Selkirk-rex
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Steckbrief
- Herkunft: USA (Montana), 1987
- Rassestandard: TICA, CFA, FIFé, WCF anerkannt
- Größe: mittelgroß bis groß
- Gewicht: Katze 3,5–5,5 kg, Kater 5–7 kg
- Lebenserwartung: 12–17 Jahre
- Fell: kurz oder lang, gelockt bis gewellt; alle Farben und Muster erlaubt
- Körperbau: kräftig, muskulös, stämmig (Cobby-Typ)
Herkunft & Geschichte
Die Geschichte der Selkirk Rex beginnt 1987 in einem Tierheim in Sheridan, Montana. In einem ansonsten glatthaarigen Wurf einer Hauskatze fiel ein einzelnes Kätzchen mit auffällig gelocktem Fell auf. Die Züchterin Jeri Newman, die sich bereits mit Perserkatzen beschäftigte, nahm das Tier auf und nannte es „Miss DePesto". Durch gezielte Verpaarung mit einem schwarzen Perser stellte sich heraus, dass die Lockung auf einem dominanten Gen beruht – ein entscheidender Unterschied zu den bereits bekannten Rex-Rassen Devon Rex und Cornish Rex, bei denen das Gen rezessiv vererbt wird.
Newman benannte die neue Rasse nach den nahegelegenen Selkirk Mountains – die Selkirk Rex ist damit die einzige Katzenrasse, die nach einem Gebirge benannt wurde. In den folgenden Jahren wurde die Rasse durch Einkreuzung von Perser, Britisch Kurzhaar und Exotic Shorthair gefestigt und in ihrem Typ stabilisiert. 1992 erkannte die TICA (The International Cat Association) die Selkirk Rex als eigenständige Rasse an, 2000 folgte die CFA (Cat Fanciers' Association). Die FIFé (Fédération Internationale Féline) nahm die Rasse 2009 in ihren Rassestandard auf. Inzwischen hat die Selkirk Rex weltweit eine treue Anhängerschaft, auch wenn sie in Europa noch deutlich seltener anzutreffen ist als in Nordamerika.
Aussehen & Rassemerkmale
Das auffälligste Merkmal der Selkirk Rex ist ihr lockiges Fell, das ihr den liebevollen Spitznamen „Katze im Schafspelz" eingebracht hat. Die Locken betreffen das gesamte Haarkleid – Deckhaar, Unterwolle und sogar die Schnurrhaare sind gekräuselt. Das Fell fühlt sich weich und plüschartig an und ist deutlich dichter als bei anderen Rex-Rassen. Es gibt die Selkirk Rex in einer Kurzhaar- und einer Langhaar-Variante. Bei der Langhaar-Variante fallen die Locken besonders üppig und dramatisch aus, während die Kurzhaar-Variante eher dichte, plüschige Wellen zeigt.
Der Körperbau ist stämmig und muskulös mit breiter Brust, kräftigen Beinen und großen, runden Pfoten. Der Kopf ist rund mit vollen Wangen, einer kurzen, breiten Nase und mittelgroßen, weit auseinanderstehenden Ohren. Die großen, runden Augen können jede Farbe haben, passend zur Fellfarbe. Laut Rassestandard sind sämtliche Fellfarben und Muster zugelassen – von einfarbig über Tabby bis hin zu Colourpoint und Bicolour.
Interessant: Nicht alle Kätzchen eines Wurfs tragen Locken. Da das Gen dominant ist, reicht zwar ein Elternteil mit dem Lockenmerkmal aus, doch statistisch sind etwa 50 Prozent der Nachkommen gelockt, wenn nur ein Elternteil das Gen trägt. Glatthaarige Selkirk Rex werden als „Selkirk Rex Straight" bezeichnet und sind in einigen Zuchtverbänden zur Zucht zugelassen, um den Genpool gesund zu halten.
Charakter & Wesen
Die Selkirk Rex vereint die besten Charaktereigenschaften ihrer Abstammung. Vom Perser hat sie die Gelassenheit und Sanftmut geerbt, von der Britisch Kurzhaar die ausgeglichene Besonnenheit, und von der Hauskatze in ihrer Ahnenreihe eine gesunde Portion Neugierde und Verspieltheit. Das Ergebnis ist eine ausgesprochen umgängliche, menschenbezogene Katze, die weder aufdringlich noch distanziert ist.
Selkirk Rex gelten als geduldig, anhänglich und gesellig. Sie suchen die Nähe ihrer Menschen, ohne ständig Aufmerksamkeit einzufordern. Ihre verspielte Art behalten sie bis ins Erwachsenenalter bei, ohne dabei hektisch oder überdreht zu wirken. Die Rasse ist bekannt für ihre Toleranz gegenüber Kindern und anderen Haustieren. Ihr Temperament lässt sich als sanftmütig, aber nicht träge beschreiben – sie sind durchaus aktiv und schätzen interaktives Spiel, geben sich aber auch mit ruhigen Stunden auf dem Sofa zufrieden.
Die Stimme der Selkirk Rex ist leise und zurückhaltend. Übermäßiges Miauen ist bei dieser Rasse selten. Sie kommuniziert lieber durch Körpersprache und sanftes Schnurren.
Haltung & Pflege
Die Selkirk Rex stellt keine übertriebenen Ansprüche an ihre Haltung. Als gesellige Rasse sollte sie allerdings nicht dauerhaft allein gehalten werden – ein Artgenosse oder zumindest viel menschliche Gesellschaft ist wichtig für ihr Wohlbefinden. Gesicherter Freigang wird gerne angenommen, ist aber keine Voraussetzung. Eine gut strukturierte Wohnungshaltung mit ausreichend Beschäftigung, Kratzbäumen, Klettermöglichkeiten und interaktivem Spielzeug genügt dieser anpassungsfähigen Rasse.
Die Fellpflege verdient besondere Aufmerksamkeit. Das lockige Fell neigt dazu, sich zu verfilzen, besonders bei der Langhaar-Variante. Regelmäßiges, aber vorsichtiges Bürsten – etwa zwei- bis dreimal pro Woche – ist empfehlenswert. Zu intensives Bürsten kann die Lockenstruktur beschädigen. Viele erfahrene Züchter empfehlen, das Fell nach dem Bürsten leicht mit feuchten Händen zu formen, um die Lockung zu betonen. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst sollte häufiger gebürstet werden, da die dichte Unterwolle verstärkt ausfällt.
Die gekräuselten Schnurrhaare können gelegentlich abbrechen – das ist rassetypisch und kein Grund zur Sorge.
Ernährung
Die