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Schopfadler

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Tierart – Vögel > Greifvögel

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Lophaetus occipitalis
  • Ordnung: Greifvögel (Accipitriformes)
  • Familie: Habichtartige (Accipitridae)
  • Gattung: Lophaetus (monotypisch)
  • Lebensraum: Waldränder, Feuchtsavannen, Galeriewälder, Kulturland mit Baumbestand in Afrika südlich der Sahara
  • Größe: 50–58 cm Körperlänge; Flügelspannweite 100–130 cm
  • Gewicht: 900–1.800 g (Weibchen in der Regel schwerer als Männchen)
  • Lebenserwartung: Etwa 14–16 Jahre in freier Wildbahn; in Gefangenschaft bis zu 20 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Schopfadler ist ein mittelgroßer, kompakt gebauter Greifvogel mit überwiegend dunkelbraunem bis schwarzbraunem Gefieder. Sein auffälligstes Kennzeichen ist der lange, abstehende Federschopf am Hinterkopf, der dem Vogel seinen deutschen wie auch seinen wissenschaftlichen Gattungsnamen eingetragen hat (Lophaetus von griechisch „lophos" = Schopf und „aetos" = Adler). Dieser Schopf wird je nach Stimmung aufgerichtet oder angelegt und verleiht dem Adler ein unverwechselbares Erscheinungsbild.

Die Augen sind groß und leuchtend gelb, was einen deutlichen Kontrast zum dunklen Kopfgefieder bildet. Der Schnabel ist kräftig, seitlich zusammengedrückt und an der Spitze hakenförmig gebogen – typisch für Habichtartige. Die Wachshaut an der Schnabelbasis ist gelblich bis grünlichgelb. Die Beine sind bis zu den Zehen befiedert (sogenannte „Hosen"), die Fänge selbst sind kräftig mit relativ kurzen, stark gekrümmten Krallen. Die Flügel wirken im Flug breit und gerundet, der Schwanz ist mittellang und leicht gerundet. Im Flug sind an den Handschwingen undeutliche helle Bänder erkennbar, die Unterflügeldecken zeigen gelegentlich hellere Bereiche. Ein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus besteht abgesehen vom Gewichtsunterschied nicht – Männchen und Weibchen gleichen sich im Gefieder weitgehend.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Schopfadlers erstreckt sich über weite Teile Afrikas südlich der Sahara. Er kommt von Senegal und Gambia in Westafrika über das Kongobecken bis nach Äthiopien, Kenia und Tansania in Ostafrika vor und reicht südwärts bis nach Südafrika und Mosambik. In westafrikanischen Regenwaldgebieten ist er seltener anzutreffen als in den Wald-Savannen-Übergangszonen Ost- und Südafrikas.

Als bevorzugtes Habitat nutzt der Schopfadler Waldränder, lichte Wälder, Galeriewälder entlang von Flüssen, Feuchtsavannen und Baumplantagen. Er meidet sowohl dicht geschlossenen Regenwald als auch offene, baumlose Grassteppen. In vielen Regionen profitiert er von extensiver Landwirtschaft, da Kulturland mit verstreuten Bäumen und Feldgehölzen ein reichhaltiges Nahrungsangebot bietet. In Gebirgsregionen wurde er bis auf Höhen von etwa 3.000 Metern nachgewiesen, etwa an den Hängen des Mount Kenya oder in den äthiopischen Hochländern. Der Schopfadler ist weitgehend standorttreu, größere saisonale Wanderungen sind nicht dokumentiert.

Ernährung

Die Nahrung des Schopfadlers ist vielseitig. Er ernährt sich überwiegend von kleinen Säugetieren, insbesondere Nagetieren wie Ratten und Mäusen, sowie von Reptilien – darunter Schlangen, Eidechsen und Chamäleons. Einen erheblichen Anteil der Beute bilden außerdem Insekten, vor allem Heuschrecken, Termiten und große Käfer. Gelegentlich erbeutet er auch kleine Vögel, Frösche und Fische.

Die Jagd erfolgt meist von einer erhöhten Sitzwarte aus. Der Schopfadler sitzt dabei still und aufmerksam auf einem Ast und stößt bei Sichtung einer Beute in einem kurzen, schnellen Gleitflug herab. Dieses Ansitzjagen ist energetisch sparsam und entspricht der eher ruhigen Lebensweise des Vogels. Seltener jagt er im niedrigen Suchflug über offenes Gelände. In der Nähe von Buschfeuern wurde beobachtet, dass Schopfadler aufgescheuchte Insekten und Kleintiere im Flug erbeuten – ein opportunistisches Verhalten, das auch bei anderen afrikanischen Greifvögeln vorkommt.

Verhalten & Lebensweise

Der Schopfadler ist tagaktiv, wobei er die kühleren Morgen- und späten Nachmittagsstunden bevorzugt für die Jagd nutzt. In der Mittagshitze ruht er häufig im Schatten dichter Baumkronen. Er lebt einzeln oder paarweise und hält ein Revier, das er gegenüber Artgenossen verteidigt. Die Reviergröße variiert je nach Nahrungsangebot und liegt schätzungsweise bei einigen Quadratkilometern.

Im Flug zeigt der Schopfadler einen charakteristischen wellenförmigen Stil mit abwechselnden Phasen von aktivem Flügelschlag und Gleiten. Kreisende Thermikflüge in großer Höhe sind selten; der Vogel hält sich meist im Bereich der Baumkronen oder knapp darüber auf. Seine Lautäußerungen bestehen aus hohen, durchdringenden Pfeifrufen, die oft in Serien vorgetragen werden – besonders während der Balzzeit. Diese Rufe sind über mehrere hundert Meter zu hören und dienen der Reviermarkierung sowie der Kommunikation zwischen Partnern.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit variiert regional und fällt in vielen Gebieten mit der Regenzeit zusammen, wenn das Nahrungsangebot am größten ist. Die Balz umfasst auffällige Flugspiele: Beide Partner kreisen gemeinsam über dem Brutgebiet und führen wellenförmige Sturzflüge mit anschließendem Aufsteigen durch, begleitet von lauten Rufen.