Schwertfisch
STierart – Fische > Sonstige Fische
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Xiphias gladius
- Ordnung: Schwertfischartige (Xiphiiformes)
- Familie: Schwertfische (Xiphiidae)
- Gattung: Xiphias
- Lebensraum: Offene Ozeane (pelagisch), tropische bis gemäßigte Gewässer
- Größe: Durchschnittlich 2–3 m, maximal bis 4,5 m (einschließlich Schwert)
- Gewicht: Durchschnittlich 100–200 kg, maximal über 500 kg
- Lebenserwartung: Etwa 9–15 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Schwertfisch ist einer der markantesten Knochenfische der Weltmeere. Sein auffälligstes Merkmal ist das stark verlängerte, abgeflachte Oberkiefer – das namensgebende Schwert (Rostrum). Dieses kann bis zu einem Drittel der gesamten Körperlänge ausmachen und dient vermutlich sowohl dem Beuteerwerb als auch der Verringerung des Wasserwiderstands.
Der Körper ist langgestreckt, spindelförmig und seitlich leicht abgeflacht – eine Gestalt, die auf hohe Schwimmgeschwindigkeiten optimiert ist. Die Haut adulter Tiere ist schuppenlos und glatt; Jungtiere besitzen hingegen noch kleine, raue Schuppen, die im Laufe der Entwicklung verloren gehen. Die Rückenfärbung ist dunkelblau bis schwarzbraun, die Flanken schimmern silbrig, und die Unterseite ist hell bis weißlich.
Erwachsene Schwertfische besitzen eine hoch aufragende erste Rückenflosse, die bei großen Exemplaren sichelförmig wird. Die zweite Rückenflosse ist deutlich kleiner und weit nach hinten versetzt. Auffällig ist zudem das Fehlen von Bauchflossen bei adulten Tieren. Am Schwanzstiel befinden sich kräftige Seitenkiele, die zusammen mit der halbmondförmigen Schwanzflosse (Caudalflosse) für den enormen Vortrieb sorgen. Zähne fehlen bei ausgewachsenen Individuen vollständig.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Schwertfischs umfasst nahezu alle Ozeane der Erde. Er kommt im Atlantik, Pazifik und Indischen Ozean vor und dringt gelegentlich auch in das Mittelmeer sowie in küstennahe Gewässer ein. Sein Habitat erstreckt sich von tropischen bis gemäßigten Breiten, wobei er in Gewässern mit Oberflächentemperaturen zwischen 18 und 22 °C am häufigsten angetroffen wird.
Als pelagische Art lebt der Schwertfisch im offenen Ozean und ist nicht an Küsten oder den Meeresboden gebunden. Er hält sich tagsüber bevorzugt in Tiefen von 200 bis 800 Metern auf und steigt nachts in oberflächennahe Wasserschichten auf – ein Verhalten, das als vertikale Wanderung (diurnale Vertikalmigration) bezeichnet wird. Gelegentlich wurden Schwertfische sogar in Tiefen von über 2.800 Metern nachgewiesen. Saisonale Wanderungen führen die Tiere im Sommer in höhere Breiten, wo sie nährstoffreiche Gewässer nutzen, und im Winter zurück in wärmere Regionen.
Ernährung
Der Schwertfisch ist ein opportunistischer Raubfisch, der ein breites Beutespektrum nutzt. Seine Nahrung besteht vorwiegend aus Fischen wie Makrelen, Heringen, Barrakudas, Laternenfischen und Fliegenden Fischen. Ergänzend erbeutet er Kopffüßer (Tintenfische und Kalmare) sowie gelegentlich Krebstiere.
Beim Beuteerwerb setzt der Schwertfisch sein Rostrum gezielt ein: Er stößt mit hoher Geschwindigkeit in Fischschwärme und schlägt mit seitlichen Kopfbewegungen auf die Beute ein, um sie zu verletzen oder zu betäuben. Magenuntersuchungen haben gezeigt, dass viele Beutefische Verletzungen aufweisen, die mit dieser Jagdtechnik übereinstimmen. Die nächtliche Wanderung in oberflächennahe Schichten steht in direktem Zusammenhang mit dem Jagdverhalten, da viele seiner Beutetiere – insbesondere Kalmare und Laternenfische – ebenfalls vertikale Wanderungen durchführen.
Verhalten & Lebensweise
Schwertfische sind überwiegend Einzelgänger. Anders als viele verwandte Arten – etwa Marline und Segelfische aus der Familie der Istiophoridae – bilden sie keine Schwärme oder dauerhaften Gruppen. Gelegentlich werden lockere Ansammlungen von mehreren Individuen beobachtet, insbesondere in nahrungsreichen Gebieten, doch es handelt sich dabei nicht um soziale Verbände.
Mit geschätzten Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h gehört der Schwertfisch zu den schnellsten Fischen überhaupt. Diese Geschwindigkeit wird durch die stromlinienförmige Gestalt, die kräftige Schwanzflosse und eine weitere anatomische Besonderheit ermöglicht: ein spezielles Wärmetauschsystem (Rete mirabile) hinter den Augen. Dieses Organ erwärmt Gehirn und Augen um bis zu 10–15 °C über die Umgebungstemperatur. Dadurch bleiben Sehvermögen und neuronale Verarbeitung auch in kalten Tiefengewässern leistungsfähig – ein entscheidender Vorteil bei der Jagd.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzung findet vorwiegend in warmen Gewässern statt. Im Atlantik laichen Schwertfische ganzjährig in tropischen Regionen, mit einem Höhepunkt im Frühjahr und Sommer. Im Mittelmeer erstreckt sich die Laichzeit hauptsächlich von Juni bis August.
Weibchen sind bei der Geschlechtsreife größer als Männchen und erreichen diese mit etwa 4–5 Jahren bei einer Körperlänge von rund 150 cm. Männchen werden bereits ab 3–4 Jahren und einer Länge von etwa 100 cm geschlechtsreif. Ein einzelnes Weibchen kann pro Laichsaison mehrere Millionen Eier abgeben – bei großen Weibchen wurden bis zu 29 Millionen Eier gezählt. Die Eier sind pelagisch, etwa 1,6–1,8 mm groß und treiben frei im offenen Wasser.