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Rippen

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Anatomie & Körperbau > Körperbau – allgemein

Definition & Überblick

Die Rippen (Costae, Singular: Costa) sind paarige, bogenförmig gekrümmte Knochen des Rumpfskeletts, die gemeinsam mit der Brustwirbelsäule (Vertebrae thoracicae) und dem Brustbein (Sternum) den Brustkorb (Thorax) bilden. Sie gehören zu den platten Knochen (Ossa plana) und zählen funktionell zum Achsenskelett. Bei Haussäugetieren variiert ihre Anzahl artspezifisch erheblich – von 13 Rippenpaaren beim Hund bis zu 18 Rippenpaaren beim Pferd. Neben ihrer zentralen Schutzfunktion für die Brustorgane spielen sie eine entscheidende Rolle bei der Atemmechanik.

Aufbau & Struktur

Jede Rippe besteht aus zwei Abschnitten: dem knöchernen Teil (Os costale) und dem knorpeligen Teil (Cartilago costalis), dem sogenannten Rippenknorpel. Der Übergang zwischen beiden Anteilen wird als Knochen-Knorpel-Grenze (Articulatio costochondralis) bezeichnet.

Am knöchernen Rippenanteil lassen sich folgende Strukturen unterscheiden:

  • Rippenkopf (Caput costae): Er artikuliert mit den Gelenkflächen (Foveae costales) an den Wirbelkörpern zweier benachbarter Brustwirbel und bildet das Rippenkopfgelenk (Articulatio capitis costae).
  • Rippenhals (Collum costae): Der schmale Abschnitt zwischen Kopf und Höcker.
  • Rippenhöcker (Tuberculum costae): Er bildet mit dem Querfortsatz des zugehörigen Brustwirbels das Rippenhöckergelenk (Articulatio costotransversaria).
  • Rippenkörper (Corpus costae): Der bogenförmig gekrümmte Hauptteil der Rippe. An seiner Innenfläche verläuft der Sulcus costae, eine Rinne, die Interkostalgefäße und -nerven (Arteria, Vena und Nervus intercostalis) beherbergt.

Funktionell werden die Rippen in drei Gruppen eingeteilt:

  • Wahre Rippen (Costae verae, Costae sternales): Sie sind über ihren Rippenknorpel direkt mit dem Brustbein verbunden.
  • Falsche Rippen (Costae spuriae, Costae asternales): Ihre Rippenknorpel verbinden sich nicht direkt mit dem Sternum, sondern heften sich an den Knorpel der vorhergehenden Rippe an und bilden gemeinsam den Rippenbogen (Arcus costalis).
  • Fliegende Rippen (Costae fluctuantes): Ihre Knorpelenden liegen frei in der Bauchwandmuskulatur – beim Hund ist in der Regel das letzte Rippenpaar als fliegende Rippe ausgebildet.

Funktion

Die Rippen erfüllen mehrere lebenswichtige Funktionen. Ihre primäre Aufgabe ist die mechanische Protektion der Brustorgane – Herz, Lunge, große Gefäße und beim Wiederkäuer auch Teile der Vormägen werden durch den knöchernen Thoraxrahmen geschützt.

Darüber hinaus sind die Rippen essenziell für die Atemmechanik. Die Interkostalmuskulatur (Musculi intercostales externi und interni) bewegt die Rippen bei der Inspiration nach kranioventral und bei der Exspiration nach kaudodorsal. Dieses Heben und Senken der Rippen erweitert bzw. verengt den Brustraum und ermöglicht so die kostale Atmung (Rippenatmung), die besonders beim Pferd eine große Rolle spielt.

Die Rippen dienen zudem als Ansatzfläche für zahlreiche Muskeln der Bauchwand, der Schultergliedmaße und der Rückenmuskulatur. Bei Jungtieren findet in der spongiösen Knochensubstanz der Rippen außerdem Hämatopoese (Blutbildung) statt.

Unterschiede zwischen Tierarten

Die Rippenanzahl ist ein artspezifisches Merkmal und korreliert mit der Anzahl der Brustwirbel:

  • Pferd (Equus caballus): 18 Rippenpaare (8 sternale, 10 asternale), entsprechend 18 Brustwirbeln. Die Rippen sind lang, breit und stark gekrümmt – passend zum voluminösen Thorax dieses Lauftiers.
  • Rind (Bos taurus): 13 Rippenpaare (8 sternale, 5 asternale). Die Rippen sind besonders breit und flach, da der Thorax den voluminösen Pansen mitschützen muss.
  • Schwein (Sus scrofa domesticus): 14–15 Rippenpaare (7 sternale, 7–8 asternale). Numerische Variationen kommen hier häufiger vor als bei anderen Haustieren, was züchterisch relevant ist, da ein zusätzliches Rippenpaar die Schlachtkörperlänge beeinflusst.
  • Hund (Canis lupus familiaris): 13 Rippenpaare (9 sternale, 4 asternale), wobei das letzte Paar häufig als fliegende Rippe ausgebildet ist. Die Thoraxform variiert rassebedingt stark – vom tonnenförmigen Thorax des Bulldogs bis zum seitlich abgeflachten Brustkorb des Windhundes.
  • Katze (Felis catus): 13 Rippenpaare, ähnlich dem Hund, jedoch sind die Rippen insgesamt graziler und elastischer.
  • Geflügel (Aves): Vögel besitzen eine Besonderheit: Ihre Rippen tragen Processus uncinati (Hakenfortsätze), die den jeweils kaudal folgenden Rippen aufliegen und den Thorax für den Flug stabilisieren.

Besonderheiten

Numerische Variationen der Rippenanzahl treten bei allen Haussäugetieren auf und können als überzählige Rippen (Costae supernumerariae