Schweißdrüse
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Definition & Überblick
Schweißdrüsen (Glandulae sudoriferae) sind tubuläre Hautdrüsen, die dem Integumentum commune zugeordnet werden. Sie gehören zu den Hautanhangsgebilden und kommen bei nahezu allen Haussäugetieren vor, wobei Dichte, Verteilung und funktionelle Bedeutung erhebliche tierartliche Unterschiede aufweisen. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Typen: die ekkrinen Schweißdrüsen (Glandulae sudoriferae merocrinicae) und die apokrinen Schweißdrüsen (Glandulae sudoriferae apocrinicae). Während beim Menschen ekkrine Drüsen überwiegen, dominieren bei den meisten Haussäugetieren die apokrinen Schweißdrüsen. Ihre primären Aufgaben umfassen die Thermoregulation, die Befeuchtung der Hautoberfläche sowie die Absonderung von Duftstoffen, die der innerartlichen Kommunikation dienen.
Aufbau & Struktur
Schweißdrüsen sind einfache, unverzweigte, tubuläre Drüsen, deren sezernierend aktiver Abschnitt – das Drüsenendstück (Pars secretoria) – in der tiefen Dermis (Stratum reticulare) oder an der Grenze zur Subkutis (Tela subcutanea) liegt. Das Endstück ist knäuelförmig aufgewunden und wird daher auch als Drüsenknäuel (Glomus) bezeichnet.
Der histologische Wandaufbau der apokrinen Schweißdrüse umfasst von innen nach außen:
- Einschichtiges Drüsenepithel – je nach Sekretionsphase iso- bis hochprismatisch. Bei apokriner Sekretion schnüren sich apikale Zytoplasmaanteile ab und gelangen in das Drüsenlumen.
- Myoepithelzellen – kontraktile Zellen, die das Drüsenepithel korbförmig umfassen und durch ihre Kontraktion den Sekretaustritt fördern.
- Basalmembran – trennt das Drüsenepithel vom umgebenden Bindegewebe.
- Bindegewebige Kapsel – lockeres Bindegewebe mit Kapillarnetz und vegetativen Nervenfasern.
Der Ausführungsgang (Ductus sudoriferus) mündet bei apokrinen Drüsen stets in den Haartrichter (Infundibulum folliculi pili) oberhalb der Talgdrüsenmündung. Ekkrine Drüsen hingegen besitzen einen eigenständigen Ausführungsgang, der direkt an der Hautoberfläche endet. Der Ausführungsgang ekkriner Drüsen zeigt in der Epidermis einen korkenzieherartigen Verlauf.
Funktion
Die funktionelle Bedeutung der Schweißdrüsen variiert stark zwischen den Tierarten, lässt sich aber auf drei Kernfunktionen zusammenfassen:
- Thermoregulation: Durch die Verdunstung des wässrigen Schweißsekrets an der Hautoberfläche wird dem Körper Wärme entzogen (evaporative Kühlung). Diese Form der Wärmeabgabe ist beim Pferd besonders effizient und stellt dort den wichtigsten Mechanismus der Thermoregulation bei körperlicher Belastung dar.
- Schutzfunktion: Das Sekret bildet gemeinsam mit dem Talg der Talgdrüsen (Glandulae sebaceae) den Hydrolipidfilm der Haut, der die Epidermis geschmeidig hält und als physikochemische Barriere gegen Mikroorganismen wirkt.
- Chemische Kommunikation: Apokrine Drüsen sezernieren Proteine, Lipide und Pheromone, die individuelle und speziesspezifische Duftstoffe tragen. Diese spielen bei der Reviermarkierung, der sexuellen Kommunikation und der Mutter-Kind-Erkennung eine zentrale Rolle.
Die Aktivität der Schweißdrüsen wird vorrangig über das sympathische Nervensystem gesteuert. Beim Pferd erfolgt die Stimulation cholinerg, wobei systemisch zirkulierendes Adrenalin die Schweißsekretion zusätzlich verstärkt. Das Schweißsekret des Pferdes enthält das Protein Latherin, ein natürliches Tensid, das die Benetzung des wasserabweisenden Fells verbessert und so die Verdunstungseffizienz steigert.
Unterschiede zwischen Tierarten
- Pferd (Equus caballus): Dichteste Verteilung apokriner Schweißdrüsen unter allen Haussäugetieren. Schweißproduktion ist der primäre Thermoregulationsmechanismus. Schweißmenge kann bei intensiver Arbeit mehrere Liter pro Stunde betragen, mit hohem Elektrolytgehalt (insbesondere Chlorid und Kalium).
- Rind (Bos taurus): Apokrine Schweißdrüsen sind über den gesamten Körper verteilt, die Schweißrate liegt jedoch deutlich unter der des Pferdes. Ergänzend spielt die respiratorische Wärmeabgabe eine wesentliche Rolle.
- Hund (Canis lupus familiaris): Apokrine Drüsen sind vorhanden, dienen aber primär der Duftmarkierung, nicht der Thermoregulation. Die Wärmeabgabe erfolgt hauptsächlich über Hecheln (thermische Polypnoe). Ekkrine Schweißdrüsen finden sich ausschließlich an den Sohlenballen (Tori, Pulvini) und an der Nasenspiegeloberfläche (Planum nasale).
- Katze (Felis catus): Ähnlich dem Hund beschränken sich ekkrine Drüsen auf die Sohlenballen. Die apokrinen Drüsen dienen vor allem der Pheromonproduktion, etwa in der Perianalregion und an den Wangen.
- Schwein (Sus scrofa domestica): Schweißdrüsen sind spärlich ausgebildet und funktionell nahezu bedeutungslos für die Thermoregulation. Schweine sind daher besonders hitzeempfindlich und regulieren ihre Körpertemperatur durch Verhaltensanpassungen wie Suhlen.
- Schaf (Ovis aries): Apokrine Drüsen kommen vor, ihre Bedeutung für die Kühlung ist durch das dichte Vlies eingeschränkt. Das Woll