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Säbelantilope

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Tierart – Säugetiere > Huftiere – Antilopen & Gazellen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Oryx dammah
  • Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
  • Familie: Hornträger (Bovidae)
  • Unterfamilie: Pferdeböcke (Hippotraginae)
  • Gattung: Oryxantilopen (Oryx)
  • Lebensraum: Halbwüsten, Trockensavannen und Steppengebiete der Sahelzone
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 150–170 cm, Schulterhöhe 100–125 cm
  • Gewicht: 100–210 kg
  • Lebenserwartung: bis 20 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis 25 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Säbelantilope ist eine mittelgroße bis große Antilope mit kräftigem Körperbau und langen Beinen. Ihr auffälligstes Merkmal sind die langen, nach hinten geschwungenen Hörner, die bei beiden Geschlechtern ausgebildet sind und eine Länge von 80 bis über 120 cm erreichen können. Die säbelartige Krümmung dieser Hörner gab der Art ihren deutschen Namen. Im Querschnitt sind die Hörner rund und weisen deutliche Ringwülste auf, besonders an der Basis.

Das Fell ist überwiegend weiß bis cremefarben. Brust und Hals zeigen eine rotbraune Färbung, die sich bei manchen Individuen bis zu den Flanken erstreckt. Im Gesicht fallen rotbraune Streifen auf, die von den Augen zur Schnauze verlaufen. Die Haare an Hals und Brust sind verlängert und bilden eine kurze Mähne. Der Schwanz ist mittellang und endet in einer dunklen Quaste. Die Hufe sind breit und gut an das Laufen auf sandigem Untergrund angepasst. Insgesamt ist die Säbelantilope etwas leichter gebaut als ihre Verwandten, die Spießbock-Oryxantilope (Oryx gazella) und die Arabische Oryx (Oryx leucoryx).

Lebensraum & Verbreitung

Das historische Verbreitungsgebiet der Säbelantilope erstreckte sich in einem breiten Band über die gesamte Sahelzone Nordafrikas – von Mauretanien und Senegal im Westen über Mali, Niger, Tschad und Sudan bis nach Ägypten. Die Art besiedelte bevorzugt aride und semiaride Habitate: Trockensavannen, Grasland mit lockerem Baumbestand, Halbwüsten und die Übergangszone zwischen Sahara und Sahel. Entscheidend für die Habitatwahl war das saisonale Vorkommen von Gräsern und krautigen Pflanzen, denen die Herden auf ausgedehnten Wanderungen folgten.

In freier Wildbahn galt die Säbelantilope seit dem Jahr 2000 als in der Natur ausgestorben. Die letzten wildlebenden Populationen verschwanden in den 1980er-Jahren aus dem Tschad und Niger. Seit 2016 laufen Wiederansiedlungsprogramme im Ouadi Rimé-Ouadi Achim-Wildreservat im Tschad, wo inzwischen wieder mehrere hundert Tiere in Freiheit leben. Weitere Auswilderungsprojekte existieren in Tunesien, Senegal und Marokko.

Ernährung

Die Säbelantilope ist ein reiner Pflanzenfresser (Herbivor) mit einer Ernährung, die sich je nach Saison aus Gräsern, Kräutern, Blättern, Trieben und Früchten zusammensetzt. In der Regenzeit dominieren frische Gräser und krautige Pflanzen den Speiseplan. Während der Trockenzeit weichen die Tiere auf Blätter von Akazien und anderen Gehölzen sowie auf Wildmelonen und Knollen aus, die zusätzlich als Wasserquelle dienen.

Eine physiologische Besonderheit ermöglicht es der Säbelantilope, über lange Zeiträume ohne direkten Zugang zu Trinkwasser auszukommen. Ihr Organismus ist an extreme Wasserknappheit angepasst: Die Tiere können ihre Körpertemperatur um mehrere Grad ansteigen lassen, bevor sie zu schwitzen beginnen, und ihre Nieren konzentrieren den Urin stark, um Flüssigkeitsverluste zu minimieren. Den Großteil ihres Wasserbedarfs decken sie über die Nahrung.

Verhalten & Lebensweise

Säbelantilopen sind gesellige Tiere, die in Herden von 20 bis 40 Individuen leben. Historische Berichte schildern saisonale Zusammenschlüsse von mehreren tausend Tieren während der Wanderungen zwischen Regen- und Trockenzeitgebieten. Diese nomadischen Züge folgten dem Niederschlagsmuster und der damit verbundenen Vegetation.

Die Herdenstruktur ist relativ flexibel. In der Regel besteht eine Gruppe aus Weibchen mit ihrem Nachwuchs und einem oder mehreren adulten Männchen. Dominante Bullen beanspruchen kein festes Revier, sondern verteidigen ihren Zugang zu den Weibchen innerhalb der Herde. Rivalenkämpfe zwischen Männchen werden mit seitlichen Hieben der langen Hörner ausgetragen, wobei schwere Verletzungen selten sind, da ritualisierte Drohgebärden und Imponiergesten häufig ausreichen.

Die Aktivitätsphasen konzentrieren sich auf die kühleren Morgen- und Abendstunden sowie die Nacht. Während der heißesten Tagesstunden ruhen die Tiere im Schatten von Bäumen oder Büschen. Diese Anpassung an die extreme Hitze ihres Biotops reduziert den Energieverbrauch und den Wasserverlust erheblich.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung der Säbelantilope ist nicht streng saisongebunden, obwohl Geburten in freier Wildbahn vermehrt in der Regenzeit auftreten, wenn das Nahrungsangebot am größten ist. Die Tragzeit beträgt etwa 240 bis 255 Tage (rund acht bis achteinhalb Monate). In der Regel wird ein einzelnes Kalb geboren; Zwillingsgeburten kommen nur selten vor.

Das Neugeborene wiegt bei der Geburt etwa 9 bis 15 kg und kann bereits wenige Stunden nach der Geburt stehen und der Herde folgen. In den ersten Wochen versteckt sich das Kalb häufig im hohen Gras, während die Mutter in der Nähe grast. Die Säu