeutet im Englischen „Stoffpuppe".

Ann Baker ließ den Rassenamen schützen und gründete die International Ragdoll Cat Association (IRCA). Ihre teils unkonventionellen Zuchtmethoden und geschäftlichen Praktiken führten jedoch zu Konflikten innerhalb der Züchtergemeinschaft. In den 1970er-Jahren lösten sich die Züchter Denny und Laura Dayton von Baker und trieben die Anerkennung der Ragdoll durch etablierte Zuchtverbände voran. 1991 wurde die Rasse von der britischen GCCF anerkannt, 2000 folgte die vollständige Anerkennung durch die CFA. Heute ist die Ragdoll bei allen großen internationalen Dachverbänden – FIFé, TICA, CFA und WCF – als eigenständige Rasse registriert und gehört weltweit zu den beliebtesten Katzenrassen.

Aussehen & Rassemerkmale

Die Ragdoll ist eine imposante Halblanghaarkatze mit kräftigem, muskulösem Körperbau und breitem Brustkorb. Der Kopf ist breit und keilförmig mit sanft gerundeten Konturen. Die großen, ovalen Augen leuchten stets in einem intensiven Blau – ein zentrales Rassemerkmal, das im Rassestandard zwingend vorgeschrieben ist. Die mittelgroßen Ohren sind leicht nach vorne geneigt und an den Spitzen abgerundet.

Das seidige Fell liegt relativ dicht am Körper an, besitzt aber kaum Unterwolle, was die Neigung zur Verfilzung deutlich reduziert. Auffällig ist die ausgeprägte Halskrause, die besonders bei Katern stark entwickelt ist. Der buschige Schwanz ist lang und proportional zum Körper.

Die Ragdoll ist eine Point-Katze. Die Färbung konzentriert sich auf die kühleren Körperstellen – Gesicht, Ohren, Beine und Schwanz –, während der Körper heller bleibt. Es werden drei Zeichnungsmuster unterschieden: Colourpoint (dunkle Points ohne Weiß), Mitted (dunkle Points mit weißen Pfoten und Kinnstreifen) und Bicolour (umgekehrtes V im Gesicht, weiße Beine und Bauch). Ragdoll-Kitten kommen nahezu weiß zur Welt; die endgültige Fellfarbe entwickelt sich erst innerhalb der ersten zwei bis drei Lebensjahre.

Charakter & Wesen

Der Charakter der Ragdoll ist ihr vielleicht größtes Kapital. Diese Katzen gelten als ausgesprochen sanftmütig, anhänglich und menschenbezogen. Sie folgen ihrem Besitzer gerne von Raum zu Raum und suchen aktiv seine Nähe – eine Eigenschaft, die ihnen bisweilen den Ruf einer „hundeähnlichen" Katze einbringt. Ragdolls sind treu, geduldig und ausgesprochen verträglich mit Kindern und anderen Haustieren.

Trotz ihres ruhigen Grundtemperaments sind Ragdolls keineswegs lethargisch. Sie sind verspielt und intelligent, lernen schnell und lassen sich sogar das Apportieren kleiner Gegenstände beibringen. Ihre Stimme setzen sie eher zurückhaltend ein; wenn sie miauen, klingt es leise und melodisch. Aggressives Verhalten ist bei dieser Rasse äußerst selten.

Die typische Muskelentspannung beim Hochnehmen, die der Rasse ihren Namen gab, ist zwar nicht bei jedem Tier gleich stark ausgeprägt, doch die grundsätzliche Gelassenheit und Toleranz gegenüber Berührungen ist ein verlässliches Wesensmerkmal.

Haltung & Pflege

Ragdolls eignen sich hervorragend als Wohnungskatzen, da sie in der Regel kein ausgeprägtes Freigang-Bedürfnis zeigen. Ein gesicherter Balkon oder ein eingezäunter Garten können das Wohlbefinden zusätzlich steigern. Aufgrund ihres geringen Jagdinstinkts und ihrer Gutmütigkeit fehlt ihnen häufig die nötige Vorsicht im Straßenverkehr, weshalb ungesicherter Freigang nicht empfohlen wird.

Die Fellpflege ist trotz der Haarlänge vergleichsweise unkompliziert. Durch die geringe Unterwolle neigt das Fell weniger zum Verfilzen als bei Persern. Dennoch sollte die Ragdoll mindestens ein- bis zweimal wöchentlich gründlich gebürstet werden – während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst auch häufiger. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Achseln und der Bereich hinter den Ohren.

Ragdolls brauchen Beschäftigung und Gesellschaft. Einzelhaltung ist nicht artgerecht; ein zweiter Artgenosse – idealerweise ebenfalls eine ruhige Rasse – ist dringend zu empfehlen. Intelligenzspielzeug, Kletterbäume und interaktive Spieleinheiten mit dem Menschen halten Körper und Geist fit.

Ernährung

Die Ernährung der Ragdoll sollte hochwertig und proteinreich sein. Als große, muskulöse Katze hat sie einen entsprechenden Energiebedarf, neigt bei Bewegungsmangel aber