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Sekretär

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Tierart – Vögel > Greifvögel

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Sagittarius serpentarius
  • Ordnung: Greifvögel (Accipitriformes)
  • Familie: Sekretäre (Sagittariidae)
  • Gattung: Sagittarius
  • Lebensraum: Offene Gras- und Savannenlandschaften Afrikas südlich der Sahara
  • Größe: 125–150 cm Körperlänge; Flügelspannweite bis 210 cm
  • Gewicht: 3,5–4,5 kg
  • Lebenserwartung: Etwa 15–20 Jahre in freier Wildbahn; in Gefangenschaft bis über 30 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Sekretär ist unter den Greifvögeln eine Ausnahmeerscheinung. Mit seinen extrem langen Beinen, die an einen Kranich oder Storch erinnern, und dem kräftigen, hakig gebogenen Schnabel eines Raubvogels vereint er Merkmale, die bei keiner anderen Vogelart in dieser Kombination auftreten. Die Ständer (Beine) sind mit derben Hornschildern bedeckt und enden in relativ kurzen, kräftigen Zehen – ein Hinweis auf die überwiegend terrestrische Lebensweise.

Das Gefieder ist überwiegend blaugrau an Rumpf und Flügeln, während die Schenkelfedern (sogenannte „Hosen") und der Schwanz schwarz gefärbt sind. Der Schwanz ist lang und abgestuft, wobei die beiden mittleren Steuerfedern deutlich über die übrigen hinausragen. Auffälligstes Merkmal ist der Federschopf am Hinterkopf: Etwa 20 lange, schwarze Federn ragen nach hinten ab und können bei Erregung aufgestellt werden. Die unbefiederte Gesichtshaut rund um die Augen ist orangerot bis gelb gefärbt und bildet einen auffälligen Kontrast zum sonst gedeckten Gefieder. Ein Geschlechtsdimorphismus ist kaum ausgeprägt; Männchen sind im Durchschnitt nur geringfügig größer als Weibchen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Sekretärs erstreckt sich über weite Teile des subsaharischen Afrika – von Senegal und dem Sudan im Norden bis zur Kapregion Südafrikas im Süden. Innerhalb dieses Areals besiedelt die Art vor allem offene Habitate: kurzgrasige Savannen, Halbwüsten mit lockerem Buschbestand, Grasland und extensiv bewirtschaftete Agrarflächen. Dichte Wälder, Wüsten und Sumpfgebiete werden gemieden. Der Sekretär bevorzugt Biotope, in denen die Vegetation niedrig genug ist, um Beutetiere am Boden aufzuspüren, gleichzeitig aber vereinzelte Bäume als Schlaf- und Nistplätze vorhanden sind. In Höhenlagen kommt er bis etwa 3.000 Meter vor, etwa in den Hochebenen Ostafrikas. Die Art ist überwiegend standorttreu; lokale Wanderungen treten saisonal in Abhängigkeit von Nahrungsangebot und Regenfällen auf.

Ernährung

Der Sekretär ist ein opportunistischer Jäger, dessen Nahrungsspektrum Insekten, Nagetiere, Eidechsen, kleine Schildkröten, Jungvögel und Eier umfasst. Besondere Bekanntheit hat er als Schlangenjäger erlangt – er erbeutet regelmäßig auch giftige Arten wie Kobras und Puffottern. Die Jagdtechnik ist dabei einzigartig unter Greifvögeln: Der Sekretär läuft gezielt durch das Gras, scheucht Beute auf und tötet sie mit gezielten, wuchtigen Tritten seiner kräftigen Beine. Der einzelne Tritt kann mit einer Kraft von bis zu fünfmal dem eigenen Körpergewicht ausgeführt werden. Größere oder wehrhaftere Beute wird zusätzlich mit den Flügeln abgeschirmt, um Bisse zu vermeiden, und dann mit dem Schnabel bearbeitet. Gelegentlich jagt der Sekretär auch, indem er aus niedrigem Flug herabstößt, dies ist jedoch die Ausnahme.

Verhalten & Lebensweise

Der Sekretär ist tagaktiv und verbringt den Großteil des Tages zu Fuß. Ein Paar durchstreift täglich Strecken von bis zu 30 Kilometern auf der Nahrungssuche. Trotz seiner langen Beine kann er gut fliegen und nutzt Thermik, um in großer Höhe zu kreisen – insbesondere bei der Reviermarkierung und der Balz. Die Reviere sind mit 30 bis über 200 Quadratkilometern ausgesprochen groß. Sekretäre leben in der Regel paarweise; die Partner bleiben über mehrere Brutperioden zusammen, vermutlich lebenslang. Außerhalb der Brutzeit werden gelegentlich lockere Ansammlungen an Schlafbäumen beobachtet, doch soziale Verbände wie Schwärme oder Kolonien bildet die Art nicht. Die Nachtruhe verbringen Sekretäre stets auf Bäumen, häufig auf der Krone von Schirmakazien.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz umfasst eindrucksvolle Flugmanöver beider Partner: wellenförmige Flüge in großer Höhe, bei denen die Vögel wiederholt herabstoßen und wieder aufsteigen, begleitet von rauen, krächzenden Rufen. Am Boden zeigen die Partner ein gegenseitiges Verbeugen, Flügelspreizen und gemeinsames Laufen.

Das Nest wird in der Krone eines Baumes errichtet, meist in drei bis acht Metern Höhe. Es handelt sich um eine massive Plattform aus Zweigen und Ästen mit einem Durchmesser von bis zu 2,5 Metern, die über Jahre hinweg benutzt und stetig ausgebaut wird. Das Weibchen legt ein bis drei bläulich-weiße Eier, die überwiegend vom Weibchen über einen Zeitraum von etwa 42 bis 46 Tagen bebrütet werden. Das Männchen beteiligt sich an der Bebrütung und versorgt das Weibchen mit Nahrung.

Die Küken schlüpfen mit einem dichten weißen Daunenkleid und sind Nesthocker. Sie werden von beiden Elternteilen gefüttert, zunächst mit hervorgewürgtem, vorverdautem Futter. Nach etwa 65 bis 80 Tagen sind die Jungvögel flügge, werden jedoch noch einige Wochen nach dem Ausfliegen von den Eltern versorgt. In guten Nahrungsjahren kommen häufig zwei