Segelfisch
STierart – Fische > Sonstige Fische
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Istiophorus platypterus (Indo-Pazifischer Segelfisch) / Istiophorus albicans (Atlantischer Segelfisch)
- Ordnung: Schwertfischartige (Istiophoriformes)
- Familie: Fächerfische (Istiophoridae)
- Gattung: Istiophorus
- Lebensraum: Tropische und subtropische Meeresgebiete, pelagisch (Freiwasser)
- Größe: Bis zu 3,4 Meter (einschließlich Schwertfortsatz)
- Gewicht: Bis zu 100 kg, durchschnittlich 25–60 kg
- Lebenserwartung: Etwa 4–7 Jahre, maximal bis 13 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Segelfisch verdankt seinen Namen der markanten Rückenflosse, die deutlich höher als der Körper selbst ist und im aufgestellten Zustand an ein Segel erinnert. Diese Dorsalflosse erstreckt sich nahezu über die gesamte Rückenlänge und wird von 42 bis 49 Flossenstrahlen gestützt. In ihrer größten Ausdehnung überragt sie die Körperhöhe um ein Vielfaches. Der Fisch kann diese Flosse bei Bedarf anlegen, um den Strömungswiderstand beim Schwimmen zu reduzieren, oder aufstellen, um bei der Jagd eine größere Silhouette zu erzeugen.
Der Körperbau ist extrem stromlinienförmig und seitlich abgeflacht. Der Oberkiefer ist zu einem langen, spitzen Schwertfortsatz (Rostrum) verlängert, der dem Tier bei der Jagd als Werkzeug dient. Im Unterschied zum Schwertfisch (Xiphias gladius), dessen Rostrum im Querschnitt abgeflacht ist, weist der Schwertfortsatz des Segelfischs einen eher runden Querschnitt auf.
Die Schuppen sind klein und in die Haut eingelassen. Die Grundfärbung des Rückens ist dunkelblau bis stahlblau, die Flanken schimmern silbrig. Charakteristisch sind rund 20 helle, senkrecht verlaufende Querstreifen an den Körperseiten, die aus kleinen blauen Punkten bestehen. Die Bauchseite ist silbern bis weiß. Die Rückenflosse zeigt eine leuchtend kobaltblaue Färbung mit zahlreichen dunklen Flecken. Segelfische können ihre Körperfarbe rasch verändern – eine Fähigkeit, die vermutlich der Kommunikation während der Jagd dient.
Am Schwanzstiel befinden sich zwei kräftige Kiele, und die Schwanzflosse ist tief gegabelt – eine Anpassung an schnelles Schwimmen. Die Bauchflossen sind lang und dünn, die Afterflosse ist in zwei Abschnitte geteilt.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Segelfischs umfasst die tropischen und subtropischen Zonen aller Ozeane. Der Indo-Pazifische Segelfisch (Istiophorus platypterus) bewohnt den Indischen und Pazifischen Ozean, während der Atlantische Segelfisch (Istiophorus albicans) im Atlantik vorkommt. Ob es sich tatsächlich um zwei getrennte Arten oder um Populationen derselben Art handelt, ist taxonomisch nach wie vor umstritten. Einige Systematiker erkennen nur eine einzige Art an.
Segelfische leben pelagisch, also im offenen Freiwasser, und halten sich bevorzugt in der Nähe der Wasseroberfläche auf, meist in Tiefen von 0 bis 200 Metern. Ihr Habitat sind warme Meeresregionen mit Wassertemperaturen zwischen 21 und 28 °C. Sie sind hochgradig wanderfreudig und folgen warmen Meeresströmungen und den Zügen ihrer Beutetiere. Gelegentlich nähern sie sich Küstengewässern, Korallenriffen und Kontinentalschelfen, wo sie bessere Jagdbedingungen vorfinden.
Ernährung
Segelfische sind räuberische Jäger, die sich vorwiegend von Schwarmfischen wie Sardinen, Makrelen, Halbschnäblern und kleinen Thunfischen ernähren. Ergänzend stehen Tintenfische und Krebstiere auf dem Speiseplan. Die Jagdstrategie ist kooperativ: Mehrere Segelfische kreisen einen Beuteschwarm ein und nutzen ihre aufgestellte Rückenflosse, um den Schwarm zusammenzutreiben und zu verdichten. Anschließend stoßen einzelne Tiere abwechselnd in den Schwarm vor und schlagen mit dem Rostrum seitlich durch die Beute, um einzelne Fische zu verletzen oder zu betäuben, bevor sie sie verschlingen. Diese Technik wurde in Untersuchungen vor der Küste Mexikos detailliert dokumentiert.
Verhalten & Lebensweise
Segelfische gelten als die schnellsten Fische der Meere. Messungen ergaben Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 110 km/h bei kurzen Sprints, wobei die exakte Höchstgeschwindigkeit in der Fachliteratur unterschiedlich angegeben wird. Diese Schnelligkeit erreichen sie durch den stromlinienförmigen Körper, die sichelförmige Schwanzflosse und eine leistungsfähige Muskulatur.
Segelfische sind tagaktiv und jagen überwiegend in den Morgen- und Nachmittagsstunden. Sie treten einzeln, in Paaren oder in losen Gruppen von bis zu 30 Tieren auf. Feste Reviere besetzen sie nicht; stattdessen durchstreifen sie große Meeresgebiete auf der Suche nach Nahrung. Die schnellen Farbwechsel, die sie zeigen können – von tiefblau über hellblau bis zu fast silbern –, spielen bei der Koordination der Gruppenjagd eine Rolle. Aufgeregtes oder angriffsbereites Verhalten wird durch intensive Färbung signalisiert.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Laichzeit variiert je nach Region. In tropischen Gewässern kann die Fortpflanzung ganzjährig stattfinden, mit Schwerpunkten in den wärmeren Monaten. In subtropischen Gebieten beschränkt sich die Laichzeit auf den Sommer. Während der Balz schwimmen Männchen und Weibchen dicht beieinander nahe der Wasseroberfläche. Das Weibchen gibt dabei große Mengen an Eiern ins freie Wasser ab, die vom Männchen extern befruchtet werden.
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