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Rohrammer

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Tierart – Vögel > Singvögel – Finken & Ammern

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Emberiza schoeniclus
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Familie: Ammern (Emberizidae)
  • Gattung: Emberiza
  • Lebensraum: Feuchtgebiete, Schilfzonen, Ufervegetation
  • Größe: 13–16 cm
  • Gewicht: 16–25 g
  • Flügelspannweite: 21–28 cm
  • Lebenserwartung: 3–5 Jahre, in Ausnahmefällen bis zu 11 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Rohrammer ist ein kompakter, sperlingsgroßer Singvogel mit einem relativ kräftigen, kegelförmigen Schnabel, der für Ammern typisch ist. Im Prachtkleid zeigt das Männchen einen auffälligen schwarzen Kopf und Kehlbereich, der scharf von einem weißen Bartstreif und einem ebenso weißen Nackenband abgesetzt ist. Die Oberseite ist rotbraun mit dunklen Längsstreifen, die Unterseite hell und an den Flanken gestrichelt. Im Schlichtkleid nach der Mauser verblasst das Schwarz am Kopf, und die einzelnen Federn erhalten helle Säume, sodass das kontrastreiche Muster deutlich abgeschwächt wirkt.

Das Weibchen ist insgesamt unauffälliger gefärbt. Sein Gefieder ähnelt dem vieler anderer Ammernarten: Die Oberseite ist braun gestreift, die Unterseite heller mit feiner Strichelung. Ein markanter heller Überaugenstreif und ein dunkler Wangenfleck helfen bei der Bestimmung. Beide Geschlechter zeigen weiße Außenkanten an den Schwanzfedern, die besonders im Flug sichtbar werden. Der Schnabel ist im Sommer dunkel, im Winter heller hornfarben. Die Beine sind bräunlich-fleischfarben.

Verwechslungsgefahr besteht vor allem bei Weibchen und Jungvögeln mit der Heckenbraunelle oder weiblichen Exemplaren der Goldammer. Die Goldammer unterscheidet sich jedoch durch ihren gelblichen Grundton und den längeren Schwanz.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Rohrammer erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis – von Westeuropa und den Britischen Inseln über Skandinavien und Mitteleuropa bis nach Ostasien und Japan. In Mitteleuropa gehört sie zu den häufigen Brutvögeln der Niederungen, wird in höheren Lagen jedoch zunehmend seltener.

Das bevorzugte Habitat der Rohrammer sind Feuchtgebiete aller Art: Schilfgürtel an Seen und Flüssen, Verlandungszonen, feuchte Wiesen mit Hochstaudenfluren, Seggenriede und Gräben mit dichter Ufervegetation. Entscheidend ist das Vorhandensein von Schilf oder schilfähnlicher Vegetation als Nist- und Deckungsstruktur. Gelegentlich werden auch Rapsfelder, Getreideäcker oder junge Aufforstungen in Gewässernähe besiedelt, sofern ausreichend Deckung vorhanden ist.

Die mitteleuropäischen Populationen sind Teilzieher. Während ein Teil der Vögel im Brutgebiet überwintert – vor allem in milden Regionen Westeuropas –, ziehen andere bis in den Mittelmeerraum oder nach Nordafrika. Die östlichen und nördlichen Populationen sind in der Regel ausgeprägtere Zugvögel. Der Wegzug findet von September bis November statt, die Rückkehr ins Brutgebiet erfolgt zwischen Februar und April.

Ernährung

Die Rohrammer ernährt sich je nach Jahreszeit unterschiedlich. Während der Brutzeit besteht die Nahrung überwiegend aus Insekten und deren Larven, darunter Käfer, Schmetterlingsraupen, Blattläuse, Fliegen und kleine Schnecken. Auch Spinnen werden regelmäßig erbeutet. Diese proteinreiche Kost ist besonders für die Aufzucht der Nestlinge von Bedeutung.

Außerhalb der Brutzeit stellt die Rohrammer ihre Ernährung auf pflanzliche Kost um. Dann überwiegen Sämereien verschiedener Gräser, Kräuter und Seggen. Im Winter suchen die Vögel häufig in kleinen Trupps auf abgeernteten Feldern, an Feldrändern oder in Gärten nach Nahrung. An Futterstellen werden sie gelegentlich ebenfalls beobachtet.

Verhalten & Lebensweise

Rohrammern sind tagaktiv. Das Männchen besetzt im Frühjahr ein Revier, das es mit seinem Gesang markiert und gegenüber Artgenossen verteidigt. Der Gesang ist kurz, etwas monoton und besteht aus einer schnellen Folge weniger Töne, die oft mit einem gedehnten Schlusselement enden – lautmalerisch gelegentlich als „tsri-tsri-tsri-tirüüüh" umschrieben. Die Gesangsaktivität ist am frühen Morgen am höchsten. Als Singwarte dienen exponierte Halme, Schilfspitzen oder niedrige Büsche.

Außerhalb der Brutzeit sind Rohrammern geselliger und bilden kleinere Trupps, die gemeinsam auf Nahrungssuche gehen. Dabei schließen sie sich gelegentlich gemischten Schwärmen mit Feldsperlingen, Buchfinken oder anderen Ammernarten an. Ihre Flucht ist wellenförmig und erinnert an die Flugart anderer Ammern und Finken.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz beginnt nach Rückkehr der Männchen ins Brutgebiet, meist ab März. Das Männchen präsentiert sich dabei mit gesträubtem Kopfgefieder, gespreiztem Schwanz und einem auffälligen Singflug, bei dem es von einer erhöhten Warte schräg nach unten gleitet. Die Paarbildung erfolgt monogam für die jeweilige Brutsaison.

Das Nest wird vom Weibchen gebaut und befindet sich meist bodennah oder direkt am Boden, gut versteckt in dichter Vegetation – bevorzugt in Grasbulten, Seggenhorsten oder am Fuß von Schilfhalmen. Es besteht aus trockenen Halmen, Blättern und Moos und wird mit feinen Gräsern und Tierhaaren ausgepolstert.

Das Gelege umfasst in der Regel vier bis sechs Eier, die eine grau- bis olivbraune Grundfärbung mit dunklen Fl