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Schnabelwal

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Tierart – Säugetiere > Meeressäuger – Wale

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Familie Ziphiidae
  • Ordnung: Wale (Cetacea)
  • Unterordnung: Zahnwale (Odontoceti)
  • Familie: Schnabelwale (Ziphiidae)
  • Gattungen: 6, darunter Mesoplodon, Ziphius, Hyperoodon, Berardius
  • Arten: mindestens 24 beschriebene Arten
  • Lebensraum: Tiefwasserzonen aller Ozeane, bevorzugt über Kontinentalhängen und in ozeanischen Tiefseebecken
  • Größe: 3,5 m (Zwergschnabelwal) bis 13 m (Baird-Schnabelwal)
  • Gewicht: ca. 1.000 kg bis über 14.000 kg je nach Art
  • Lebenserwartung: geschätzt 30–85 Jahre, artabhängig

Aussehen & Merkmale

Schnabelwale verdanken ihren deutschen Namen der auffällig verlängerten Schnauze, die an einen Vogelschnabel erinnert. Der Körperbau ist spindelförmig und für das Leben in der Tiefsee optimiert: Der Brustkorb ist vergleichsweise flexibel, die Brustflossen (Pectoralflossen) klein und in Mulden am Körper einklappbar, was den Strömungswiderstand beim Tauchen verringert. Die Rückenflosse (Finne) sitzt weit hinten am Körper und ist bei den meisten Arten eher klein und sichelförmig.

Ein besonderes taxonomisches Merkmal betrifft die Bezahnung: Die meisten Arten besitzen ein stark reduziertes Gebiss. Bei vielen Mesoplodon-Arten tragen nur die Männchen ein einzelnes Paar Zähne im Unterkiefer, das bei einigen Spezies zu bizarren, stoßzahnartigen Gebilden auswächst. Diese Zähne spielen keine Rolle bei der Nahrungsaufnahme, sondern dienen vermutlich dem innerartlichen Kommentkampf zwischen Männchen. Die Haut der Männchen ist daher häufig von linearen Narben überzogen – Spuren solcher Auseinandersetzungen. Weibchen und Jungtiere besitzen in der Regel keine funktionalen Zähne.

Die Hautfärbung variiert artspezifisch von einheitlich graubraun über schiefergrau bis hin zu auffälligen Mustern. Der Cuvier-Schnabelwal (Ziphius cavirostris) zeigt mit zunehmendem Alter eine deutliche Aufhellung des Kopfbereiches, während der Körper dunkel bleibt. Die Haut vieler Arten weist zusätzlich runde Narben auf, die von Begegnungen mit Schmarotzern wie dem Zigarrenhai (Isistius brasiliensis) stammen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Schnabelwale umfasst sämtliche Ozeane von den arktischen bis zu den antarktischen Gewässern. Ihr bevorzugtes Habitat sind pelagische Tiefwasserzonen, insbesondere Bereiche über Kontinentalhängen, unterseeischen Schluchten und Tiefseebergen. Diese Gebiete zeichnen sich durch hohe Produktivität in der Tiefe aus und bieten ein reichhaltiges Nahrungsangebot.

Der Nördliche Entenwal (Hyperoodon ampullatus) bewohnt den Nordatlantik, während sein südliches Pendant, der Südliche Entenwal (Hyperoodon planifrons), in den Gewässern der Südhalbkugel vorkommt. Der Baird-Schnabelwal (Berardius bairdii) lebt im Nordpazifik, der Cuvier-Schnabelwal gilt als die am weitesten verbreitete Art und kommt in nahezu allen Weltmeeren vor. Einige Mesoplodon-Arten, etwa der Blainville-Schnabelwal (Mesoplodon densirostris), sind in tropischen und subtropischen Gewässern heimisch.

Die küstenferne Lebensweise und die Präferenz für tiefe Gewässer machen Schnabelwale zu einer der am schwersten zu erforschenden Säugetiergruppen überhaupt. Mehrere Arten sind ausschließlich durch Strandungsfunde bekannt; lebende Exemplare wurden teilweise nie zweifelsfrei beobachtet.

Ernährung

Schnabelwale ernähren sich vorwiegend von Tintenfischen (Cephalopoden), die sie in großen Tiefen erbeuten. Ergänzend stehen Tiefseefische und Krebstiere auf dem Speiseplan. Da funktionale Zähne weitgehend fehlen, saugen Schnabelwale ihre Beute durch schnelles Einziehen der Zunge in die Mundhöhle – ein Mechanismus, der als Saugschnappen bezeichnet wird. Der muskulöse Zungenapparat erzeugt dabei einen Unterdruck, der Beutetiere aus kurzer Distanz in den Rachen zieht.

Magenanalysen gestrandeter Tiere zeigen regelmäßig Überreste von Tiefseecephalopoden, darunter Arten aus Tiefen von über 1.000 Metern. Die Jagd erfolgt in extremen Tiefen und erfordert ein außergewöhnliches Tauchvermögen.

Verhalten & Lebensweise

Schnabelwale leben in kleinen Gruppen von zwei bis zehn Tieren, gelegentlich auch einzelgängerisch. Die soziale Struktur ist wenig erforscht, doch scheinen sich stabile Kleingruppen zu bilden, die möglicherweise aus verwandten Weibchen und deren Nachkommen bestehen.

Die herausragendste Eigenschaft der Schnabelwale ist ihr Tauchvermögen. Der Cuvier-Schnabelwal hält den dokumentierten Tieftauchrekord aller Säugetiere: In telemetrischen Studien wurden Tauchtiefen von nahezu 3.000 Metern und Tauchzeiten von über drei Stunden aufgezeichnet. Reguläre Nahrungstauchgänge erreichen Tiefen von 800 bis 1.500 Metern und dauern typischerweise 45 bis 90 Minuten. Zwischen den Tieftauchgängen verbringen die Tiere ausgedehnte Erholungsphasen an der Oberfläche.

An der Wasseroberfläche verhalten sich Schnabelwale ausgesprochen unauffällig. Sie blasen niedrig und undeutlich, zeigen selten Sprungverhalten und meiden häufig Schiffe – Eigenschaften, die systematische Bestand