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Rundkopfdelfin

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Tierart – Säugetiere > Meeressäuger – Wale

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Grampus griseus
  • Ordnung: Wale (Cetacea)
  • Unterordnung: Zahnwale (Odontoceti)
  • Familie: Delfine (Delphinidae)
  • Gattung: Grampus (monotypisch)
  • Lebensraum: Tiefe, tropische bis gemäßigte Meere weltweit
  • Größe: 2,6 bis 3,8 Meter Körperlänge
  • Gewicht: 300 bis 500 Kilogramm
  • Lebenserwartung: Geschätzt 30 bis 40 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Rundkopfdelfin, auch als Risso-Delfin bezeichnet, ist ein mittelgroßer Vertreter der Familie der Delfine (Delphinidae) und der einzige rezente Vertreter der Gattung Grampus. Seinen deutschen Namen verdankt er dem auffällig runden, bulligen Kopf, dem die bei vielen anderen Delfinen typische Schnauze (Rostrum) fast vollständig fehlt. Die steil abfallende Stirn erinnert entfernt an die Kopfform des Grindwals (Globicephala), mit dem er gelegentlich verwechselt wird.

Jungtiere sind bei der Geburt einheitlich grau bis dunkelbraun gefärbt. Mit zunehmendem Alter verändert sich die Körperfärbung drastisch: Erwachsene Tiere tragen ein zunehmend helleres, oft fast weißes Kleid, das von einem dichten Netz aus Narben und Kratzspuren durchzogen ist. Diese Narben stammen überwiegend von Bissen und Kratzern anderer Artgenossen sowie von den Saugnäpfen und Hakenkränzen erbeuteter Tintenfische. Alte Individuen können nahezu vollständig weiß erscheinen – ein Merkmal, das den Rundkopfdelfin auf See unverwechselbar macht.

Die sichelförmige Rückenflosse (Finne) ist hoch und liegt in der Körpermitte. Die Brustflossen (Flipper) sind lang und spitz zulaufend. Im Oberkiefer fehlen Zähne vollständig; im Unterkiefer sitzen lediglich zwei bis sieben Paare stiftförmiger Zähne, die vor allem beim Festhalten glitschiger Beute eine Rolle spielen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Rundkopfdelfins erstreckt sich über die tropischen, subtropischen und warm-gemäßigten Meeresregionen aller Ozeane, etwa zwischen dem 60. nördlichen und dem 60. südlichen Breitengrad. Er kommt unter anderem im Mittelmeer, im östlichen Nordatlantik, vor der Westküste Afrikas, im Golf von Mexiko, im Indischen Ozean sowie im westlichen und östlichen Pazifik vor.

Als Habitat bevorzugt Grampus griseus tiefes Wasser jenseits des Kontinentalschelfs, typischerweise in Bereichen mit 400 bis über 1.500 Metern Wassertiefe. Steilabfallende Schelfkanten, Seamounts und unterseeische Canyons sind bevorzugte Aufenthaltsorte, da dort Auftriebsströmungen für ein reiches Nahrungsangebot sorgen. Küstennahe Gewässer werden nur selten aufgesucht, gelegentlich aber in Regionen mit steil abfallendem Meeresgrund wie etwa rund um ozeanische Inselgruppen – darunter die Azoren, die Kanarischen Inseln oder Hawaii.

Ernährung

Der Rundkopfdelfin ernährt sich vorwiegend von Kopffüßern, insbesondere von verschiedenen Tintenfischarten (Teuthida). Daneben stehen in geringerem Umfang kleine Fische und Krebstiere auf dem Speiseplan. Die Jagd findet überwiegend nachts und in der Dämmerung statt, wenn Tintenfische im Zuge der vertikalen Wanderung (Diel Vertical Migration) aus der Tiefe in höhere Wasserschichten aufsteigen. Tauchgänge von zehn bis dreißig Minuten Dauer und in Tiefen von mehreren hundert Metern sind dabei dokumentiert. Die reduzierte Bezahnung deutet darauf hin, dass die Beute weniger zerbissen als vielmehr durch einen Saugmechanismus aufgenommen wird – eine Ernährungsweise, die auch von Pottwalen und Schnabelwalen bekannt ist.

Verhalten & Lebensweise

Rundkopfdelfine leben in Gruppen, deren Größe stark variiert. Typisch sind Verbände von 10 bis 50 Tieren, doch gelegentlich werden Zusammenschlüsse von mehreren Hundert Individuen beobachtet, vor allem in nahrungsreichen Gebieten. Innerhalb der Gruppen bilden sich offenbar alters- und geschlechtsabhängige Untergruppen: Mütter mit Kälbern, Jungtiergruppen und Verbände erwachsener Männchen.

Die Art gilt als sozial und zeigt ein breites Verhaltensrepertoire. Häufig zu beobachten sind Sprünge, bei denen der gesamte Körper die Wasseroberfläche verlässt, sogenanntes Spyhopping (senkrechtes Auftauchen mit dem Kopf über Wasser) sowie langsames Treiben an der Wasseroberfläche. Rundkopfdelfine vergesellschaften sich regelmäßig mit anderen Arten, darunter Große Tümmler (Tursiops truncatus), Grindwale und verschiedene Streifendelfine (Stenella spp.). Hybriden zwischen Rundkopfdelfin und Großem Tümmler sind sowohl aus Gefangenschaft als auch aus Freilandbeobachtungen bekannt.

Die nächtliche Jagdaktivität und die tagsüber eher ruhige Lebensweise legen nahe, dass die Art überwiegend nachtaktiv ist, zumindest was die Nahrungssuche betrifft.

Fortpflanzung & Aufzucht

Über die Fortpflanzungsbiologie des Rundkopfdelfins ist vergleichsweise wenig bekannt. Die Tragzeit wird auf etwa 13 bis 14 Monate geschätzt. Die Weibchen bringen in der Regel ein einzelnes Kalb zur Welt, das bei der Geburt etwa 1,1 bis 1,5 Meter lang ist und ein Gewicht von rund 20 Kilogramm aufweist. Die Geburt erfolgt in gemäßigten Breiten bevorzugt in den Sommermonaten, in tropischen Ge