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Siamkatze

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Steckbrief

  • Herkunft: Thailand (ehemals Siam)
  • Rassestandard: FIFé (Fédération Internationale Féline), TICA, CFA, WCF – Kategorie IV (Siamesen & Orientalen)
  • Größe: Mittelgroß, schlank und langgestreckt
  • Gewicht: Katze 3–4,5 kg, Kater 4–5,5 kg
  • Lebenserwartung: 15–20 Jahre
  • Fell: Kurz, fein, eng anliegend, seidig glänzend, kaum Unterwolle
  • Farben: Points in Seal, Blue, Chocolate, Lilac, Red, Cream, Tabby und Tortie auf hellem Körper

Herkunft & Geschichte

Die Siamkatze zählt zu den ältesten dokumentierten Katzenrassen der Welt. Ihre Abstammung lässt sich bis ins Königreich Siam – das heutige Thailand – zurückverfolgen, wo sie vermutlich bereits im 14. Jahrhundert in Tempeln und am königlichen Hof gehalten wurde. Die erste bekannte schriftliche Erwähnung findet sich im „Tamra Maew", einer Sammlung von Gedichten über Katzen aus der Ayutthaya-Periode, die auf das 14. bis 18. Jahrhundert datiert wird.

Nach Europa gelangte die Siamkatze erstmals in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Im Jahr 1884 brachte der britische Generalkonsul Owen Gould ein Paar Siamkatzen als Geschenk des Königs von Siam nach England. Bereits 1885 wurden die ersten Exemplare auf einer Katzenausstellung im Londoner Crystal Palace präsentiert, wo sie für großes Aufsehen sorgten. Kurz darauf begann die planmäßige Zucht in Großbritannien, und der erste Rassestandard wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts festgelegt.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts veränderte sich das Zuchtideal erheblich. Während die ursprüngliche, eher rundliche Form – heute als Thai oder Traditionelle Siamkatze bekannt – dem klassischen Typ entsprach, züchteten westliche Zuchtverbände zunehmend auf einen schlankeren, eleganteren Körperbau hin. Diese moderne Siamkatze mit ihrem keilförmigen Kopf und den großen Ohren entspricht dem aktuellen Standard der großen Zuchtverbände FIFé, TICA und CFA.

Aussehen & Rassemerkmale

Die Siamkatze ist eine elegante, muskulöse und dennoch schlanke Katze mit einem langen, röhrenförmigen Körper. Der Kopf bildet ein langgestrecktes Dreieck, das von zwei auffallend großen, weit auseinanderstehenden Ohren gekrönt wird. Das Profil zeigt eine gerade Linie von der Stirn bis zur Nasenspitze – ein sogenanntes „römisches Profil" ist unerwünscht.

Das wohl markanteste Merkmal sind die leuchtend blauen, mandelförmigen Augen, die leicht schräg gestellt sind und dem Gesicht einen unverwechselbaren Ausdruck verleihen. Der lange, peitschenartige Schwanz verjüngt sich zur Spitze hin und unterstreicht die grazile Gesamterscheinung.

Das kurze, feine Fell liegt eng am Körper an und besitzt einen seidigen Glanz. Charakteristisch ist die sogenannte Pointfärbung: Der Körper ist hell – von cremeweiß bis warmbeige – während Gesichtsmaske, Ohren, Pfoten und Schwanz deutlich dunkler gefärbt sind. Diese Zeichnung entsteht durch eine temperaturabhängige Enzymreaktion, bei der das Pigment Melanin nur an kühleren Körperstellen produziert wird. Die klassischen vier Farbschläge sind Seal Point, Blue Point, Chocolate Point und Lilac Point. Daneben sind mittlerweile auch Red Point, Cream Point sowie Tabby- und Tortie-Varianten bei vielen Zuchtverbänden anerkannt.

Charakter & Wesen

Wer sich eine Siamkatze ins Haus holt, bekommt keine stille Beobachterin, sondern eine ausgesprochen kommunikative, selbstbewusste und meinungsstarke Persönlichkeit. Die Siamkatze ist berühmt – manche würden sagen berüchtigt – für ihre Stimme. Sie kommentiert nahezu jede Situation lautstark und verfügt über ein erstaunlich breites Repertoire an Lauten, vom sanften Gurren bis zum durchdringenden Rufen.

Siamkatzen sind außerordentlich menschenbezogen und bauen eine enge, fast hundeähnliche Bindung zu ihrer Bezugsperson auf. Sie folgen ihrem Menschen durch die Wohnung, fordern aktiv Aufmerksamkeit ein und sind alles andere als Einzelgänger. Einsamkeit und Langeweile vertragen sie schlecht, weshalb eine zweite Katze – idealerweise derselben Rasse oder eines ähnlich aktiven Typs – dringend empfohlen wird.

Ihr Wesen ist verspielt, neugierig und intelligent. Siamkatzen lernen schnell, können apportieren und lassen sich sogar für Clickertraining begeistern. Gleichzeitig sind sie treu und anhänglich, mitunter aber auch dickköpfig und fordernd. Fremden gegenüber verhalten sie sich zunächst wachsam, tauen aber in der Regel rasch auf.

Haltung & Pflege

Die Siamkatze eignet sich sowohl für die Wohnungshaltung als auch für gesicherten Freigang. Entscheidend ist, dass die Wohnung abwechslungsreich gestaltet ist: hohe Klettermöglichkeiten, Aussichtsplätze am Fenster, Intelligenzspielzeug und regelmäßige interaktive Spieleinheiten sind ein Muss. Ohne ausreichende Beschäftigung entwickeln Siamkatzen schnell Verhaltensauffälligkeiten wie übermäßiges Miauen oder Zerstörungswut.

Die Fellpflege gestaltet sich unkompliziert. Das kurze, feine Fell ohne nennenswerte Unterwolle muss nur gelegentlich mit einem feinen Kamm oder einem weichen Tuch gebürstet werden. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst kann ein wöchentliches Bürsten lose Haare entfernen und den seidigen Glanz erhalten.

Da Siamkatzen wenig Unterwolle besitzen, sind sie kälteempfindlich. In kühlen Räumen oder bei Freigang im Winter sollte darauf geachtet werden, dass die Tiere sich jederzeit an einen warmen Platz zurückziehen können.

Ernährung

Siamkatzen sind in der Regel keine mäkligen Fresser,