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Sperber

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Tierart – Vögel > Greifvögel

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Accipiter nisus
  • Ordnung: Greifvögel (Accipitriformes)
  • Familie: Habichtartige (Accipitridae)
  • Gattung: Habichte und Sperber (Accipiter)
  • Lebensraum: Wälder, Kulturlandschaften, Stadtrandgebiete
  • Größe: Männchen 29–34 cm, Weibchen 35–41 cm
  • Gewicht: Männchen 105–165 g, Weibchen 185–340 g
  • Flügelspannweite: 58–80 cm
  • Lebenserwartung: 7–10 Jahre in freier Wildbahn, in Ausnahmefällen bis 20 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Sperber ist ein kleiner, kompakt gebauter Greifvogel mit kurzen, abgerundeten Flügeln und einem auffallend langen Schwanz. Diese Proportionen sind eine Anpassung an das Jagen in dichter Vegetation und ermöglichen schnelle Richtungswechsel im Flug. Beim Sperber zeigt sich ein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus – die Weibchen sind deutlich größer und schwerer als die Männchen, was bei Greifvögeln häufig vorkommt, beim Sperber aber besonders stark ausgeprägt ist.

Das adulte Männchen – auch „Sprinz" genannt – trägt auf der Oberseite ein blaugraues Gefieder. Die Unterseite ist weiß mit feiner, rostroter bis orangebrauner Querbänderung (Sperberung), die dem Vogel seinen deutschen Namen gegeben hat. Manche Männchen zeigen zudem einen orangefarbenen Anflug auf den Wangen. Das Weibchen ist oberseits graubraun gefärbt; die Unterseite zeigt eine dunkle, graubraune Querbänderung auf weißem Grund. Jungvögel ähneln den Weibchen, weisen aber eine eher tropfenförmige Fleckung auf der Brust auf.

Die Augen sind bei adulten Männchen orange bis orangerot, bei Weibchen eher gelb bis orange. Jungvögel haben zunächst gelbgrüne Augen. Die Beine sind lang und dünn mit langen Zehen und scharfen Krallen – ein typisches Merkmal der Gattung Accipiter, das auf die Spezialisierung als Vogeljäger hinweist.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Sperbers erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis – von Westeuropa und Nordwestafrika ostwärts bis nach Japan und Kamtschatka. In Mitteleuropa ist die Art ganzjährig verbreitet und zählt zu den häufigeren Greifvögeln. Populationen aus nördlichen und östlichen Brutgebieten (Skandinavien, Russland) sind Zugvögel und überwintern in Süd- und Westeuropa, im Mittelmeerraum sowie in Teilen Südasiens. Mitteleuropäische Sperber verhalten sich überwiegend als Standvögel oder Kurzstreckenzieher.

Als Habitat bevorzugt der Sperber abwechslungsreiche Landschaften mit einem Wechsel aus Waldbeständen und offeneren Flächen. Er besiedelt Laub-, Nadel- und Mischwälder, wobei er zum Brüten dichte Bestände mit ausreichend Deckung aufsucht – oft jüngere Fichtenbestände oder dichte Laubholzpartien. Zur Jagd nutzt er dagegen offenere Biotope wie Waldränder, Heckenlandschaften, Gärten und Parks. In den letzten Jahrzehnten hat der Sperber zunehmend auch städtische Gebiete besiedelt, wo er an Futterhäuschen und in Gärten auf Kleinvögel jagt.

Ernährung

Der Sperber ist ein hochspezialisierter Vogeljäger. Kleine Singvögel machen den Großteil seiner Nahrung aus – Meisen, Finken, Sperlinge, Amseln und Drosseln gehören zu den häufigsten Beutetieren. Die kleineren Männchen schlagen vorwiegend Beute bis zur Größe einer Singdrossel, während die kräftigeren Weibchen auch mittelgroße Vögel bis zur Größe einer Taube oder eines Stars erbeuten können. Gelegentlich stehen auch kleine Säugetiere, Eidechsen oder Großinsekten auf dem Speiseplan, doch bleibt ihr Anteil marginal.

Die typische Jagdstrategie ist der Überraschungsangriff aus der Deckung. Der Sperber nutzt Hecken, Gebäude, Baumreihen und Geländekanten als Sichtschutz und fliegt in niedrigem, schnellem Flug dicht über dem Boden oder entlang von Strukturen, um Beute zu überrumpeln. Die kurzen Flügel und der lange Schwanz ermöglichen dabei eine hohe Wendigkeit. Bei erfolgreicher Jagd wird die Beute am Boden auf einem Rupfplatz gerupft und verzehrt. Sperber benötigen täglich etwa zwei bis drei Kleinvögel, um ihren Energiebedarf zu decken.

Verhalten & Lebensweise

Sperber leben außerhalb der Brutzeit einzelgängerisch. Sie sind tagaktive Jäger, deren Aktivitätsschwerpunkt in den Morgen- und Abendstunden liegt. Jedes Individuum unterhält ein Revier, das es gegen Artgenossen verteidigt – allerdings weniger streng als etwa der eng verwandte Habicht (Accipiter gentilis), mit dem der Sperber gelegentlich verwechselt wird.

Im Flugbild zeigt der Sperber einen charakteristischen Wechsel aus schnellen Flügelschlägen und kurzen Gleitphasen. Im Segelflug sind die kurzen, breiten Flügel und der lange, oft gefächerte Schwanz gute Unterscheidungsmerkmale gegenüber dem Turmfalken oder anderen kleinen Greifvögeln. Sperber sind verhältnismäßig schweigsam; Rufe sind hauptsächlich während der Balz und am Brutplatz zu hören – ein schnelles, hohes „ki-ki-ki-ki" ist der häufigste Laut.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz beginnt in Mitteleuropa im März und April. Das Männchen führt auffällige Balzflüge über dem Brutrevier aus, bei denen es wellenförmig auf- und absteigt und dabei gelegentlich das helle Unterschwanzgefieder spreizt. Die Paarbindung besteht in der Regel nur für eine Bruts