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Schonkost

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Futter & Ernährung > Futterarten – allgemein

Definition & Überblick

Schonkost bezeichnet eine leicht verdauliche, magenschonende Ernährungsform, die bei Tieren mit akuten oder chronischen Magen-Darm-Beschwerden, nach Operationen oder während Genesungsphasen zum Einsatz kommt. Sie unterscheidet sich von regulärem Futter durch eine reduzierte Belastung des Verdauungstrakts: weniger Fett, leicht aufschließbare Proteinquellen, ein niedriger Rohfasergehalt und der Verzicht auf schwer verdauliche oder reizende Inhaltsstoffe. Schonkost ist in der Regel kein dauerhaftes Alleinfuttermittel, sondern eine zeitlich begrenzte Maßnahme – es sei denn, ein Tier leidet unter chronischen Erkrankungen des Verdauungsapparats, die eine dauerhafte Anpassung der Futterration erfordern.

Tierärzte empfehlen Schonkost häufig bei Durchfall, Erbrechen, Gastritis, Pankreatitis, nach Narkosen oder in der postoperativen Phase. Sie kann selbst zubereitet oder als kommerzielles Fertigfutter (oft als „Gastrointestinal"-Diät deklariert) bezogen werden.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Die Zusammensetzung von Schonkost folgt einigen klaren Grundsätzen, die unabhängig von der Tierart gelten:

  • Protein: Hochverdauliche, fettarme Eiweißquellen stehen im Vordergrund. Beim Hund und bei der Katze sind das beispielsweise Hühnerbrust ohne Haut, mageres Putenfleisch, Magerquark oder Hüttenkäse. Das Protein sollte einen hohen biologischen Wert besitzen, damit der Organismus es mit minimalem Aufwand verwerten kann.
  • Fett: Der Fettgehalt wird deutlich reduziert, da Fett die Magenentleerung verzögert und bei empfindlichen Tieren Durchfall oder Erbrechen verstärken kann. Richtwert bei Hunden: maximal 5–10 % Fett in der Trockenmasse.
  • Kohlenhydrate: Leicht verdauliche Stärkequellen wie gekochter Reis, Kartoffeln oder Haferflocken liefern Energie, ohne den Darm zu belasten. Diese Komponenten sollten gut durchgegart sein, damit die Stärke vollständig aufgeschlossen wird.
  • Rohfaser: Der Rohfasergehalt bleibt niedrig bis moderat. Lösliche Fasern wie Flohsamenschalen können in kleinen Mengen zugesetzt werden, um die Kotkonsistenz zu regulieren, während grob strukturierte Rohfaserquellen vermieden werden.
  • Vitamine & Mineralstoffe: Bei kurzfristiger Fütterung über wenige Tage ist eine geringfügige Unterversorgung unbedenklich. Wird die Schonkost über mehrere Wochen gegeben, muss sie mit einem geeigneten Ergänzungsfuttermittel supplementiert werden, um Defizite bei Kalzium, Zink, B-Vitaminen und weiteren essenziellen Nährstoffen auszugleichen.

Kommerzielle Schonkostprodukte sind in der Regel als Alleinfuttermittel deklariert und decken den vollständigen Nährstoffbedarf – ein Vorteil gegenüber selbst zubereiteten Varianten.

Für welche Tiere geeignet?

Schonkost wird am häufigsten bei Hunden und Katzen eingesetzt, da Magen-Darm-Probleme zu den verbreitetsten Vorstellungsgründen in der Kleintierpraxis zählen. Doch auch bei anderen Tierarten spielt das Konzept eine Rolle:

  • Hunde: Klassische Indikationen sind akuter Durchfall, Erbrechen, Futtermittelunverträglichkeiten, Pankreatitis und die Erholung nach chirurgischen Eingriffen.
  • Katzen: Besonders relevant bei entzündlichen Darmerkrankungen (IBD), Gastritis und Nahrungsverweigerung. Katzen stellen besondere Anforderungen, weil ihr Proteinbedarf deutlich höher liegt als beim Hund.
  • Kaninchen & Meerschweinchen: Hier bedeutet Schonkost nicht „Reis und Huhn", sondern hochwertige, gut strukturierte Rohfaser in Form von Heu, ergänzt durch leicht verdauliche Kräuter wie Fenchel oder Kamille. Der Grundsatz bleibt derselbe: Entlastung des Verdauungstrakts.
  • Vögel & Reptilien: Schonkost kann artspezifisch angepasst erforderlich sein, etwa bei Kropfentzündungen oder nach Parasitenbehandlungen.

Fütterungsempfehlung

Die Umstellung auf Schonkost erfolgt idealerweise stufenweise, sofern der Gesundheitszustand es erlaubt. Bewährt hat sich folgendes Vorgehen:

  • Nahrungskarenz (optional): Bei akutem Erbrechen kann ein Futterentzug von 12–24 Stunden sinnvoll sein – bei Katzen, Welpen und kleinen Hunden maximal 12 Stunden, um eine hepatische Lipidose beziehungsweise Unterzuckerung zu vermeiden. Wasser muss stets verfügbar bleiben.
  • Futtermenge: Zunächst nur kleine Portionen anbieten – etwa ein Viertel der normalen Tagesration, aufgeteilt auf 4–6 Mahlzeiten. Das verkürzte Fütterungsintervall entlastet den Verdauungsapparat.
  • Steigerung: Bei Besserung die Futtermenge über 3–5 Tage schrittweise auf die volle Ration erhöhen, parallel die Mahlzeitenfrequenz reduzieren.
  • Rückführung: Die Umstellung zurück auf das gewohnte Futter sollte ebenfalls schrittweise erfolgen: Über 5–7 Tage anteilig immer mehr Normalfutter unter die Schonkost mischen.

Grundsätzlich gilt: Schonkost auf Zimmertemperatur servieren. Kaltes Futter direkt aus dem Kühlschrank kann den Magen zusätzlich reizen.

Vorteile & Nachteile

Vorteile:

  • Schnelle Entlastung des Magen-Darm-Trakts
  • Hohe Akzeptanz bei den meisten Tieren durch milde Geschmacksprofile
  • Einfach selbst zuzubereiten mit wenigen Zutaten